Wiederherstellung der kirchlichen Einheit auf dem Konzil von Konstanz 1414-1418

Terms in this set (4)

1378 wurde unter gewaltsamen und chaotischen Umständen ein neuer Papst in Rom gewählt, nachdem der Papst im Jahr davor aus Frankreich zurückgekehrt und gestorben war. Die Hll. Katharina von Siena (einfache geistliche Schwester im Dominikanerorden in Italien) und Brigitta von Schweden (verwitwete adelige Schwedin, gründete Brigittenorden) hatten die Päpste zur Rückkehr gedrängt. Das mehrheitlich französische Kardinalskollegium wurde von Römern, die gewaltsam in den Konklavepalast eingedrungen waren, gezwungen einen Italiener, Urban VI., zum Papst zu wählen. Urban VI zeichnete sich durch inadequates Verhalten aus, u.a. ließ er 6 Kardinäle foltern und 5 hinrichten. Die französischen Kardinäle daraufhin wählten nach ihrer Flucht aus Rom einen Franzosen zum Papst. 1409 versammelten sich 13 Kardinäle beider Päpste ohne Zustimmung ihrer Vorgesetzten in Pisa und wählten Johannes XXIII. zum Papst. Am Konzil von Pisa nahmen 100 Bischöfe und 200 Vertreter von Klöstern, Domkapiteln und Universitäten teil Die beiden anderen Päpste akzeptierten die Wahl nicht. Die Folge war die Trennung der westlichen Christenheit in drei Öbedienzen (oebedientia - lat. Gehorsam) je nach Gefolgschaft eines Papstes. Um die Frage der kirchlichen Leitung klären zu lassen, ergriff der deutsche König Siegmund die Initiative und bewegte Johannes XXIII. zur Einberufung eines Allgemeinen Konzils nach Konstanz (1414-1418). Die Päpste konnten nur unter großem Druck zum Rücktritt bewogen werden. Aus der Papstwahl ging Martin V. hervor, die Erleichterung ist in den Chroniken belegt.
;