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Eine Varikozele oder Varicocele testis (lat. varix - Krampfader; griech. kele - Bruch) ist eine Krampfadernbildung im Bereich des von den Hodenvenen gebildeten Plexus pampiniformis, einem Venengeflecht im Samenstrang. In einem hohen Prozentsatz (75-90 %[1]) tritt die Varikozele linksseitig auf. In vielen Fällen bedarf die Varikozele keiner Therapie.
Varikozele
Wilms-Tumor [C64] Vo.: 7,5 % aller Neoplasien im Kindesalter, Häufigkeitsgipfel im 3. -4. Lebensjahr; w > m; z.T. auto somal-dominant erblicher Nierentumor, ev. zusätzliche kongenitale Missbildungen; in 5 % bilate rale Nierentumoren.
Stadiengerechte, interdisziplinäre Strategie: Operation (erweiterte Nephrektomie), Chemothera pie, Radiotherapie; Resektion solitärer Metastasen Prg: 5-Jahresüberlebensrate aller Fälle ca. 90
Nephroblastom
Th.: • Symptomlose Zysten bedürfen keiner Behandlung. • Bei großen Zysten mit Komplikationen ev. Abpunktion (mit Zytologie) + Verödungsbehandlung oder Zystenresektion
Therapie von Nierenzysten
Harnsteine können in der Niere (Nephrolithiasis), im Harnleiter (mit Harnleiterkolik), in der Harn blase und selten in der Harnröhre lokalisiert sein. Harnsteine bestehen aus einer Matrix (Uromukoid) und Urinkristallisationen.

Harnsteinarten: 1. Kalziumoxalat (75 %) 2 . .,lnfektsteine' (1 0 %): Struvite (=Magnesium-Ammonium-Phosphat), Karbonatapatit 3. Uratsteine (5 %) 4. Kalziumphosphat (5 %) 5. Seltene Steine: Zystinsteine bei Zystinurie, Xanthinsteine, 2,8-Dihydroxyadenin (DHA)-Steine bei dem sehr seltenen autosomal-rezessiv vererbten Defekt der Adeninphosphoribosyltrans ferase (APRT)
UROLITHIASIS wo?
Harnsteinarten?
Multifaktorielle Erkrankung mit Übersättigung des Harns an steinbildenden Substanzen durch Stoffwechselfaktoren: • Vermehrte Ausscheidung lithogener Substanzen im Urin: -Hyperkalzämien unterschiedlicher Genese (prim. Hyperparathyreoidismus, Vitamin DÜberdosierung, Immobilisation u.a.) -Idiopathische Hyperkalziurie = Hyperkalziurie bei Normokalzämie -Hyperoxalurie (> 0,5 mmol/d) -Hyperphosphaturie (> 35 mmol/d) -Hyperurikosurie (> 3,0 mmol/d) =Harnsäure ,bei Hyperurikämie -Zystinurie (> 800 IJmol/d) • Verminderte Ausscheidung antilithogener Substanzen (lnhibitormangel) im Urin: -Hypomagnesiurie (< 3 mmol/1) -Hypozitraturie (< 3 mmol/1) • Kritischer Urin-pH (� 5,5 und> 7,0) • Zu hohe Harnkonzentration (spezifisches Gewicht� 1015 g/1) Unterstützende Faktoren: -Harnstauung (verursacht durch anatomische oder funktionelle Veränderungen) -Harnwegsinfektionen (HWI) -Immobilisation -Eiweißreiche Ernährung, Dursten, Gewichtsreduktion Merke: Nephrolithiasis und HWI begünstigen sich gegenseitig (gramnegative Bakterien -außer E. coli -spalten Harnstoff mittels Urease in N H3 und C02; dadurch wird der Harn alkalisch und das Löslichkeitsprodukt für Ionen ändert sich).
Urolithiasis ätiologie
Wenn sich ein Nierensteinehen mobilisiert und den Harnleiter irritiert, kommt es zum Leitsymptom: -Harnleiterkolik [N23]: Wehenartige sehr starke Schmerzen mit motorischer Unruhe. Je nach Sitz des Steines lokalisieren sich die kolikartigen Schmerzen in den Rücken und/oder seitlichen Unterbauch, bei tiefsitzenden Uretersteinen Schmerzausstrahlung bis in das Skrotum bzw. bis in die Schamlippen. Begleitend kommt es oft zu Brechreiz oder Erbrechen, Stuhl-und Wind verhaltung (reflektorischer Subileus). Während der Kolik geht nur wenig Urin ab, gleichzeitig bestehen Blasentenesmen. -Hämaturie (Mikrohämaturie fast immer nachweisbar, Makrohämaturie in 1/3 d. F .)
Klinik der Urolithiasis
Niereninfarkt (am häufigsten durch Embolien bei Vorhofflimmern): Proteinurie, Hämaturie, sehr hohe LOH bei nur geringen Veränderungen von GOT und AP, ev. Blutdruckanstieg nach einigen Tagen; Farbdopplersonografie
Niereninfarkt
Bildgebende Diagnostik: • Sonografie, Spirai-CT: Kleiner Stein sonegrafisch oft nicht nachweisbar, wohl aber eine ev. Nierenbeckenstauung • Urografie: Kalziumhaltige Oxalat-und Phosphatsteine erkennt man schon auf der Leeraufnah me (in 80 % d.F.!). Uratsteine und die seltenen Zystinsteine erkennt man nur an der Kon trastmittelaussparung. Da eine Kontrastmittelaussparung auch durch einen Tumor (oder Blut koagel) bedingt sein kann, wird zunehmend primär das Spirai-CT eingesetzt. • MR-Urografie bei Kl für Röntgenkontrastmittel
Urolithiasis Bildgebung
Urografie
Urografie bzw. -graphie ist eine Methode der röntgenologischen Darstellung der ableitenden Harnwege. Es dient zur Darstellung der Morphologie und der Funktion der Nieren und der ableitenden Harnwege und zur Feststellung von Harnsäuresteinen mit Hilfe eines Jod-haltigen Kontrastmittels.
Uratsteine (Harnsäuresteine) sind röntgennegative Steine, d.h. sie lassen sich im Röntgenbild nicht direkt darstellen, weil sie die Röntgenstrahlung ohne großen Widerstand passieren lassen.
Obwohl sie radiologisch nicht direkt darstellbar sind, kann man mit der Urografie eine indirekte Darstellung ermöglichen. Zur indirekten Darstellung wird intravenös (in die Vene) ein Kontrastmittel (im Röntgen direkt sichtbar) appliziert, welches dann über die Nieren ausgeschieden wird. Befindet sich ein Stein in den ableitenden Harnwegen, wird dieser vom Kontrastmittel umspült, im Röntgenbild zeigt sich hier dann eine Aussparung.
Urografie
Eingriffe: 2.1. Nierenbeckensteine: -Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL): Methode der Wahl! Das Konkrement wird sonegrafisch oder röntgenologisch geortet und durch Fokussie rung der Stoßwelle auf das Konkrement erfolgt die berührungsfreie Zerstörung. Voraussetzung: Konkrement muss geortet werden können und Fehlen einer Harnab flussstörung. Die Einlage einer inneren Harnleiterschiene (Splint) vor ESWL sichert eine schmerzlose Harnleiterpassage der Steinfragmente + Urindrainage. Erfolgsrate: > 90 %

-Perkutane Nephrolithotomie = Perkutane Nephrolitholapaxie (PNL oder PCNL): Perkutane sonegrafisch gesteuerte Endoskopie des Nierenbeckens Unter Sicht wird der Stein mittels Ultraschall, Laser-pneumatisch oder elektrohydrau lisch desintegriert. Die Fragmente werden kontinuierlich mit einer Saugpumpe heraus gespült oder mit Zangen oder Körbchen extrahiert. Nach endoskopischer und radiolo gischer Kontrolle auf Steinfreiheit wird ein Nephrostomie-Katheter zur Drainage für we nige Tage eingelegt. Nicht erreichbare Reststeine können durch ESWL beseitigt wer den. lnd: Größere Steinmassen im Nierenbecken, Steindurchmesser > 30 mm NW: Selten Nachblutung, Nierenverlust, Sepsis, Perforationen von Nachbarorganen; Letalität < 1 %
Urolithiasis Endourologische Therapie

Nierenbeckensteine
Harnleitersteine: -Misst der Stein < 5 mm 0 und bestehen keine lnfektzeichen, kann eine konservative Steinaustreibung versucht werden. Steine < 5 mm gehen in ca. 90% spontan ab (Spas molytika, viel trinken, Wärmeapplikation, Bewegung u.a.). Dabei Harn-und Tem peraturkontrollen (drohende HWI und ev. Urosepsis!). Bei Fieber u./o. Anurie sofortige stationäre Einweisung! -ESWL (extrakorporale Stoßwellenlithotripsie) lnd: Pyelon-, Kelchsteine von 5-ca. 30 mm 0; Harnleitersteine Ko.: Hautsuffusionen, subkapsuläres Nierenhämatom, Koliken und Stauungen durch Restfragmente -Endeurologische Steinbehandlung mittels Ureteroskopie: Es stehen Laser-, Ultraschall-, pneumatische oder elektrohydraulische Lithotripsie zur Verfügung. Mechanische Hilfsmittel wie Zängchen oder Körbchen ermöglichen die Steinentfernung.
Harnleitersteine Therapie
Kalziumhaltige Steine: Ausschluss eines Hyperparathyreoidismus Ist eine Hyperkalziurie Folge einer gesteigerten enteralen Resorption, spricht man von absorp tiver Hyperkalziurie; ist sie bedingt durch gesteigerte Mobilisation von Kalzium aus den Kno chen, spricht man von resorptiver Kalziurie. Medikamentös kann der Kalziumgehalt des Urins durch Thiazide gesenkt werden. Merke: Auch Patienten mit kalziumhaltigen Steinen sollten die von ernährungswissenschaftli cher Seite empfohlene Kalziumzufuhr anstreben (1.000 mg/d), insbes. osteoporosegefährdete Patienten. Unter kalziumarmer Diät steigt die Harnsteininzidenz sogar an (Nurses Health Stu dy, Curhan-Studie)!
Weiteres Vorgehen Kalziumsteine
Uratsteine: Litholyse und Rezidivprophylaxe: Nur bei Harnsäuresteinen: Neutralisierung des Harns (vegetarische Kost, K+/Na+-Hydrogencitrat = Uralyt U®) auf Urin-pH von 6,5-7 (Harn teststreifen); viel trinken, purinarme Diät, ev. Allopurinol (siehe Gicht).
Weiteres Vorgehen Uratsteine
Oxalatsteine: Meiden von oxalatreichen Speisen (Spinat, Rhabarber, Kakao, dunkle Schokola de, Nüsse, rote Beete u.a.) hilft nur teilweise, da Oxalsäure im Intermediärstoffwechsel anfällt. Empfohlen werden Calcium per os (1.000 mg/d) und MCT-Fette. Patienten mit Hyperoxalurie in Zentren zur Beratung vorstellen. -Bei Phosphatsteinen immer einen Hyperparathyreoidismus ausschließen!
Weiteres Vorgehen Oxalatsteine,Phosphatsteine