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HNO

STUDY
PLAY

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Weber/Rinne
Weber: SLS lateralisiert ins kranke Ohr, SES lateralisiert ins gesunde Ohr.
Rinne: positiv wenn Luftleitung>Knochenleitung (gesund oder SES). Negativ bei SLS.
Aufbau Cochlea
Ovales Fenster -> Scala vestibuli (Perilymphe), über Helicotrema mit Scala tympani verbunden -> Rundes Fenster.
Scala tympani steht über Basilarmembran (wird ausgelenkt, darauf steht Corti-Organ) mit Scala vestibuli (Endolymphe) in Kontakt.
Anamnese Ohr
-Schwerhörigkeit, Hörverlust (plötzlich, schleichend?)
-Schmerzen (Otalgie)
-Otorrhoe
-Geräusche/Tinnitus
-Schwindel
-einseitig/beidseitig
-Obstruktion im Bereich der Tubenöffnung
-Einnahme ototoxischer Medikamente (Aminoglykoside, Schleifendiuretika,...)
-Lärmexposition
-Familienanamnese bzgl. Schwerhörigkeit
Subjektive apparative Tests zur Hörprufung
-Tonschwellenaudiometrie (Hörschwelle für jede Frequenz und jedes Ohr)
-Sprachaudiometrie (mehrsilbige Zahlen, einsilbige Wörter)
Objektive apparative Tests zur Hörprüfung
-Impedanzmessung (Widerstand, den das TF und die Gehörknöchelchenkette dem eintreffenden Schall entgegensetzen
-Elektrische Reaktionsaudiometrie (Stimulation der Cochlea mit akustischen Reizen -> Ableitung von Potentialänderungen entlang der Hörbahn)
-Otoakustische Emissionen (Kontraktion der äusseren Haarzellen des Corti-Organs spontan oder auf Schallreize)
Vestibularisprüfungen
-Romberg (geschlossene Augen, vorgehaltene Arme -> Fallneigung?)
-Unterberger-Tretversuch (Drehung bei peripher-vestibulärem Defizit zur erkrankten Seite)
Hörverlust im Kindesalter
SES: häufig genetisch.
-Syndromal, z.B. Waardenburg-Syndrom
-Non-syndromal

SLS: häufig Seromukotympanon (3-6j)
Ätiologie Seromukotympanon
Verlegung der Tubenöffnungen im Nasopharynx:
-RhinoSinusitis
-Tonsillenhyperplasie
-Allergie
-Gaumenspalten, Down-Syndrom
führt zu Umbauprozessen der Schleimhaut, wobei ein aktiv sezernierendes Epithel entsteht (zunächst serös, später viskös bis leimartig)
Therapie Seromukotympanon
-konservativ Tubenfunktion wiederherstellen (abschwellen, Adenotomie,...)
-Parazentese zum Absaugen des Sekrets (vorne unterer Quadrant)
-Einlage eines Paukenröhrchens zur dauerhaften Drainage / Belüftung
Schalleitungsschwerhörigkeit DD
Äusserer Gehörgang:
-cerumen obliterans
Trommelfellverletzungen:
-indirekte Druckwellentraumen
Mittelohr:
-Paukenerguss (bei Erw. selten!)
-Otosklerose (pathologischer Knochenumbauprozess im Bereich der Labyrinthkapsel mit Fixation des Stapes im ovalen Fenster)
Schallempfindungsschwerhörigkeit DD
-Presbyakusis
-Hörsturz
-Akustische Traumen (Knall-, Explosions-, chronisches oder akutes Lärmtrauma)
-Perilymphfisteln (Ruptur der Membran des runden oder ovalen Fensters bei intrakranieller Drucksteigerung)
-Entzündliche Innenohrerkrankungen (viral, bakteriell)
-Toxische Schäden (Pharmaka)
Trommelfellverletzungen - Klinik und Befund
Klinik:
-Stechender Schmerz
-Sofort einsetzende Schwerhörigkeit
-Bei Innenohrbeteiligung Tinnitus und Schwindel
Befund:
-Defekt meist in unteren Quadranten, schlitzförmiger Riss von blutigem Rand umgeben
Otosklerose - Klinik
-progredienter Hörverlust
-meist Tinnitus
-keine Schmerzen
-bds, aber oft ein Ohr stärker betroffen
-Paracusis Willisii: in lauter Umgebung besseres Hören als bei Ruhe
Otosklerose - Therapie
Stapedektomie oder Stapedotomie mit Einsatz einer Drahtprotese zur Schallübertragung Amboss -> ovales Fenster
-BG-Läppchen als Abdichtung des ovalen Fensters
Presbyakusis - Symptome
-seitengleiche Hochtonschwerhörigkeit
-Unbehaglichkeitsschwelle herabgesetzt
-Diskriminierungsfähigkeit gestört
-häufig Tinnitus
Hörsturz - Ursachen und Therapie
Ursachen:
-Mikrozirkulationsstörungen
-Virusinfektionen
-Autoimmunprozesse
-Stoffwechselstörungen
-Stress
Therapie:
-Kortikosteroide
-Rheologische Infusionen (HAES)
-Vasodilatativa
Perilymphfistel - Symptome
-Hörverlust
-Schwindel
-Tinnitus
Ototoxische Pharmaka
-Nephrotoxische Medikamente (Aminoglykosidantibiotika, Schleifendiuretika, ASS)
-Chemotherapeutika
Akute Otitis externa Klinik
-Juckreiz
-Druck- und Zugschmerz im äusseren Ohr
-ev. Hörminderung
-Otorrhoe (dünnflüssig bis schmierig)
Akute Otitis externa - Erreger und Therapie
Erreger:
-Gramnegative Keime (Pseudomonas, Proteus)
-Pilze
Therapie:
-Analgetika
-unkompliziert: desinfizierende Lokaltherapie
-schwer: Abstriche + lokale oder systemische Antibiose oder Antimykotikatherapie
-Ekzem: Kortison
CAVE: sekundär induzierte Aspergillose (schleimiges Sekret, Begleitmyringitis mit Granulationen)
Erreger des Gehörgangfurunkels
=Otitis externa circumscripta, Infektion eines Haarfollikels im Bereich des äusseren Gehörgangs
Erreger: Staphylokokken
Otitis externa maligna
-betrifft v.a. Diabetiker und Immunsupprimierte Patienten
-infiltrative Osteomyelitis im Bereich des Schläfenbeins
-Erreger: Pseudomonas aeruginosa
-CT-Indikation
-Ausbreitung auf Mittelohr und Hirnnerven, Sepsis und Meningitis möglich
-Bei fehlendem Ansprechen auf hochdosierte systemische Antibiose Mastoidektomie!
Liste der Entzündungen des äusseren Gehörgangs
-akute Otitis externa
-Otitis externa circumscripta (=Furunkel)
-Otitis externa maligna (necroticans)
-Otitis externa / Myringitis bullosa
-Parotisfistel
Liste der Entzündungen der Ohrmuschel
-Erysipel
-Herpes zoster oticus
-Dermatitis
-Perichondritis
Symptomatik der Parotisfistel
-Pseudootorrhö: zuerst eitrig, immer wässriger
-Zunahme nach Mahlzeiten
-Öffnung der Fistelverbindung am Boden/Vorderwand des Gehörgangs
Perichondritis
=Ohrmuschelknorpelentzündung infolge bakt. Infektion (Staphylokokken, Pseudomonas) nach Hautverletzung, Radiotherapie,..
-Aussparung des Ohrläppchens
-Häufig Allgemeinsymptome (Fieber, Lymphknotenschwellung)
Erreger der akuten Otitis media
-meist viral bedingt
-Bakterien aufsteigend über Tuba eustachii:
-Pneumokokken
-H. influenza
-Strep. pyogenes
-Staph. aureus
-Moraxella catarrhalis
Klinik der Otitis media
-pulsierender Ohrenschmerz
-Hörminderung
-ev. Fieber, Tachykardie
-Gleichgewichtsstörungen
Kinder: häufig Otorrhoe
Therapie Akute Otitis media
-Bettruhe
-Analgetika
-Abschwellende Nasentropfen
Empirische Antibiose:
-Amoxicillin
-Cephalosporin
-Makrolid
Definition Rezidivierende Otitis media, was dann?
> 6x/Jahr
-> Parazentese
-> Adenotomie
-> Langzeit-Penicillin-Behandlung
Myringoplastik
=Trommelfellrekonstruktion
-Temporalisfaszie
-Perichondrium des Ohrknorpels
-Conchaknorpel
Typen von Ossikuloplastiken
PORP: partial ossicular replacement prosthesis
-Verbindung zwischen Trommelfell und Stapesköpfchen bei intaktem und beweglichem Stapes
TORP: total ossicular replacement prosthesis
-Auch Ersatz des Stapes
Chronische mesotympanale Otitis media
-Nach Rezidivierenden Akuten Otitiden
-Umbauprozesse der mesotympanalen Schleimhaut -> sezernierendes, respiratorisches Epithel
-Schalleitungsschwerhörigkeit
-Sekretion von geruchlosen, fadenziehenden, schleimig-eitrigen Flüssigkeit
Cholesteatom
-Bildung von Retraktionstaschen im Trommelfell durch lang anhaltende Tubenfnktionsstörung
-Prädilektionsstelle: hinterer oberer Quadrant (randständig!)
-Epithelmassen mit Schicht von verhornendem Plattenepithel mit Schicht von Granulationsgewebe umgeben
-Abbau des ortsständigen Knochens durch entzündliche Prozesse
-Schalleitungsschwerhörigkeit
-schmierig-eitriger Belag auf Trommelfell und Gehörgang, riecht fötid!
Extrakranielle Komplikationen der Otitis media
-Mastoiditis
-Fazialisparese
-Labyrinthitis
Intrakranielle Komplikationen der Otitis media
-Otogene Meningitis
-Intrakranielle Abszesse (Temporallappen-, Kleinhirnabszess)
-Sinusvenenthrombose
Funktionen des N. facialis
Motorisch:
-Mimische Gesichtsmuskulatur
-M. stapedius (N. stapedius)
-M. stylohyoideus
-hinterer Bauch des M. digastricus
-Platysma
Sekretorisch:
-Tränen- und Nasenschleimhautdrüsen (N. petrosus major)
-Gll. submandibularis und sublingualis (Chorda tympani)
Sensorisch:
-Vorderes 2/3 der Zunge (N. lingualis via Chorda tympani)
Sensibel:
-Hintere Gehörgangswand (N. auricularis posterior)
Wichtige Symptome bei Fazialisparese
-Mimische Muskulatur
-Hyperakusis
-Trockene Augen oder Tränen beim Essen
-Trockener Mund / Geschmacksstörungen
-Ohrenschmerzen
DD zentrale / periphere Fazialisparese
Zentral (supranukleär): Stirne nicht mitbetroffen
Peripher: Stirne ipsilateral mitbetroffen
Bell-Parese
=idiopathische Fazialisparese
-meist akut, einseitig, komplett, peripher
-Bei inkompletter Parese meist Erholung nach Wochen
-Bei kompletter Parese Besserung innert Monaten, meist Restsymptome
-Therapie: Kortikosteroide, Schutz des Auges vor Austrocknen
Ursachen für Fazialisparese
-idiopathisch (Bell-Parese)
-traumatisch (Riss oder durch Kompression)
-infektiös (otogene Infektion, Herpes zoster, Borreliose CAVE Zeckenbisse fragen!)
-Tumor (Fazialis-/ Akustikusneurinom, Kompression)
Diagnostik bei Tinnitus
-MRI (Akustikusneurinom)
-Doppler-Sono der Karotiden
-Hörverlust
-psychische Situation
Symbole im Audiogramm
Linkes Ohr (blau):
Luftleitung="X", Knochenleitung="<"
Rechtes Ohr (rot):
Luftleitung="O", Knochenleitung=">"
dB-Skala und Leistung / Lautheit
10dB Zunahme
=Faktor 10 in Leistung/Energie
=Faktor 2 in subj. Lautheit
0dB: Hörschwelle normalhörender Jugendlicher
Wie stellen sich Schallleitungs- bzw. Schallempfindungsstörungen im Audiogramm dar?
SLS: Normale Knochenleitungsschwelle, Schlechte Luftleitungsschwelle
SES: Knochen- und Luftleitungsschwelle gleich schlecht (oft Hochtonbereich)
Hörverlustgrade
Normal: 0-20dB
Geringgradig: 20-40dB
Mittelgradig: 40-55dB
Hochgradig: 55-70dB
Höchstgradig: 70-90dB
TAUB: >90dB
Audiometrie bei Kindern
-Beobachtung
-Verhaltensaudiometrie ab 6Mte
-Spielaudiometrie ab 2.5J
-Objektive Methoden (OtoAkustische Emissionen OAE (=Screening), Elektrische ReaktionsAudiometrie ERA (=Hörschwelle bestimmen))
Sprachhörverlust vs Diskriminationsverlust
Sprachhörverlust: Differenz zwischen dem gemessenen Pegel, bei dem 50% der Zahlen verstanden werden und dem Normwert für Normalhörende
Diskriminationsverlust: Differenz zwischen maximalen Einsilberverstehen (bestmögliches Resultat des Patienten, egal wie laut) und 100%
Innere / Äussere Haarzellen
Innere Haarzellen: 1 Reihe, macht Schallwahrnehmung
Äussere Haarzellen: 3 Reihen, Verstärkung von leisen Tönen (0-50dB), Trennschärfe nahe beieinanderliegender Frequenzen
Ursachen für Schwindel
-Kinetose
-Physiologischer Höhenschwindel
-Akute Otitis media
-Chronische Otitis media
-Cholesteatom mit Perilymphfistel
-Labyrinthfistel
-Neuronitis vestibularis
-Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel
-Morbus Menière
-Traumatische Störungen
-Vaskulär / kardiogen
-Mangelperfusion A. vertebralis / A. basilaris
-Steal- / Wallenberg-Syndrom
-Phobischer Schwankschwindel
-Halswirbelsäule
-Kleinhirninfarkt
-Vestibuläre Migräne
-Multiple Sklerose
Trias Morbus Menière
-Anfallsartige Schwindelattacken mit Nausea und Erbrechen
-Einseitiger Hörverlust
-Einseitiger Tinnitus
Systematischer vs unsystematischer Schwindel
Systematischer Schwindel: Richtungs- oder Bewegungselement vom Pat. benennbar, Dreh- oder Liftschwindel, Störung peripherer Systeme

Unsystematischer Schwindel: Schwankschwindel, Unsicherheitsgefühl, Störung der zentralen Verarbeitung der eintreffenden Reize
Schwindel Anamnese
-Dauer
-Auslöser
-Lageveränderungen
-Ohrsymptome (Hörverlust, Tinnitus, Sekretion, Schmerz)
-Neurologische Störungen
-Internistische Störungen
-Medikamente
-Kardiovaskuläre Vorerkrankungen
Ohrmuscheldysplasien
I.Grad:
-Normabweichungen, alle Strukturen der Ohrmuschel vorhanden
-Aurikularanhängsel, Darwin-Höcker, Makrotie, abstehende Ohrmuscheln (>30Grad)

II.Grad:
-Funktionsfähigkeit des Innenohrs meist nicht vermindert
-Leichte Mikrotie, häufig anatomische Einschränkungen der Schalleitung -> Knochenleitungshörgerät

III.Grad:
-Innenohrfunktion meist erhalten, aber gehäuft mit Gehörgants- und Mittelohrfehlbildungen kombiniert
-Anotie, Schwere Mikrotie
-Treacher-Collins-Franceschetti-Syndrom (Dyostosis mandibulofacialis; Mikrotie, Gehörgangsatresie, Hypoplasie von Jochbein und Mandibula, Lidkolobome)
-> plastische Rekonstruktion, Knochenleitungshörgeräte
Gehörgangsstenosen und -atresie
-oft im Zusammenhang mit Fehlbildungen der Ohrmuschel
-knöcherne (Rezidivneigung) vs häutige Stenose
-> Eröffnung, Implantation neuer Gehörgangshaut
Ohrfisteln und -Zysten
-im Gehörgang wie auch in der Ohrmuschel
-oft Eintrittspforte für Infektionen
-Ausbreitung bis in seitliche Halsregion möglich
Zerumen
=talgiges Sekret der Ohrendrüsen im lateralen Drittel des Gangs + Haare + Hautschuppen
Othämatom / Otserom
-Stumpfe Gewalteinwirkung
-Abscherung des Perichondriums vom Ohrknorpel
-Schmerz nimmt mit zunehmender Schwellung ab
-CAVE: sterile Punktion / Exzision zur Vermeidung von Blumenkohlohr
-Antibiotikaprophylaxe (CAVE Perichondritis)
-Benachbarte Strukturen auf Verletzungen untersuchen
Erfrierung Gradeinteilung
Grad I: Rötung
Grad II: Blasenbildung
Grad III: Nekrose
Verletzung des äusseren Gehörgans
-blutig, schmerzhaft
-gute und rasche Heilungstendenz
-Beteiligung des Trommelfells / Mittelohrs ausschliessen!
Barotrauma des Ohrs
-Rasche Änderung des Umgebungsdrucks bei Tubenverlegung im Mittelohr
-Schleimhautschwellung in der Paukenhöhle durch Unterdruck verschlechtert Tubenfunktion weiter
-CAVE: Starke Schmerzen, Schallleitungsschwerhörigkeit, vestibuläre Symptome: Trommelfellriss (Tauchunfall!), Hämatotympanum
Verletzungen des Mittel- und Innenohrs
-Druckwellentrauma
-Barotrauma
-Kopfverletzungen (Fraktur, Commotio)
-Iatrogen (Operationskomplikation)
Fremdkörperentfernung aus äusserem Gehörgang
-Gegenstand meist am Isthmus (engste Stelle)
-Ohrenschmerzen, Ohrenlaufen, Behinderung des Hörvermögens, Geräuschphänomene
-Keine Zangen! (stumpfe Ohrhäkchen verwenden)
-Insekten vor Entfernung mit Lidocainlösung abtöten
-Beschädigung des Trommelfells, bzw. des Mittel- und Innenohrs ausschliessen!
Tumoren der Ohrmuschel
Gutartig:
-Keratoakanthom
-Verruca seborrhoica
-Atherom

Maligne:
-Plattenepithelkarzinom (exophytisch und endophytisch destruierend mit Randwallbildung, frühe Metastation in Lymphknoten)
-Basaliom (nodulär-ulzerös, infiltrativ aber nicht metastasierend)
-Malignes Melanom (rasche Metastasierung)
Tumoren des Gehörgangs
Benigne:
-Gehörgangsexostosen
-zeruminöses Adenom

Maligne:
-v.a. Infiltration von Ohrmuschelkarzinomen
-Adenoidzystisches Karzinom

Klinik: Blutige Otorrhoe, Ohrenschmerzen, Hörverlust, ev. Facialisschädigung
Tumoren des Mittelohrs
-meist Plattenepithelkarzinome oder Glomustumoren, die infiltrativ von irgendwo einwachsen; Herkunft oft nicht bestimmbar

-Klinik: Jahrelange asymptomatische Otorrhoe, irgendwann mit Blutbeimengung, Zunehmende Ohrenschmerzen, Ausfallserscheinungen des N. facialis oder anderer Hirnnerven

-meist keine kurative Therapie mehr möglich
Glomustumoren
=Paragangliome
-Glomus tympanicum
-Glomus jugulare
-Glomus caroticum

-sehr invasives Wachstum
-können auch intrakraniell expandieren, ganze Schädelbasis, Hirnnervenausfälle, Blutungen
-Schallleitungshörverluste, pulsatiler Tinnitus, Schwindel, blutige Otorrhoe
-otoskopisch rötliche Geschwulst hinter intaktem Trommelfell
-CT / MRI zeigt Ausdehnung, Angiographie Blutversorgung des Tumors (Embolisation!)
Akustikusneurinom
=Neubildung aus Schwannschen Zellen des Nervus vestibulocochlearis in hinterer Schädelgrube

-Mediale Form: Lokalisation innerhalb der Schädelgrube
-Laterale Form: Lokalisation im inneren Gehörgang; Frühere Symptomatik

Klinik: Zunehmende einseitige Schwerhörigkeit, Ohrensausen, Schwindel, Fazialisparese, Gefühlsstörungen im Gehörgang, Schmerzen im Gesicht

CAVE: Gehäuft bei Pat. mit Neurofibromatose 2; andere intrazerebrale Tumoren suchen!
Blutversorgung Nase
-Äussere Nase: A. facialis, A. ophthalmica, V.facialis, V. ophthalmica haben Verbindung zu Sinus cavernosus
-Nasenhöhle: A. carotis interna, A. carotis externa, A. ethmoidalis anterior und posterior, A. maxillaris (A. sphenopalatina)
-Locus Kiesselbachi: Gefässplexus im vorderen Septum, wo A. carotis interna / externa anastomosieren
Nervenversorgung Nase
-N. maxillaris (N. trigeminus)
-Drüsen der Schleimhaut: Ganglion pterygopalatinum (PS fördert, S hemmt Drüsenaktivität)
Nasengänge und einmündende Strukturen
-Unterer Nasengang: Ductus nasolacrimalis
-Mittlerer Nasengang: Sinus maxillaris, Sinus frontalis, vordere Sinus ethmoidalis
-Oberer Nasengang: Sinus sphenoidalis, hintere Sinus ethmoidalis, Lamina cribrosa
Begrenzung Sinus frontalis
-Entwickeln sich erst nach der Geburt!
-Boden: Orbitadach (N. ophthalmicus zieht durch)
-Hinten: Knochenlamelle -> vordere Schädelgrube (CAVE Meningitis)
Begrenzung Kieferhöhlen
-Medial: Laterale Wand der Nasenhöhle
-Dach: Orbitaboden
-Unten: Mundhöhle Höhe 2. Prämolaren
Begrenzung Sinus ethmoidales
-Lateral: Orbita
-Medial: Nasenhöhle
-Oben/Unten: Sinus frontalis, maxillaris
Begrenzung Sinus sphenoidalis
-Oben: Hpophyse
-Hinten: Hintere Schädelgrube
-Unten: Rachendach
-Seitlich: A. carotis interna, Canalis opticus, Sinus cavernosus
Leitsymptome Nase
-Behinderte Nasenatmung
-Erhöhte Nasensekretion / Epistaxis
-Geruchsstörungen
-Gesichtsschmerzen
Ursachen für behinderte Nasenatmung
-Anatomische Verlegungen (Septumdeviation, pathologische Hypertrophie der Nasenmuscheln, neoplastische Prozesse, Choanalatresie)
-Traumen
-Schleimhautschwellung (allergische Reaktion, virale Infektion)
-Vasomotorische Rhinitis (Überaktivität des parasympathischen Systems führt zu Schleimhautschwellung und wässriger Sekretion)
Ursachen für erhöhte Nasensekretion
Wässrig:
-Allergische Rhinitis
-Vasomotorische Rhinitis
-Liquor

Schleimig-eitrig:
-Virale Infektion

Blut:
-Spontane Gefässverletzungen
-Neoplastische Prozesse
-Gerinnungsstörungen
Geruchsstörungen
-Anosmie: Fehlen von Geruchsempfindung (meist Schädelbasisfrakturen oder Schädeltraumen)
-Hyposmie
-Hyperosmie (selten)
-Pseudosmie: Verkennung von Gerüchen, häufig unangenehm (Kakosmie, häufig Tumorpatienten)
-Parosmie: Falsche Zuordnung von Gerüchen (Schwangerschaft)
-Agnosmie: Keine Zuordnung von wahrgenommenen Gerüchen möglich
Zustandekommen von Gesichtsschmerzen bei Nasenproblemen
-Reizung des N. trigeminus bei NNH-Entzündungen bei Druck auf Austrittspunkte, NNH-Bereiche, Lageänderungen
Klinische Untersuchung der Nase
-Inspektion (Septumdeviation, Bewegung der Nasenflügel beim Atmen, Haut und Knorpel, Form der Nase, Ohr- und Mundhöhlen-/Racheninspektion bei behinderter Nasenatmung)
-Anteriore Rhinoskopie (Beurteilung des Vestibulums und der vorderen Abschnitte der Nasenhaupthöhle, Untere Nasenmuschel)
-Endoskopie (Nasopharynx, Tubenostien, Choanen, Ostiomeataler Komplex mit Einmündungen
Bildgebende Verfahren Nase
-Röntgen-Übersichsaufnahme (NNH-Entzündung)
-CT (Chronische Schleimhautschwellungen, neoplastische Prozesse)
-MRT
Entzündungen der Nasen- und Gesichtshaut
-Follikulitis / Furunkel / Karbunkel (Staphylokokken) -> Flucloxacillin
-Erysipel (Streptokokken Gruppe A) -> Penicillin
-Vestibulitis (nach allergischer Rhinitis, Diabetes mellitus, Fremdkörper,...)
-CAVE: Gefahr einer Keimverschleppung über V. angularis und V. ophthalmica zum Sinus cavernosus -> Cavernosusthrombosen, Meningitis
Entzündungen der inneren Nase (Rhinitiden)
-Akute Rhinitis (Corona-, Rhino-, Adeno-, Influenza-, Parainfluenzaviren, bei Kindern RSV)
-Atrophische Rhinitis
-Rhinitis bei Tuberkulose (primär Schleimhauttuberkulose, postprimär Lupus vulgaris, destruierende Granulome)
-Rhinitis bei Sarkoidose (Lupus pernio, Knötchen)
-Nasale Lues (Infiltration knöcherner Strukturen)
Allergische Rhinitis - Pathophysiologie
-Typ-I-Sofortreaktion
-Allergen bindet an IgE-besetzte Mastzellen, führt zu Degranulation (Frühphase, 0-30min)
-Ausschüttung von Entzündungsmediatoren (Histamin, Leukotriene,...)
-Zeitlich verzögerter Einstrom weiterer Entzündungszellen (v.a. eosinophile Granulozyten, Spätphase, 2-12h)
Systemkomplex allergische Rhinitis
-Behinderte Nasenatmung durch Schleimhautschwellung
-Juckreiz mit Auslösung von Niesattacken
-Starke wässrige Sekretion aus Nase, meist mit Augentränen (begleitende Konjuktivitis)
Diagnostik allergische Rhinitis
-Anamnese (saisonal, perennial, Allergenkontakt, Tageszeitliche Veränderung)
-Inspektion (untere Nasenmuschel ödematös geschwollen, mit wässrigem Sekret bedeckt)
-Pricktest (beweist Genese nicht!)
-Serum-IgE
-nasaler Provokationstest
Therapie allergische Rhinitis
-Allergenkarenz
-Mastzellstabilisatoren (Cromoglicinsäure, Nedocromil)
-Antihistaminika (H1-Antagonisten)
-Topische Steroide (Betamethason), v.a. bei chronischer Rhinitis
-Hyposensibilisierung
-Chirurgische Abtragung hyperplastischer Schleimhaut
Vasomotorische Rhinitis
=Ungleichgewicht des vegetativen Nervensystems, Überwiegen des PS -> Tonusverluste in den Gefässen der Nasenschleimhaut -> Schwellung, Rötung, wässrige Sekretion, leichter Juckreiz
Th: Auslöser wie Staub- Rauchinhalation, Alkohol meiden!
Allergene, die Rhinitis auslösen
Saisonal:
-Gräser
-Getreide
-Bäume

Ganzjährig:
-Hausstaubmilben
-Mehl-/Vorratsmilben
-Federn
-Tierhaare
-Pilzsporen
-Weizen, Eier, Milch, Nüsse
Formen der Sinusitis
-Akute Sinusitis (Rinosinusitis, Polysinusitis, Pansinusitis)
-Chronische Sinusitis (>3Mte oder >5/Jahr, polypöse vs eitrige Form)
-Dentogen bedingte Sinusitis
-Barosinusitis (Taucher, Flugreisen)
Erreger Akute Sinusitis
-Im Rahmen von viralen Rhinitiden
-Bakteriell: Pneumokokken, H. influenzae (seltener andere Streptokokken, Staphylokokken, Moraxella)
Röntgendarstellung der Nasennebenhöhlen
-okzipitofrontaler Strahlengang: Sinus frontalis, Sinus ethmoidales
-okzipitomentaler Strahlengang: Sinus maxillaris, Sinus sphenoidalis
Komplikationen Sinusitis
Lokale Komplikationen:
-Mukozele
-Pyozele

Orbitale Komplikationen:
-Orbitaödem
-Periostitis
-Subperiostaler Abszess (Bulbusmotilität eingeschränkt)
-Orbitaphlegmone (CAVE!)

Entzündung des Knochen- und Weichteilgewebes:
-Osteomyelitis

Endokranielle Komplikationen
-Abszessbildung
-Meningitis
-Kavernosusthrombose
Ursachen Nasenpolypen
-Chronische Rhinosinusitis
-Allergische Rhinitis
-Sinusitis i.R. von Analgetikaunverträglichkeit (ASS)
-Bei Kindern: Mukoviszidose
-Primäre Ziliendyskinesie (-> Sinusitiden, Otitiden, Bronchiektasen)
Klinik Nasenpolypen
-Zunehmende Behinderung der Nasenatmung
-Einschränkung des Riechvermögens
-Polypen sind schmerzlos
-Bei Ostienverschluss Kopfschmerzen und wässrige Rhinorrhoe, evtl. Post-nasal drip (-> Räusperzwang, Laryngitis, Heiserkeit, Bronchitis)
-Otitiden bei Verlegung der Tuben
Diagnostik Nasenpolypen
-Rhinoskopie / Endorhinoskopie: bds. graue glasige Schleimhautschwellungen (CAVE bei Einseitigen, rötlichen, hämorrhagischen Polypen!)
-CT zur Erkennung des Ausmasses in NNH, Begleitsinusitis
Besondere Polypenformen der HNO
-Antochoanalpolyp: Geht von Kieferhöhle aus, meist nur einseitig, zystischer Anteil innerhalb Sinus maxillaris, setzt sich über langen Stiel über zusätzliches Ostium in soliden Polypen im Bereich der Choanen fort

-Neoplastische Polypen: Einseitig, leuchtend rot, Blutung bei Palpation, klinisch zunehmende Nasenobstruktion, Epistaxis, unangenehm riechende Sekretion
Therapie Nasenpolypen
Konservativ: bei kleinen Polypen, häufig Rezidive
-topische / systemische Steroide
-systemische Antihistaminika

Operativ:
-Polypektomie
-Sanierung der Nebenhöhlen
Fremdkörper der Nase
-Meist in der Nasenhaupthöhle
-Einseitig behinderte Nasenatmung
-Einseitige eitrige Rhinorrhoe
-Evtl. Epistaxis
-Hautrötung und Krustenbildung der betroffenen Nasenöffnung und Oberlippe

Therapie:
-Abschwellen der Schleimhaut
-Rhinoskopie und Entfernung
-Elternkuss (herausblasen durch Mutter / Ambubeutel
-Anderes Nasenloch auch untersuchen!!!

DD bei Erwachsenen:
-Neoplasie
-Kieferhöhlenemphysem
-Rhinolith (über Jahre verbliebenes Objekt, meist Verbandsmaterial nach Epistaxis, rundherum Ablagerung von Kalksalzen)
Klinik Nasenseptumdeviation
-Behinderte Nasenatmung
-Eingeschränkte Riechfunktion
-Rezidivierende Rhinosinusitis
-Rezidivierende Epistaxis
Komplikationen Nasenseptumhämatom
-Septumabszess (bakterielle Infektion des Hämatoms, CAVE Meningitis!)
-Nekrotische Knorpeldestruktionen -> Formveränderungen
Ursachen für Nasenseptumperforationen
Trauma:
-Septumchirurgie
-Epistaxisbehandlung
-Frakturen
-Nasenbohren

Maligne Neubildungen:
-Basalzellkarzinom
-Malignes Granulom

Infektion:
-Syphilis (knöcherner Abschnitt!)
-Tuberkulose
-M. wegener

Andere:
-Kokain
-Schnupftabak
-Reizgase
Klinik Choanalatresie
Bei beidseitiger Atresie:
-Hypoxie mit Dyspnoe und Zyanose
-Paradoxe Zyanose (verbessert sich bei Erregung; Vgl. kardiale Zyanose)
Ursachen Epistaxis
Lokal:
-Idiopathisch
-Infektionen der Nasenschleimhaut
-Traumatisch, Manipulation
-Fremdkörper
-Neoplasien

Systemisch:
-Gefäss-Kreislauf-Erkrankungen (Hypertonie, Arteriosklerose)
-Hämorrhagische Diathesen, medikamentöse Antikoagulation
-Infektionskrankheiten (Masern, Influenza etc.)
-Vasopathien (z.B. M. osler)
Diagnostik Epistaxis
-Kreislaufparameter
-Gerinnungsstatus
-Nasenendoskopie unter Schleimhautanästhesie -> Blutungsquelle?
-Versorgungsgebiet: Unterhalb der mittleren Nasenmuschel = A. carotis externa (A. sphenopalatina / A. maxillaris), oberhalb der mittleren NM = A. carotis interna (Aa. ethmoidales)!
-CT bei V.a. Neoplasie
Therapie der Epistaxis
Akutmassnahmen:
-Komprimieren
-Eiskrawatte
-aufrecht sitzen

Lokale Blutungsstillung:
-Ätzung mit Silbernitrat
-Elektrokoagulation (Nur einseitig!!!)
-Tamponade (salbengetränkte Gazestreifen, Schaumstofftamponaden, Ballonkatheter)
-Gefässembolisation (Aa. ethmoidales, A. sphenopalatina / A. maxillaris)

Rezidivprophylaxe:
-operatives Entfernen von Septumsporn o.Ä.
-Septumplastik
-Grunderkrankung behandeln
Laterale Mittelgesichtsfrakturen - Symptome
-Gesichtsasymmetrie durch Impression der Fragmente
-Kiefersperre bei Jochbogenbeteiligung
-Monokelhämatom
-Einblutung in Kieferhöhle
-Hypo-/Parästhesien im Bereich der Wangen bei Schädigung des N. infraorbitalis
-Doppelbilder bei Bulbusabsenkung, Bulbusmotilitätsstörungen
-Stufenbildung bei Palpation
Tripodfraktur
=Jochbeinfraktur mit Einbeziehung der Kieferhöhle und Orbitawand
Bruchlinie: Zieht durch laterale Orbitawand, Orbitaboden, laterale Wand des Sinus maxillaris, Jochbogen
Mittelgesichtsfrakutren-Klassifizierung nach Le Fort
Le Fort I: Isolierte Absprengung des Alveolarfortsatzes (unter Nase)
Le Fort II: Absprengung der Maxilla im Bereich des mittleren Orbitabodens, Beteiligung von Siebbein, Frontobasis, Nasenbein möglich
Le Fort III: Abriss des gesamten Gesichtsschädels vom Gehirnschädel
Klinik Mittelgesichtsfrakturen
-Maxillaverschiebung: Fehlbiss, eingesunkener Oberkiefer, mögliche Blockade der Atemwege, Einblutungen in Nase und Mund
-Beteiligung von Orbita und / oder Siebbein: Visusverlust, Doppelbilder, Sensibilitätsverlust, Anosmie, Rhinoliquorrhoe
Klinik frontobasale Frakturen
=Frakturen mit Beteiligung der voderen Schädelbasis
-Brillen- / Monokelhämatom
-Doppelbilder, Visusverluste
-Anosmie
-Rhinoliquorrhoe, Pneumatozephalus bei Durabeteiligung
Benigne Tumoren der Nase
-Rhinophym
-Osteom
-Papillom (CAVE: Invertiertes Papillom, Transitionalzellpapillom -> Übergang zu Plattenepithelkarzinom möglich
Rhinophym
-Hyperplasie der Talgdrüsen und bindegewebiger Anteile der äusseren Nase
-Prädisposition: Männlich, Alkohol, Fettstoffwechselstörung, physikalische Schäden
-Oft mit Rosazea (blau-rötlich)
-Ausgeprägte Teleangiektasien
-Abtragung mit Messer oder Laser -> spontane Nachbildung des Epithels
Osteom
=gutartige Knochenwucherungen innerhalb der NNH, meist Sinus frontalis, Sinus ethmoidales
-Meist Zufallsbefund bei Rx
-Je nach Grösse Druckschmerz oder Drainagehindernis -> chirurgische Abtragung
Papillom
=prinzipiell gutartige, epitheliale Neubildungen
-exophytisch wachsende Tumoren der Nasenscheidewand
-CAVE: invertiertes Papillom / Transitionalzellpapillom: Neubildungen der lateralen Nasenwand, die unter intakter Schleimhaut wachsen (DD Poliposis), lokal destruierend, infiltrierend, Übergang zu malignem Wachstum (Plattenepithelkarzinom) möglich
-Grosszügige chirurgische Entfernung, Rezidivkontrollen
Maligne Tumoren der äusseren Nase
-Basalzellkarzinom (Basaliom): am häufigsten, lokal infiltrierend, nicht metastasierend
-Plattenepithelkarzinom (Spinaliom): seltener, metastasierend -> Lymphknotenbiopsie, ev. Neck dissection, Nachbestrahlung
Maligne Tumoren der inneren Nase und der NNH
-Plattenepithelkarzinom (57%)
-Adenokarzinom (v.a. Männer, Hartholzstaub Berufsschadstoffe)
-Anaplastisches Karzinom (sehr rasches Wachstum, schlechte Prognose)
-Ästhesioneuroblastom (neuroendokriner Tumor aus Sinneszellen des Riechepithels, häufig schon bei jungen Pat.)
Symptome bei Tumoren der Nase / NNH der "unteren Etage"
=Unterhalb des Kieferhöhlenbodens: Alveolarfortsatz, Gaumen

-Ulzerationen des Gaumens, der Zähne
Symptome bei Tumoren der Nase / NNH der "Mittleren Etage"
=Kieferhöhle, Nase

-Einseitige Behinderung der Nasenatmung
-Einseitige blutige, z.T. fötide Sekretion
-Bulbusirritationen
-Schwellungen der Nasenwände
-Veränderungen der Wange
Symptome bei Tumoren der Nase / NNH der "Oberen Etage"
=Oberhalb des Orbitabodens: Sinus ethmoidales, Sinus frontalis, Sinus sphenoidalis, Dach des sinus maxillaris

-v.a. Symptome der Orbitaregion (Doppelbilder, Protrusio)
Schleimhauttyp der Mundhöhle und des Rachens
-Nicht verhornendes Plattenepithel
-Ausnahme: Nasopharynx (respiratorisches Flimmerepithel)
Gefässversorgung der Mundhöhle und des Rachens
Alles Äste der A. carotis externa!
-Lippen: A. facialis
-Zunge: A. lingualis
-A. palatina
-A. pharyngea
-A. maxillaris
-Tonsillen: A. pharyngea ascendens
Nervenversorgung der Mundhöhle und des Rachens
-Zunge: motorisch N. hypoglossus, sensibel vorne N. lingualis (aus V3), hinten N. vagus und N. glossopharyngeus, sensorisch vorne 2/3 Chorda tympani (aus VII), sensorisch hinteres 1/3 N. glossopharyngeus
-Gaumensegel: Hebung durch N. vagus, N. glossopharyngeus, Spannung durch N. trigeminus
-Pharynx: motorisch Plexus pharyngeus (N. vagus (Hyopharynx) + glossopharyngeus (Oropharynx))
-Nasopharynx: N. trigeminus
Leitsymptome bei Pathologien von Mundhöhle und Rachen
-Schmerz
-Zungenbrennen
-Schwellungen
-Geschmackstörungen (Ageusie, Hypogeusie, Hyposmie, Hypergeusie, Parageusie)
-Globusgefühl
-Foetor ex ore
-Schleimhautveränderungen, Zungenbeläge
Testung der Hirnnerven, die in Mundhöhle und Rachen beteiligt sind
-VII: Lippenbeweglichkeit
-IX: Uvula mittelständig (Bei Schädigung herabsinken auf kranke Seite!)
-X: Würgereflex
-XII: Zungenbeweglichkeit
Klinische Untersuchung Mundhöhle
-Ausführungsgänge der Speicheldrüsen
-Schleimhaut
-Zahnstatus
-Tonsillen, Gaumenbögen
-Hirnnervenprüfung
-Lymphknotenstationen (angulär, submental, zervikal)
Fehlbildungen der Mundhöhle
-Verkürztes Zungenbändchen (Korrektur meist nicht nötig)
-Persistierendes Oberlippenbändchen
-Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (Lippen- und Kieferschluss sofort, Gaumenschluss später
Entzündliche Erkrankungen der Mundschleimhaut
-Ginngivostomatitis (geht von Zahnfleisch aus)
-Soorstomatitis (Candida albicans; DD HIV, Antibiotika, Strahlentherapie, Cortison)
-Gingivostomatitis herpetica (häufig Kinder, Bläschenbildung der Mund- und Rachenschleimhaut und Entwicklung zu Aphten; DD habituelle Aphthenbildung, M. Behcet)
-Syphilis (in allen Stadien)
-Tuberkulose (flache Ulzera mit girlandenförmiger, granulierender Umrandung)
Syphlis-Manifestation der Mundschleimhaut
-Primärstadium: derbes, in einen Ulcus übergehendes Knötchen
-Sekundärstadium: konfluierende, in Papeln übergehende Infiltrationen (Plaques muqueuses), sowie weissliche Schleimhauttrübungen (Plaques opalines)
-Tertiärstadium: Gummen am harten und weichen Gaumen
Nicht entzündliche Mundschleimhaut-Veränderungen
-Leukoplakien
-Lichen ruber planus (häufiger schmerzhaft)
-Ulzeration, Nekrosen bei Agranulozytose, Akuter lymphatischer Leukämie, M. Reiter, M. Behcet
Veränderungen der Zunge
-Oedem: Allergie
-Abszess: häufig von Zungenmandel aus
-Rote Zunge: perniziöse Anämie (Hunter-Glossitis), Leberzirrhose, Scharlach, Kawasaki-Syndrom
-Graue Zunge: Lichen ruber planus, Sklerodermie, Vit.A-Mangel
-Belegte Zunge: GIT-Infektionen, Diphtherie, Fieber, Parodontitis
-Haarzunge: weiss bei AIDS, schwarz bei Antibiotika, Stoffwechselerkrankungen
-Zungenbrennen: Vit.B12-Mangel, Eisenmangel, Lichen ruber, Depression
-Lingua geographica, Lingua plicata: physiologisch
Mundbodenabszess
-Häufig aus Entzündungen der unteren Molaren, der Speicheldrüsen oder bei Mundboden-Schleimhautläsion
-Gerötete derbe Schwellung der Sublingual- und Submandibularregion
-Schluckbeschwerden, Fieber

-Therapie: Breitspektrumantibiose, Chirurgische Drainage
DDs für alles
-Kongenital
-Infektiös/idiopathisch
-Traumatisch/toxisch
-Tumorös
-Endokrinologisch
-Neurologisch
-Systemerkrankung
Symptome Fremdkörperaspiration
-Hustenanfall
-Zyanose
-Dyspnoe
-Stridor
-Schmerzen
Diagnostik Fremdkörperaspiration
-Inspektion, Auskultation
-Röntgen Thorax
-Röntgen Halsweichteile seitlich
-Bei Verdacht Endoskopie
Prädilektionsstelle Fremdkörperaspiration
Rechter unterer Hauptbronchus
Pharynx Fremdkörper
-Alles, was sich schlucken lässt (Fleischbolus, Fischgrät, Knochen, Gebiss,...)
-Symptome: Schluckbeschwerden, Odynophagie, Fremdkörpergefühl, Speichelfluss, Hustenreiz, Rückenschmerzen

Komplikationen:
-Atemwegsverlegung
-Oesophagusverlegung
-Wandnekrose -> Gefahr der Perforation, Mediastinitis

-Lokalisation: Vallecula, Tonsillenlogen,...

-Therapie: Wenn möglich Entfernung mit Maguille-Zange, sonst starre Endoskopie
Oesophagus Fremdkörper
-Symptome: Schluckstörung, Speichelfluss, Hustenreiz, Rückenschmerzen
-CAVE: Gefahr der Perforation bei eingespiessten FK
-Diagnostik / Therapie: Gastrographinbreischluck, starre oder flexible Endoskopie (alles grösser als -.50 entfernen)
HNO-Notfall - Ingestion
-Meist Pharynx / Supraglottis betroffen
-Glottis verhindert oft Eindringen in die tiefen Atemwege (CAVE: Kinder 50% mit Aspiration)

-Symptome: Schluckbeschwerden, Dyspnoe, Dysphonie

-Säuren: Koagulationsnekrose
-Laugen: Kolliquationsnekrose
-> Perforationsgefahr!
-Vernarbungen, Strikturen, maligne Entartung

-Therapie: Hochdosiert Corticoide, Flüssigkeitszufuhr, Breitbandantibiotikum, eher nicht Magen auspumpen, Endoskopie wenn möglich innert 24h (Perforationsgefahr)
Tonsillennachblutung
-1-5%!
-Primär (innert 24h, Operateur hat Blutung übersehen) vs Sekundär (bis 14d postop; Lokale Entzündungen, die Gefässe arrodieren?)
-Potentell lebensbedrohlich (Blutverlust, Aspiration)
-Absoluter Notfall! unbedingt Hospitalisation
-Sofort venöser Zugang
-Evaluation der Tonsillenlogen
Blutversorgung Tonsillen
Hauptsächlich:
-R. tonsillaris, A. palatina ascendens oder direkt A. facialis
Zudem:
-Rr. dorsales linguae (aus A. lingualis)
-A. pharyngea ascendens
-A. palatina descendens (aus A. maxillaris)

="aus allen Abgängen der Carotis externa!"
Ätiologie Tonsillennachblutung
-Gefässarrosion während Sekundärheilung; nekrotisierende Entzündung im TonsillektomieWundbett
-Gefässanomalien dicht unter Wand des Tonsillenwundbetts
-Iatrogen
Management Tonsillennachblutung
"Massenblutung":
-Sofort!
-Zugänge
-Intubation (Aspirationsschutz)
-Kompression
-Blutung stillen mit Steppnaht
-Ligatur der A. carotis externa (ultimo ratio), ev. Embolisation durch Neuroradiologie

Bei "Warnblutung": Oft Konsultation erst nach Bedenkzeit -> stationäre Überwachung, Testblut abnehmen, grosslumiger i.v.-Zugang, engmaschige Inspektion, Revision in 50% nötig
HNO-Ursachen Dyspnoe
-Infektion: Halsabszesse, Epiglottitis, Laryngitis subglottica
-Trauma: Gesichtsverletzungen, Laryngxtraumen, FK, ITN
-Tumor: jeglicher Art und Lokalisation
-Systemerkrankung: Allergie (Anaphylaxie)
Stridor bei unterschiedlicher Lokalisation des Engnisses
Supraglottisch:
-Inspiratorischer Stridor
-Dysphagie

Glottisch:
-Biphasischer Stridor
-Dysphonie
-Keine Schluckbeschwerden

Subglottisch:
-Biphasischer bis exspiratorischer Stridor (je distaler desto exspiratorisch)
-Bellender Husten
Therapie Stridor / Dyspnoe
1. Atemwegssicherung, falls nötig
-Intubation
-Koniotomie (Verletzung der Stimmlippen!)
-Tracheotomie (im Bereich des Isthmus Tracheae, 2.Knorpelraum)

2. Abschwellen:
-Inhalation mit Adrenalin
-Adrenalin sc
-Antihistaminikum
-Cortison

3. Ursachenforschung
-Thorax-Rx
-EKG
-Blutentnahme,...
Indikationen, Komplikationen Tracheotomie
Indikationen:
-Atemwegssicherung
-Aspirationsschutz (Neurologie-Pat.)

Komplikationen
-Obstruktion durch eingetrocknetes Sekret (Luftbefeuchtung!)
-Blutung
-Dislokation
Epistaxis
-Meist selbstlimitierend
-Meist vordere Epistaxis (locus Kiesselbachi -> A. carotis interna (A. ethmoidalis ant. + post.) + A. carotis externa (A. sphenopalatina))

Lokale Ursachen:
-Trauma (Nasenbohren, Fraktur) -> 15min. bei Nasenmuschelverletzung
-Trockene Schleimhäute
-Fremdkörper
-Tumor

Systemische Ursachen:
-Hypertonie, Arteriosklerose
-Koagulopathie, Blutverdünnung
-Infektionskrankheit (Grippe, Masern)
Therapie Epistaxis
-Koagelentfernung
-Inspektion der Nasenscheidewand (Oberflächenanästhesie!)
-Verätzen (Silbernitrat, bei sichtbarer vorderer Blutungsquelle)
-Kauterisation
-Nasentamponade (für 2-3d, wenn bds Antibiotikaprophylaxe TSS)
-Gefässligatur
-Embolisation
Epistaxis Nachsorge
-Detamponade nach 2-3d
-Körperliche Schonung
-Hitze vermeiden
-Sehr gute Nasenpflege mit Salbe
-Schneuzverbot
-Keine Manipulationen an der Nase
Fremdkörper in Nase
-> Unbedingt auch Ohren, Mund,... untersuchen!
-Gefahr der Aspiration
Akute Pharyngitis - Klinik, Erreger
Erreger:
-Meist viral, selten bakterielle Superinfektion (Streptokokken)

Klinik:
-Kratzen im Hals, Schluckbeschwerden, Husten, Foetor ex ore
-Bei bakterieller Beteiligung Angina lateralis (Entzündung der Seitenstränge der Rachenhinterwand), Fieber, Krankheitsgefühl
-Schleimhaut gerötet, verschleimt, LK geschwollen
Chronische Pharyngitis
>3 Mte andauernd
-Nikotingenuss, trockene Raumluft, Säurereflux, behinderte Nasenatmung, post-nasal-drip bei SInusitis, Strahlentherapie,...
-Atrophische Form: trockene, zarte Schleimhaut mit schmierigen Belägen
-Hypertrophische Form: stark geschwollene Seitenstränge entlang der Rachenhinterwand
Para- / Retropharyngealabszess
Parapharyngealabszess: Bei Entzündung der seitlichen oder dorsalen Rachenwände
Retropharyngealabszess: Abszessbildung im prävertebralen Spatium

-Vorwölbung der Schleimhaut in das Rachenlumen
-Schluckbeschwerden, Atemwegsbehinderung
-Unbehandelt Gefahr von Übergriff auf Mediastinum
-Th: Chirurgische Abszesseröffnung, hochdosierte Antibiotika
Akute Tonsillitis
=bakterielle Superinfektion einer meist viral ausgelösten Entzündung der Tonsillen
-Meist Streptokokken A, selten Staphylokokken, Haemophilus, Pneumokokken

Klinische Stadien:
-Angina catarrhalis: anfängliche rötliche Schwellung der Tonsillen
-Angina follicularis: Stippchenbildung
-Angina lacunaris: konfluierende Beläge der Krypten

Therapie:
-Penicillin, alternativ Cephalosporine, Makrolidantibiotika

Komplikationen:
-Rheumatisches Fieber mit Gelenkbeteiligung, Endokarditis, Glomerulonephritis, Sepsis
-Peritonsillarabszess (CAVE klossige Sprache, Uvulaödem)
Infektiöse Mononukleose
=Primärinfektion mit EBV
-Deutlich reduzierter AZ, Schluckbeschwerden, Hals-, Gliederschmerzen, Inappetenz
-Hochrote Tonsillen mit weisslichen Fibrinbelägen bedeckt
-Blutbild: Anfangs leukopenisch, dann Leukozytose mit hohem Anteil an atypischen Lymphozyten (Pfeiffer-Zellen)
-Serologie: IgM, IgG gegen EBV, EBV-Antigene direkt nachweisbar
-Weitere Organbeteiligung: Leberenzymdiagnostik, Oberbauchsono, EKG (Myokarditis!)

CAVE: Kein Ampicillin oder Amoxicillin (Exanthem!)
Stomatitis ulceromembranacea (Angina Plaut-Vincent)
Tritt nach Zahnfleischentzündung mit fusiformen Bakterien, Spirillen auf, meist unzureichende Mundhygiene / Immundefizienz

-Fieber, Schmerzen, Foetor ex ore, vermehrter Speichelfluss
-Ulzeröse Defekte mit Pseudomembranen (Blutungen) entlang der Zahnfleisch-Schleimhaut-Grenze, später Ausbreitung auf gesamte Mundhöhle
-Häufig einseitige Beteiligung der Gaumenmandeln
-Therapie: desifinfizierende Lokalmassnahmen, sorgfältige Mundhygiene
-DD: Mundhöhlentumoren
Therapie Ohrverletzung
Ohne Knorpelschäden:
-wenn nötig Sekundäre Naht (nach "Anfrischen der Wunde)
-evtl. lokaler Lappen
-evtl. antibiotische Abschirmung

Mit Knorpelschäden:
-Reinigung, Adaptation, allenfalls Verschiebelappen
-Zwingend Antibiotika-Gabe
-Oft sekundäre plastische Korrekturen nötig
Waldeyer Rachenring
-Rachenmandeln: Im Nasopharynx, von respiratorischem Flimmerepithel bedeckt
-Gaumenmandeln: Von nicht verhornendem Plattenepithel bedeckt
-Zungenmandel: Übergang Zungenrücken / Zungengrund
-Seitenstränge: Seitliche Rachenhinterwand
-Lymphfollikel: vereinzelt entlang der Rachenhinterwand
Mandeln histologisch
-Oberflächlicher Epithelüberzug (nicht verhornendes Plattenepithel; Ausnahme Rachenmandeln)
-Diffuses, zu Follikeln konzentriertes Lymphgewebe
-Helle Kerne = Keimzentren, v.a. B-Lymphozyten, vereinzelt T-Lymphozyten
-Im Rest der Tonsillen vereinzelt Lymphozyten
Klinik Tonsillenhyperplasie
-Artikulationsbehinderungen
-Schluckbeschwerden
-Geschwollene LK im Kieferwinkel
-Extremfall: kissing tonsils
-Atembehinderungen
-OSAS
Klinik Adenoide Vegetationen der Rachenmandel
-Verlegung des Nasopharynx (Behinderung der Nasenatmung, Schnarchen, Appetitlosigkeit)
-Verlegung der Tubenostien (Belüftungsstörungen des Mittelohrs, Schwerhörigkeit, Sprachentwicklungsverzögerung, Ohrschmerz, rezidivierende Otitis media)
-Chronische Rhinitiden und Sinusitiden

Diagnostik:
-posteriore Rhinoskopie / Endoskopie
-Trommelfellbefund! (Retraktion? Paukenerguss?)
Indikationen und Kontraindikationen Tonsillektomie
Relative Indikationen:
-Chronische / rezidivierende Tonsillitis
-Symptomatische, den Pat. stark einschränkende Hyperplasie
-Einseitige Hyperplasie (malignes Wachstum als Ursache, z.B. malignes Lymphom sicher ausschliessen)
-OSAS

Sichere Indikationen:
-Z.n. rheumatisches Fieber nach Streptokokkeninfektion
-Z.n. Peritonsillarabszess

Kontraindikationen:
-Gewicht <15kg, Alter <4Jahre
-Blutungsneigung (erworben / natürlich)
-Infektion im Rachenraum vor <4 Wochen
-Agranulozytose!!
-Leukämie!!
Indikationen / Kontraindikationen Adenotomie
Indikationen:
-Symptomatische Vergrösserung mit Behinderung der Luftzirkulation im Nasopharynx
-Ohrsymptome
-OSAS

Kontraindikationen:
-Submuköse Gaumenspalte
-Arterielles Gefäss innerhalb des Adenoids
-Verkürztes Gaumensegel (postoperativ evtl. kein Abdichten Nasopharynx / Oropharynx mehr)
Ursachen Akute Dysphagie
-Infektionen / Entzündungen des Mund-Rachen-Raums (Pharyngitis, Tonsillitis)
-Fremdkörper (Notfallmässige Endoskopie!)
-Verätzung der Speiseröhre
Ursachen Chronische Dysphagie
Neuromuskulär: (v.a. Mühe mit Flüssigkeit!)
-N. laryngeus recurrens Parese (+ Heiserkeit, erhöhtes Aspirationsrisiko)
-Motoneuronerkrankung, z.B. Myasthenia gravis (+ Aspirationsrisiko)

Tumoren:
-Sinus piriformis
-Oesophagus
-Kehlkopf
-> Operation, Bestrahlung

Zenker-Divertikel
-Killian-Dreieck: Zwischen horizontalen Fasern des M. constrictor pharyngis inferior und schrägen M. cricopharyngeus
-Pseudodivertikel (Nur Ausstülpen der Schleimhaut, keine Muskelbeteiligung)
-Anfangs Fremdkörpergefühl, später Regurgitation von unverdauter Nahrung
-Aspirationsgefahr
-Therapie: endoskopische Myotomie oder chirurgische Entfernung (je nach Grösse)

Achalasie
-Degeneration des Auerbach-Plexus -> Insuffizienz der Peristaltik in den unteren 2/3 des Ösophagus
-Regurgitation und Gewichtsverlust
-Bild "sektglasartig"
-Therapie: Ballondilatation

Andere Ursachen
-Kompression der Speiseröhre von aussen (Schilddrüse, Tumor, Gefässe)
-Oesophagusstrikturen
-Psychosomatisch
Wichtige Nebensymptome Dysphagie
-Ohrenschmerzen (entzündlich, neoplastisch)
-Heiserkeit (Larynxeinengung, N. laryngeus recurrens)
-Aspiration von Nahrungsbrei -> rezidivierende Pneumonien
-Regurgitationen (Achalasie, Divertikel)
-Geschwollene Halslymphknoten
-Gewichtsverlust
Definition relevantes OSAS
>10 Apnoen / Stunde
Ursachen für OSAS
-Adipositas, Nikotin, Alkohol, Sedativa
-Verlängerung des weichen Gaumens mit Uvulavergrösserung oder schlaffen Gaumensegeln
-Tonsillen- oder Adenoidhyperplasie
-Funktionelle Einengung des Rachenlumens durch Kollaps der Pharyxwände
-Septumdeviationen und Muschelhyperplasien
-Tumoren oder Zystembildung im Bereich des Larynxübergangs
-Chronische Entzündungen der Nasenhaupt- und Nebenhöhlen
Physiologische Gründe für Sialorrhoe
-Verzehr von Nahrung
-Allgemeine Erregung
-Medikamentös (Parasympathomimetika)
-Schwangerschaft
Gründe für Xerostomie
-Dehydratation
-Hypertonie
-Depression
-Medikamentös (Anticholinergika)
-Strahlenbehandlung
-Fehlende oder geschädigte Speichelproduktion
Glandula parotis Anatomie
-In der Fossa retromandibularis
-Anteriore Begrenzung: Unterkiefer, M. masseter
-Medial: Fossa pterygopalatina
-Hinten: M. sternocleidomastoideus, M. digastricus
-Lateral: Nur subkutanes Weichgewebe
-Von Pseudokapsel umgeben
-Zwischen medialen und lateralen Anteilen Verzweigung des N. facialis im Pes anserinus in Gesichtsäste
-Medial A. temporalis superficialis + A. transversa faciei (A. carotis externa)
-Ausführungsgang = Stenon-Gang, zieht über M. masseter und durch M. buccinator zu der Mundhöhle (Höhe 2. Molaren)
-Vorwiegend seröses Sekret
Gl. submandibularis und sublingualis Anatomie
Gl. submandibularis:
-Zwischen beiden Bäuchen des M. digastricus + Unterkiefer
-Mukoseröses Sekret
-Ausführungsgang = Wharton-Gang = Ductus submandibularis überkreuzt N. lingualis und tritt in Mundboden ein

Gl. sublingualis:
-auf M. mylohyoideus, medial der Unterkieferinnenfläche
-Vorwiegend muköses Sekret
-Ausführungsgang vereinigt sich mit Ductus submandibularis oder tritt einzeln in Mundschleimhaut ein
Histologischer Aufbau Speicheldrüsen
-Drüsenazini: bilden Primärspeichel
-Duktales Gangsystem: Zusatz von Elektrolyten und Enzymen
Leitsymptome bei Erkrankungen der Speicheldrüsen
-Schwellung (diffus / umschrieben, schnell / langsam, ein- / beidseitig)
-Schmerz (akut / langsam zunehmend, mit oder ohne Hautveränderung, abhängig von Nahrungsaufnahme)
-Speichelproduktion (Sialorrhoe / Xerostomie)
Nichtentzündliche Erkrankungen der Speicheldrüsen
-Sialolithiasis (meist Ductus submandibularis)
-Sialadenose (=nichtentzündliche, schmerzlose, symmetrische Schwellungen der Kopfspeicheldrüsen, von Nahrungsaufnahme unabhängig. Ursachen: Alkoholismus, Vitaminmangel, Diabetes mellitus, Anorexie. DD: Chronische Entzündung der Speicheldrüsen)
-Ranula (Retentionszysten der Glandula sublingualis; durch Verlegung des Ausführungsgangs; blaurote submuköse Geschwülste, mit schleimigem Sekret gefüllt)
Perichondritis
-Schemerzen, Schwellung
-Infektion der Ohrmuschel mit Knorpelbeteiligung
-Hochdosierte antibiotische Behandlung, Inzision bei Abszessen, Kühlende antibiotische Umschläte, evtl. plastische Korrektur notwendig
Ohrmuschelerkrankungen
-Fehlbildungen (Mikrotie, Ohrmuscheldysplasie, Gehörgangsatresie)
-Trauma (Othämatom)
-Infektiöse Hauterkrankung (Erysipel, Zoster oticus, Perichondritis)
-Entzündlich / autoimmun (Relapsing perichondritis, Nasenknorpel mitbetroffen)
-Tumoren (Chondrodermatitis nodularis, Basaliom, Spinaliom, Melanom
Bakterielle otitis externa diffusa
-Ohrenschmerzen, dumpfes Gehör
-Traguszug- und Druckschmerz
-Weber lateralisiert ins kranke Ohr
-Rinne knapp positiv, je nach Grad der Schwellung und Detritusvolumen
-Leichte Transmissionshörstörung

-CAVE: Sekundäre Otitis externa bei primärer Otitis media perforata
-CAVE: Diabetiker müssen antibiotisch abgeschirmt werden!
Bakterielle Otitis externa circumscripta
=Furunculosis
-Keine Hörstörung
-Lokale Rötung und Schwellung, Eiter ante perforationem
-> Inzision in Lokalanästhesie
-Antibiotika p.o. und lokal
Otitis externa
Bakteriell:
-Otitis externa diffusa
-Otitis externa circumscripta (Furunculosis)

Pilze:
-Otitis externa diffusa
DD Gehörgangspathologien
-Fehlbildungen (Atresien, branchiogene Zysten)
-Felsenbeinfrakturen (mit Knochenfragmenten)
-Hyperostosen, Exostosen
-Gehörgangs-cholesteatom
-Ekzeme
-Karzinome, andere Tumoren (auch aus Parotisregion einwachsend)
Entzündliche Erkrankungen der Speicheldrüsen
-Akute virale Sialadenitis (Parotitis epidemica: Mumpsvirus, seltener CMV, HIV, Influenza- und Coxsackie)
-Akute bakterielle Sialadenitis (Staphylokokken, Streptokokken, Haemophilus)
-Chronisch rezidivierende Parotitis
-Chronisch rezidivierende Sialadenitis der Gl. submandibularis (Küttner-Tumor, chronisch sklerosierende Sialadenitis)
-Myoepitheliale Sialadenitis (Sjögren-Syndrom: Antikörper gegen Antigene des Drüsenparenchyms)
-Strahlensialadenitis
-Andere Formen chronischer Sialadenitiden (Sarkoidose, Tuberkulose, Lues, HIV, Aktinomykose)
Klinik Akute virale Sialadenitis
-Meist Mumpsvirus (Tröpfcheninfektion)
=Parotitis epidemica
-Einseitige, schmerzhafte Schwellung der Gl. parotis
-Im Verlauf Schwellung der Halslymphknoten und die anderen Speicheldrüsen bds.
-Selten Fieber
-Abheilung nach 1-2 Wo, lebenslange Immunität

Komplikationen:
-Meningitis
-Meningoenzephalitis
-Orchitis, Pankreatitis, Labyrinthitis (selten)
Sjögren-Syndrom
=systemische Autoimmunerkrankung:
-Sialadenitis (v.a. Gl. Parotis)
-Keratoconjunctivitis sicca
-Rheumatische Gelenkentzündungen

-Sialadenitis kann auch isoliert auftreten.
-Antikörperbildung gegen Drüsenparenchym -> Atrophie der Speicheldrüse mit lymphozytärer Infiltration -> Xerostomie

Therapie:
-Künstliche Speichelflüssigkeit
-Antiphlogistika bei weiteren Symptomen

-CAVE: Neigung zu Entwicklung von Non-Hodgkin-Lymphome!
Klinik Otitis media acuta
-Otalgie (bei Kindern auch Bauchschmerzen)
-Hörminderung
-Fieber, Krankheitsgefühl
-Häufig grippaler Infekt der oberen Atemwege
-Gelegentlich Otorrhoe (bei spontaner oder vorbestehender Trommelfellperforation)

Befunde:
-Hochrotes Trommelfell, Sekret bei Perforation (DD: Glomustumor; pulssynchrones Ohrgeräusch seit Monaten)
-Weber-Test lateralisiert ins kranke Ohr
-z.T. Fieber
Red Flags Akute Otitis media
-Abstehendes Ohr (Mastoiditis)
-Schwindel (Labyrinthitis)
-Abfall der Innenohrhörschwelle (cochleäre Beteiligung)
-Neurologische Symptome (zentrale Beteiligung)
Therapie komplizierte Otitis media acuta und / oder Mastoiditis
-Antibiotika i.v.
-Paracentese
-Paukenröhrcheneinlage
-Mastoidektomie
Otitis media chronica simplex
-Zentrale Trommelfellperforation (St.n. Akute otitis media, Trauma, Paukendrainage, Dysfunktion der Tuba Eustachii)
-Schmerzlose Hörminderung, Ohrfluss bei Erkältung
-Selten Schub akute Otitis media (-> systemisch Antibiotika, CAVE Pilz)
-Tympanoplastik, evtl. Tympano-Ossikuloplastik
DD Mittelohrprozesse
-Otitis media acuta oder chronica
-Cholesteatom
-Angeborene Missbildungen (Ossikelmissbildungen, Fazialisaberrationen)
-Raumforderungen (Paragangliome, Glomus jugulare / tympanale)
-Traumafolgen (Längs- / Querfrakturen des Felsenbeins)
Otosklerose
-Steigbügelfixierung im ovalen Fenster durch entzündliche Verknöcherung
-Ursache unbekannt, oft familiäre Häufung (Masern?)
-Transmissionsschwerhörigkeit
-Im fortgeschrittenen Stadium Innenohrbefall (Schwindel, zusätzliche Perzeptionsschwerhörigkeit)
-Therapie: Stapedotomie
Felsenbeinfrakturen Ohrbeteiligung
Querfrakturen: verlaufen durch Innenohr
Längsfrakturen: verlaufen durch Gehörgang und Mittelohr
Hörsturz
=Ausschlussdiagnose, Ätiologie meist unbekannt
-> Bei Wiederholung Vestibularisschwannom ausschliessen!
Anamnese Schwindel
-Dreh- oder Schwankschwindel? / konstantes Betrunkengefühl?
-Dauer, Attacken?
-Provokationsfaktoren (Kopfbewegungen, Körperlage)
-Verlauf (abnehmend, gleichbleibend, zunehmend)
-Begleitsymptome (Hörverlust, Tinnitus, Otorrhoe, Kopfschmerzen, Bewusstseinsverlust, Dysarthrie, Visusstörungen, Doppelbilder, Nausea, Erbrechen)
-Medikamentenanamnese
-Trauma
-Systemanamnese, inkl. Neurologie
Akutes Vestibularisdefizit
-Akuter heftiger permanenter Drehschwindel mit starker Gangunsicherheit
-Nausea und Erbrechen
-Ohne Auslöser, ohne weitere Ohrsymptomatik
-Oft nach viralem Infekt, Dauer mehrere Tage, nach Wochen zentral kompensiert

Befunde:
-Romberg: Falltendenz zur kranken Seite
-Unterberger: Abweichung zur kranken Seite
-Horizontaler Spontannystagmus zur gesunden Seite
-Auf kranken Seite keine kalorische Erregbarkeit

Therapie:
-Akut Antiemetika
-Vestibuläre Physiotherapie
Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel
-Drehschwindel, wenige Sekunden bis Minute
-Ausgelöst durch Kopfdrehung zur Seite des erkrankten Ohrs
-Nach Schädeltrauma, Vestibularisneuritis, idiopathisch

Therapie:
-Semont-Manöver (Kippen zur pathologischen dann gesunden Seite)
-Epley-Manöver (Kopfneigung zur Pathologischen Seite, Oberkörper nach hinten kippen, Kopfdrehung, Aufrichten)
Trias M. Menière
-Stunden andauernde Schwindelattacken
-Tinnitus
-Fluktuierende Schwerhörigkeit

-"Drop Attacks": plötzliche Stürze ohne Bewusstlosigkeit
Befunde M. Menière
-Erkrankte Seite kalorisch unerregbar
-Perzeptionsschwerhörigkeit vor allem im Tieftonbereich
Bilaterale Vestibulopathie
-Gleichgewichtsstörungen, Betrunkenheitsgefühl
-Verstärkung in der Dunkelheit
-Oszillopsien beim Laufen (Destabilisierung der optischen Fixation)
-Kein Spontannystagmus
-Abwesende Vestibulo-Okuläre Reflexe bds.
-Bds. kalorische Unerregbarkeit
-Ätiologie: Meist ototoxische Medikamente (Aminoglykoside, Diuretika, Cisplatin), Autoimmunologisch, Lokale Schädigung
Ototoxische Medikamente
-Aminoglykoside
-Diuretika
-Cisplatin