Heilpraktikerprüfung Multiple choice

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zu 1) Die Aortenklappeninsuffizienz ist ein Herzklappenfehler mit Schlussunfähigkeit der Aortenklappe, die eine erhöhte Volumenbelastung des linken Herzens mit Dilatation bedingen und schließlich eine Linksherzinsuffizienz verursachen kann. Die Mitralstenose ist die häufigste erworbene Herzklappenerkrankung als Folge entzündlicher Verwachsungen der Klappenränder nach einer Endokarditis.
zu 2) Bei der Mitralklappenstenose finden sich kleine Blutdruckamplituden, da es zur Behinderung der diastolischen Füllung der linken Herzkammer mit Stauung im kleinen Kreislauf kommt. Bei der Aortenklappenstenose kommt es zu kleinen Blutdruckamplituden, da der systolisch arterielle Blutdruck nicht aufrecht erhalten werden kann.
zu 3) Bei der Mitralklappenstenose kommt es durch mangelnde Füllung der linken Herzkammer u.a. zu Symptomen wie (Belastungs-) Dyspnoe, Leistungsminderung, nächtlicher Husten, Hämoptoe und Facies mitralis (gerötete Wangen und Lippenzyanose). Durch den Stau im Lungenkreislauf kann es auch zur Hypertrophie und Dilatation der rechten Herzkammer kommen. Bei der Auskultation sind ein präsystolisches Crescendo-Geräusch, ein paukender 1. HAT, ein Mitralklappenöffnungston und ein diastolisches Decrescendogeräusch zu hören.
zu 4) Kurz vor der Diastole der Herzkammer kommt es zur Anspannung des Vorhofs. Dies ist als Vorbereitung der Vorhöfe zu sehen, den Ventrikeln das Blut zuzuführen. Die Erregung des Herzens bzw. die Reizweiterleitung über die Vorhöfe zeigt sich in der P-Welle des Elektrokardiogramms, der dann die Kammererregung mit dem sogenannten QRS-Komplex im EKG folgt. Lösung D
zu 1) Bei der G6pDhM-Anämie ist ein Enzymdefekt die Ursache der Blutarmut
zu2) Bei megaloblastären Anämien findet man im Blut Betroffener sog. Megaloblasten. Dies sind unreife Zellen, die auf eine gestörte Blutzellreifung hinweisen. Ursachen für eine solche Anämie kann ein Mangel an Vit. B12 oder Folsäure sein. Außerdem sind bei dieser Anämieform die Erythrozyten vergrößert und hyperchrom.
zu 3) Bei der Eisenmangelanämie beruht die Blutarmut auf einem zu geringen Vorrat an Eisen im Körper. Eisen wird für die Bestückung des Hämoglobins benötigt. Ursache für diese Erkrankung ist meist nicht zu wenig Eisen in der Ernährung, sondern erhöhte Blutverluste oder erhöhter Bedarf. Die EM-Anämie ist die häufigste Form der Anämie in Mitteleuropa.
zu 4) Bei der Kugelzellanämie (auch Sphärozytose) liegt die Ursache für den zu geringen Gehalt an roten Blutkörperchen in einem Membrandefekt der Erythrozyten. Durch den fehlerhaften Aufbau der Membran ist diese durchlässiger für Wasser als eine normale Membran. Aus dem Serum strömt Wasser in die Erys mit der Folge, daß diese anschwellen. In der Milz werden die „verformten" Blutkörperchen dann in höherem Maße weggefangen, da die Milz besonders auf eine veränderte Erythrozytenmorphologie reagiert. Eine Verformung ist normalerweise ein Anzeichen für die Überalterung der Erys.
zu 5) Die Thalassämie beruht auf einem vererbten Defekt, der die Bildung von Hämoglobin beeinträchtigt. Durch das pathologische Hämoglobin -Molekül kommt es zu einer vermehrten Hämolyse mit nachfolgender Anämie. Lösung 4
zu A) Bilirubin entsteht in der Milz als Abbauprodukt des Hämoglobins (roter Blutfarbstoff). Es wird dann auf dem Blutwege, an Albumin gebunden, von der Milz in die Leber transportiert. In dieser Bindung kann es im Blut nicht direkt nachgewiesen werden, sondern erst nach Zugabe einer Reagenz. Man spricht daher vom indirekten Bilirubin. Da Bilirubin beim Abbau von Erythrozyten entsteht, wird es bei einer Hämolyse vermehrt nachgewiesen.
zu B) Die LDH (Laktatdehydrogenase) ist ein Enzym, das in vielen Zellen des Körpers vorkommt. Liegt einer Konzentration des LDH im Blut über dem Normalbereich, deutet dies auf eine Erkrankung mit Zellzerfall hin, wie das z.B. bei der hämolytischen Anämie der Fall ist.
zu C) Haptoglobin ist ein Serumprotein. Es dient im Blut dazu, freies Hämoglobin zu binden. Dabei reagieren die Haptogolbin- mit den Hämoglobinmolekülen unter Bildung eines Komplexes, der nicht mehr als Haptoglobin nachweisbar ist. Ist vermehrt freies Hämoglobin vorhanden (z.B. durch eine Hämolyse), so reagieren vermehrt Haptoglobin-Moleküle zu solchen Komplexen mit dem Blutfarbstoff. Es können dann nur noch wenige Haptoglobin-Moleküle nachgewiesen werden.
zu D) Die Anzahl der unreifen Erythrozyten (=Retikulozyten) ist bei Hämolyse erhöht. Der Körper ersucht den vermehrten Blutabbau durch eine verstärkte Blutneubildung zu kompensieren.
zu E) Urobilinogen ist ein Abbauprodukt des Bilirubins. Es ist im Urin bei hämolytischer Anämie erhöht, da auch der Bilirubingehalt des Blutes dann vermehrt ist. Lösung D
Die Niere hat verschiedene Aufgaben. Sie trägt zur Entgiftung des Körpers bei und sie nimmt Einfluß auf den Elektrolyt- und den Säure-Basen-Haushalt. Durch die Produktion von Erythropoetin wird die Blutbildung beeinflußt. Alle diese Funktionen können anhand verschiedener Parameter im Blut überwacht werden, wodurch, häufig aber nur unter Berücksichtigung mehrerer Werte, eine Aussage über die Nierenfunktion gemacht werden kann.
1) Kreatinin gehört zu den harnpflichtigen Substanzen. Es kann bei akuter oder chronischer Niereninsuffizienz nicht mehr ausreichend ausgeschieden werden. (verschlechterte Clearance). Eine Erhöhung des Kreatinins ist erst ab einer Zerstörung von über 50% des Nierengewebes festzustellen.
2) Erhöhte Kaliumwerte kommen unter anderem vor bei chronischer Niereninsuffizienz und akutem Nierenversagen; erniedrigte Kaliumwerte können Ausdruck renaler Kaliumverluste sein.
3) In der Niere wird Harnstoff glomerulär uneingeschränkt filtriert und auch passiv rückresorbiert. Ansteigende Harnstoffwerte können eine Niereninsuffizienz, Exsikkose oder einen erhöhten Eiweißkatabolismus anzeigen.
4) Der pH-Wert des Blutes spielt bei der Beurteilung des Säure-Basen-Status zusammen mit dem gemessenen CO2-Partialdruck, dem Standardbikarbonat und dem Basenüberschuß eine Rolle. Er verändert sich bei Funktionsstörungen der Niere.
5) Bei einer renal bedingten Anämie ist das Hämoglobin vermindert. Diese Anämie wird bei Funktionsverschlechterung der Niere aufgrund eines EPO-Mangels hervorgerufen.
zu A) Beim Ventrikelseptumdefekt befindet sich in der die beiden Herzkammern trennenden Wand ein Loch. Der VSD ist der häufigste angeborene Herzfehler. Die genannten Symptome sind typisch für den VSD. Da durch den VSD aufgrund der Druckdifferenz Blut von der linken in die rechte Herzkammer strömt, stellen sich die gut gefällten Lungengefäße auch im Röntgenbild als vermehrte Gefäßzeichnung dar.
zu B) Der persistierende Ducuts arteriosus botalli hat einen anderen Auskultationsbefund. Bei ihm erwartet man ein Geräusch, das sowohl in der Systole als auch in der Diastole zu hören ist. Es wird in der Literatur manchmal auch als Maschinengeräusch bezeichnet, da es dem schnaufenden Arbeitsgeräusch älterer mit Dampf betriebener Maschinen ähnelt. Das Geräusch ist am lautesten über dem 2. ICR zu hören.
zu C) Eine Mitralinsuffizienz ist meist nicht angeboren, sondern erworben. Es ist ein Herzgeräusch zu hören, das während der gesamten Systole andauert und am lautesten im Bereich der Herzspitze ist. Das Geräusch wird in den Rücken und in die Achsel fortgeleitet. Ein Schwirren ist in der Regel nicht zu tasten.
zu D) Bei der Transposition der großen Gefäße aind die Abgänge von Aorta und Truncus pulmonalis vertauscht. Die Folge ist, dass das rechte Herz das Blut in den Körperkreislauf pumpt und das linke Herz das Blut in die Lunge. Kinder mit dieser Fehlbildung fallen bereits in den ersten Lebenstagen durch eine schwere Zyanose auf. Sie sind nur dann lebensfähig, wenn zusätzlich noch ein weiterer Defekt vorliegt, z.B. ein VSD.
zu E) Bei der Pulmonalstenose ist ein systolisches Geräusch zu hören, am lautesten über dem 2. ICR links.Hier ist auch ein Schwirren tastbar. Sofern sich nicht bereits eine Rechtsherzinsuffizienz entwickelt hat, zeigt sich im Röntgenbild eine normale Gefäßzeichnung. Lösung A
Viele Abführmittel verstärken die Obstipation bei längerfristiger Einnahme, da sie zu einer vermehrten Ausscheidung von Flüssigkeit und Elektrolyten führen. Durch einen Kaliumverlust wird die Darmträgheit noch verstärkt und ein Flüssigkeitsmangel führt zu stark eingedicktem Darminhalt.
1) Leinsamen werden bei habitueller Obstipation eingesetzt. Da sie aus für den Menschen unverdaulichen Inhaltsstoffen (Cellulose und Schleimstoffe) bestehen, erhöhen sie die Peristaltik durch einen Dehnungsreiz der Darmwand. Unerläßlich ist eine genügend hohe Flüssigkeitszufuhr während der Einnahmezeit.
2) Rhabarber (aus dem Wurzelstock), der sog. Rhei radix, findet in der Medizin Verwendung als Relaxans bei habitueller Obstipation. Durch seine Inhaltsstoffe (Gerbstoffe, Flavonoide, Harze und Oxalsäure) drohen bei chronischer Anwendung Elektrolytverluste (besonders Kalium). Kontraindikationen sind Ileus, Schwangerschaft und Stillzeit.
3) Aloe ist die Bezeichnung für den eingedickten Saft der Aloepflanze mit stark bitterem Geschmack. Durch die Inhaltsstoffe, besonders Aloin, kommt es im Dickdarm zur Blockade der Na-Ka-ATPase und nachfolgenden Hemmung der Wasser- und Elektrolytresorption mit abführender Wirkung. Die zwar seltene, aber mögliche Nebenwirkung krampfartiger Magen- und Darmbeschwerden machen eine Dosisreduktion nötig. Kontraindikation sind Subileus, Ileus, Schwangerschaft und Stillzeit.
4) Sennesblätter enthalten Sennoside, die im Darm zu Anthronen umgewandelt werden. Anthrone aktivieren die Wasser- und Elektrolytsekretion im Dickdarm und hemmen gleichzeitig ihre Resorption durhc Blockade der Na-Ka-ATPase. Bei chronischem Gebrauch droht somit ein Elektrolytverlust, Albuminurie und Hämaturie. Kontraindikationen sind Ileus, Schwangerschaft und Stillzeit.
Anfallsweise auftretende Hypertonie und Unruhe sind eher unspezifische Symptome, die bei mehreren Krankheiten beobachtet werden können. Die erwähnte blasse Haut und das Schwitzen lassen an eine Überfunktion des Nebennierenmarks denken.
A) Ein Beispiel für die Überfunktion des Nebennierenmarks ist das Phäochromozytom. Dies ist ein Tumor, der meist von Zellen der Nebenniere ausgeht und autonom Adrenalin und Noradrenalin produziert. Seine Symptome können dauerhaft vorliegen, sich aber auch anfallsartig entwickeln. Die Hauptsymptome des Tumors sind Kopfschmerzen, Herzrasen und Schwitzen. Im Anfall gesellen sich dann Blutdruckspitzen und Hautblässe hinzu.
B) Für eine Unterfunktion der Nebenniere (= Morb. Addison) sind Hypotonie, Überpigmentierung der Haut und häufige Übelkeit typische Symptome.
C) Das Cushing-Syndrom kann durch eine länger andauernde Kortisonbehandlung erzeugt werden oder durch ein hormonproduzierendes Neoplasma. Typisch sind hier Stammfettsucht, Vollmondgesicht, Adynamie, Hypertonie, Hauterscheinungen (Striae, Akne)
D) Bei der Hypothyreose finden sich meist Kälteintoleranz, Gewichtszunahme und allgemeine Schwäche. Häufig treten auch ein langsamer Puls, Verstopfung, teigige, blasse Haut und glanzloses Haar auf.
E) Als Differentialdiagnose sollte bei den oben genannten Beschwerden auch eine Hyperthyreose ins Auge gefasst werden. Bis auf die blasse Haut können alle genannten Symptome auch bei einer Hyperthyreose auftreten. Bei der Hyperthyreose kommt es aber meist zusätzlich noch zu Herzrasen, Gewichtsverlust und Wärmeintoleranz bei den Betroffenen. Der Bluthochdruck ist -wenn überhaupt- nur gering ausgeprägt. Das in der Angabe genannte Zittern ist sogar typischer für die Hyperthyreose als für die Nebennierenüberfunktion.
Dem Cushing-Syndrom liegt ein zu hoher Kortisol-Spiegel im Blut zugrunde. Kortisol greift in den Kohlenhydratstoffwechsel ein. Dabei begünstigt das Kortisol eine diabetische Stoffwechsellage. Weiterhin ist Kortisol ein sog. Streßhormon, es verstärkt die Wirkung von Adrenalin.
1) Das Cushing-Syndrom kann durch eine länger dauernde Kortisonbehandlung erzeugt werden. Der Morbus Crohn wird mit Kortison therapiert, um die entzündlichen Reaktionen im Bereich des GI_Trakts zu hemmen.
2) Das Vollmondgesicht und die Hypertonie sind die 2 häufigsten Symptome der Patienten mit Cushing-Syndrom. Durch die diabetische Stoffwechsellage kommt es zur vermehrten Fetteinlagerung und Umverteilung der Depotfette mit Stammfettsucht und Vollmondgesicht. Der Bluthochdruck entsteht in 85% aller Fälle. Ursächlich ist die erhöhte Ansprechbarkeit der Gefäße auf adrenerge Reize.
3) Die Muskeln bilden sich unter dem Einfluß des Kortisols zurück. Die Patienten klagen über Leistungsschwäche. Die atrophierten Muskeln werden meist durch Fettgewebe ersetzt..
4) Ein manifester Diabetes mellitus entwickelt sich bei rund 80% der betroffenen Patienten.
5) Bei Kindern kann das Wachstum gestört sein. Diese Wirkung resultiert aus dem erhöhten Blutzuckergehalt, der die Sekretion des Wachstumshormons hemmt. Neben den genannten Symptomen hat das übermäßige Kortisol noch negative Wirkungen auf das Immunsystem. Erhöhte Infektanfälligkeit und Wundheilungsstörungen komplizieren das Bild. Bei Frauen führt das Cushing-Syndrom recht häufig zum Ausbleiben der Regel und zunehmender Viri,lisierung. Und schließlich begünstigt das zu hohe Kortisol noch die Entstehung einer Osteoporose, da es das Knochenwachstum beeinträchtigt.
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