Only $0.99/month

Mikrobiologie Viren und Bakterien

Terms in this set (32)

dsDNA, kubisch, Hülle
Allg Inkubationszeit beträgt 12-20 Tage
Mensch ist das einzige Reservoir
- Erstinfektion manifestiert sich als Windpocken (papulöses Exanthem)
- Eintrittspforte ist Nasenrachenraum
Aufkratzen der Bläschen führt zu bakterieller Superinfektion, Entzündung
- erhöhtes Risiko für Immunsupprimierte, schwangere Frauen, Neugeborene,
besonders gefährlich wird es für den Fetus, wenn die Mutter 5 Tage vor bis 2 Tage nach der Geburt
erkrankt, Neugeborene kriegen daraufhin Immunglobuline und Aciclovir
nach durchgemachter Infektion ist man mehrere Jahre immun
- persistiert nach Erstinfektion in Spinalganglien (retrograder Transport)
- nach Reaktivierung kommt es zu Zoster-Effloreszenzen (Gürtelrose) in entsprechendem Dermatom
Reaktivierung durch abgeschwächtes Immunsystem, tritt nur einmal im Leben auf (HIV
ausgenommen), zeigt starke Post-Zoster-Neuralgie
beim Befall des N. ophthalmicus (1. Trigeminus Ast) kann es zum Zoster ophthalmicus kommen schwere
Erkrankungen des Auges
Dia Klinik, (Bläscheninhalt) PCR, EM, Immunfluoreszenz, EIA, IgM-Nachweis,
IgA ist ein Reaktivierungsmarker, Virusausscheidung erfolgt vor Ausbruch des Exanthems
Epi - hoch kontagiös
- wird aerogen und über Bläschen übertragen
- fast ausschließlich als Kinderkrankheit anzusehen
führt zu lebenslanger Persistenz
Ther Aciclovir, Brivudin, Famciclovir
Proph Attenuierter Lebendimpfstoff, empfohlen zwischen dem 11. Und 14. Lebensmonat, für alle
ungeimpften 9 bis 17-jährigen Jugendlichen, Frauen mit Kinderwunsch, Personal im Gesundheitsdienst
Virusimpfung wird für Kinder/Jugendliche bis 18 Jahren von STIKO empfohlen
Zostavax ab dem 50. LJ
Risikopatienten wird Acycloguanosin verabreicht
dsDNA, kubisch, Hülle, ß-Herpesvirus
Allg
Durchseuchung weltweit 90-95%, häufig schon im Kindesalter, jungen Erwachsenenalter
EBNA1 ermöglicht Vermehrung in epithelialen Zellen von Oropharynx und Zervix gelangt dann in BLymphozyten,
vermehrt sich hier weiter, persistiert es kommt zu einer infektiösen Mononukleose
(Pfeiffer'sches Drüsenfieber) und Lymphknotenschwellung
Symp langanhaltende Müdigkeit und Fieber (teilweise über Monate), Anämie und Thrombozytopenie
- daneben Tonsillitis, Pharyngitis, Lymphozytose (vergrößerte, gelappte B-Zell-Zellkerne)
- verstärkt infolge von Malaria-Infektion auftretende B-Zell Proliferation, Immortalisation
- steht in Zusammenhang mit B-Zell-Lymphomen (Burkitt), häufig bei afrikanischen Kindern zwischen 6-9
Jahren, Hodgkin-Lymphom (Reed-Sternberg-Zellen infiziert) bei Immunsupprimierten
- es kommt oft zu Reaktivierungen
Exanthem nach Ampicillingabe!
bei Immunsupprimierten:
- benigne polyklonale B-Zell-Hyperplasie
- mit deren Transformation in ein polyklonales B-Zell-Lymphom
- ein malignes oligo- oder monoklonales B-Zell-Lymphom
Dia Paul-Bunnell-Test, EBV-spezifischer Antikörpernachweis gegen VCA (Virus-Capsid-Antigen) und EBNA1,
IFT, ELISA, bei 20% der frischen Infektionen kann kein IgM nachgewiesen werden, korrekte Interpretation
erfordert große Erfahrung des Diagnostiklabors, VCA-IgG bleibt lebenslang erhalten
Epi Übertragung durch Speichel und Genitalsekrete Kissing Disease
Ther rein symptomatisch, nur bei schwerwiegendem Infekt: Aciclovir, Ganciclovir
partiell dsDNA, kubisch, Hülle, segmentiertes Genom
Allg Inkubationszeit 4-6 Wochen, 300 Millionen weltweit infiziert
- ikterischer oder anikterischer Verlauf von 2 - 12 Wochen
Virusvermehrung ähnelt Retroviren (Reverse-Transkriptase), vollständiges Virion = Dane Partikel, werden
massenhaft ins Blut sezerniert: hohe Virämie 10^9 bis 10^12/ml Serum! Krankheitsverlauf hängt vom
Immunstatus ab, Leberzellschädigung durch Autoimmunreaktion! (selten)
- 90% vollständige Heilung, 5 - 10% chronischer Verlauf, 1% tödlich
Chronischer Verlauf (> 6 Monate) kann Hepatozelluläres Karzinom (HCC)/Leberzirrhose zur Folge haben
HBsAg (surface, frühester Marker!), HBcAg (core), HBeAg (zum Teil gespaltenes HBcAg)
HBeAg-positive Träger zeigen einen schlechteren Krankheitsverlauf aktive Virusvermehrung, andauernde
Produktion neuer Viruspartikel
Anti-HBs Zustand nach Impfung/durchgemachter Erkrankung, anti-HBc-IgM deutet auf akute Infektion hin
Eine Reaktivierung ist nach starker Immunsuppression möglich
Diag spezifische Antikörper 1. Anti-HBc-IgM 2. Anti-HBc-IgG 3. Anti-HBe 4. Anti-HBs
HBsAg, HBeAg und anti-HBc-IgM bei frischer Infektion, anti-HBe als Zeichen der Genesung, anti-HBs nach
abgelaufener Infektion/Impfung
Epi Geschlechtsverkehr, Blut, needle-sharing, Körperflüssigkeiten, durch hohe Virämie reichen kleinste
Blutmengen aus, perinatale Infektion führt zu lebenslanger Infektio
300 Millionen, >5% der Weltbevölkerung sind infiziert!
Proph Immunisierung mit HBsAg nach 0, 1 und 6 Monaten (3x bei non-responder), Anti-HBs-Responder-Titer =
100 IE/l garantiert lebenslange Immunität
Alle Neugeborenen positiver HBV Mütter sollten bis 12 Stunden nach Geburt geimpft werden
Grundimmuniserung ab 3. Monat bis 18. LJ
Ther Therapieindikation ab HBV-DNA > 2000 IU/ml
pegyliertes Interferon alpha (alte Therapie, viele Rezidive), Lamivudin, Tenofovir
A: Picornaviren
ss+ RNA, kubisch, nackt
Allg Infektionen verlaufen meist asymptomatisch, grippeähnlich, häufiges Auftreten im Sommer:
,,Sommergrippe'', Viren zeigen eine hohe Hitzeresistenz
fäkal-orale Aufnahme Vermehrung im Respirationstrakt, Darm Säurestabilität ermöglicht das Überleben der
Magenpassage Befall verschiedener Organe (sehr selten)

Poliovirus (Kinderlähmung, nur 1% symptomatisch) vermehrt sich hauptsächlich im Rachenepithel, kann
Meningitis/Enzephalitis verursachen, befällt alpha-Motoneurone, diese gehen zugrunde Lähmungen
Interessanter Fakt: Die bulbäre Form der Poliomyelitis (schlaffe Lähmung) wurde früher mit Hilfe von ,,eisernen
Lungen'' behandelt
Coxsackie-Virus A Herpangina (bei Kleinkindern), Hand-Fuß-Mund Krankheit, Gingivostomatitis, Pneumonie
Coxsackie-Virus B Pleurodynie (Bornholm-Krankheit), Myokarditis, Perikarditis
ECHO Virus Durchfall und Erbrechen, Myokarditis
aseptische Meningitis zu 85% durch Enteroviren guter Verlauf
Diag RT-PCR aus Liquor, Virusisolierung aus Stuhl, Rachenabstrich (frühe Phase er Erkrankung)
Epi Schmutz-, Schmierinfektion, kontaminierte Lebensmittel, Wasser
Proph. Orale Lebendimpfung nach Sabin (kann Impfpoliomyelitis verursachen) oder Totimpfung nach Salk!
Orale Lebendimpfung wird nicht mehr empfohlen (schlimme Nebenwirkungen, Lähmungen möglich)
- Die Wiederauffrischung alle 10 Jahre ist nur eine Indikationsimpfung, keine Routine!
- Totimpfstoff ist nicht weniger wirksam als Lebendimpfstoff, kann nur gespritzt werden
Dreimalige Impfung im Säuglingsalter, Auffrischung vor Schulentlassung
Keine dauerhafte Immunität! WHO Ziel: Ausrottung von Polio bis 2018
ss-RNA, helikal, Hülle
Allg
Parainfluenzaviren 1 - 4
Inkubationszeit 3-5 Tage, bei Kleinkindern akute grippeartige Erkrankung (30-40%), in schweren Fällen mit
Pseudokrupp, starke Schleimhautentzündung, Durchseuchung im Kindesalter liegt zwischen 50 und 90%
Mumps (Parotitis epidemica)
Vermehrung im Respirationstrakt Virämie einseitige/beidseitige Parotitis
Gefahr einer Orchitis nach der Pubertät, nicht selten verursacht es eine virale Meningitis
Die Infektion hinterlässt eine langjährige Immunität, Komplikation: Pankreatitis (40%)
Masern
Infektion manifestiert sich in 90% der Fälle!
lymphotrope Viren, verursachen temporäre Immunsuppression
Prodromalstadium: Enanthem auf Mundschleimhaut (Koplik-Flecken), starker Fieberanstieg, Schnupfen
Exanthemstadium: Nach einigen Tagen Masernexanthem (Folge einer Immunvaskulitis), danach Entfieberung,
klingt nach 10 Tagen ab, nach durchgemachter Infektion lebenslange Immunität!
Komplikationen: Pneumonie, Otitis media, Krupp, Panenzephalitis
Meldepflichtig!
RSV-Virus
Häufigster Erreger einer Bronchiolitis bei Säuglingen, Infektion vor allem in den Wintermonaten, oft nosokomial,
beschränkt auf obere Atemwege, bildet Riesenzellen und zerstört Flimmerepithel begleitende Entzündung führt zur
Überblähung der Lunge, verursacht auch häufig eine Otitis media
Anmerkung: Das Humane Metapneumovirus ähnelt sehr dem RSV-Virus
Diag Rachenabstrich, Serodiagnose, ELISA, Zellkultur
Epi Tröpfcheninfektion, direkter Kontakt
Proph Masern und Mumps attenuierter Lebendimpfstoff, Ende des 1. LJ & Beginn des 2. LJ
(Masern in Europa und Nordamerika ausgerottet)
Totimpfstoffe haben eine verstärkende Wirkung auf den Krankheitsverlauf!
Infizierte Kinder müssen isoliert werden!
Ther Ribavirin (bei schweren Verläufen)
ss-RNA, helikal, Hülle, segmentiertes Genom
Allg Influenza A/B/C, treten in Wintermonaten gehäuft auf, Vögel sind das natürliche Reservoir
- Erstinfektion in Nasopharyngealen Schleimhäuten Pharyngitis
besitzen Hämagglutinin für Anheftung an den Wirtsrezeptor, Neuraminidase zur Freisetzung der neuen
Virionen
- Lungenbefall, oft bakterielle Superinfektion (mit Staph. aureus, Strep. pneumoniae etc.), Fieber
Ein akuter respiratorischer Infekt wird meistens durch Influenza verursacht
Das Reye-Syndrom tritt manchmal bei Kindern auf: Hirn- und Leberschädigungen
Diag - Zellkultur (für Epidemie), Hämagglutinationstest, Immunfluoreszenz
Bei früher Infektion Direktnachweis mit Hilfe von Abstrichen, BAL
serologisch über Antikörpertiteranstieg
Epi - genetisch sehr variabel
- es werden immer neue Arten entdeckt
Genetischer Shift: Segmentaustausch zwischen zwei Influenzaviren (Hämagglutinin/Neuraminidase)
Genetischer Drift: Punktmutation eines Antigens (H/N Antigen)
Übertragung durch Tröpfchen-, Schmierinfektion
Die Infektion hinterlässt eine lang andauernde Immunität
Proph - inaktiver Adsorbatimpfstoff, einziges respiratorisches Virus gegen das geimpft werden kann, empfohlen
wird eine jährliche Immunisierung vor der Herbstsaison, für ältere Menschen, Gesundheitspersonal,
Patienten mit vielen Risikofaktoren, bloß keine Kinder unter 6 Monaten, Schwangere im 1. Trimenon
Thera - Oseltamivir, Zanamivir blockieren Neuraminidase hemmen Virusfreisetzung
Amantadin (blockiert H+ Kanäle, Virusfreisetzung) nur gegen Influenza A
ss+RNA, Hülle
Allg - nach Erstinfektion meistens inapparent
- lange Inkubationszeit, bleibt latent
Klinische Parameter - am 11. Tag Nachweis von HIV-RNA durch PCR
- am 18. Tag Nachweis im Blut
- in den ersten 4-8 Wochen sinken CD4-Zellen, Viral Load steigt
- CD4 steigen dann wieder an, Viral Load sinkt Latenzphase (8-10 Jahre)
- dann steiler Anstieg des Viral Load, CD4 Sinken AIDS
AIDS definiert: unter 200 CD4-Zellen
Stadium A - keine Symptomatik
Stadium B - B-Symptomatik, generalisierte Lymphknotenschwellung, orale Candidose
- orale Haarzellleukämie, Herpes simplex
Stadium C - weitere opportunistische Infekte, CMV Retinitis Tuberkulose, ZNS Toxoplamsose
- Tumore: Kaposi-Sarkom, Non Hodgkin-Lymphom, invasives Cervix Karzinom
Diag ELISA-Suchtest, Westernblot als Bestätigungstest (2x um sicher zu gehen), PCR
zur Bestimmung des Viral Load, Quantitative PCR zur Verlaufskontrolle
Epi Übertragung durch Blut, Geschlechtsverkehr, intrauterin, perinatal, Muttermilch
Die Übertragung ist bei Mann > Mann 8x höher als bei Frau > Mann
Statistischer Mittelwert! Bestimmte Subtypen 500 mal effektiver
Proph Kondom, durch Antiretrovirale Therapie, Verzicht auf Stillen, Kaiserschnitt,
kann eine Mutter-Kind Übertragung fast auf 0% reduziert werden
Ther HAART (highly active antiretroviral therapy) besteht in der Regel aus:
2 Nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Hemmern (NRTI), 1 nicht
Nukleosidischem Reverse-Transkriptase-Hemmer (NNRTI)
oder aus 1-2 Protease-Inhibitoren (PI)
Fazit: HIV ist behandelbar und zeigt keine reduzierte Lebenserwartung!
ss+RNA, kubisch, Hülle
Allg
63 Arten
Gelbfieber: Übertragung durch weibliche Aedesmücke, Vorkommen: West-, Zentralafrika, Süd-, Zentralamerika
Mensch zu Mensch Übertragung nur durch Blut möglich, befällt nach anfänglicher Vermehrung in der Einstichstelle
die Leber akute Hepatitis, Gerinnungsstörungen, blutiger Urin, Meldepflichtig!
Dengue-Fieber: (häufigste aus den Tropen importierte Erkrankung)
Übertragung durch Mücken, Vorkommen: Südamerika, Karibik, Südasien, Westafrika
Erstinfektion meist asymptomatisch oder mit selbstlimitierendem hohen Fieber, Exanthem mit weißen Aussparungen,
Muskel-/Gelenkschmerzen (Knochenbrecherfieber), Thrombozytopenie, Leukopenie
Bei Immunsupprimierten kann das Dengue-Schock-Syndrom mít inneren Blutungen (bis zu 40% Letalität) auftreten
FSME durch gemeinen Holzblock bzw. Ixodes ricinus Zecke übertragen, Vorkommen: Europa, Russland, Asien
vermehrt sich in der Einstichstelle und im Lymphknoten
30% symptomatisch, zeigt bei 10% einen biphasischen Verlauf:
1. Fieber, Kopf- (oft retroorbital) und Muskelschmerzen, evtl. Exanthem
große Virämie, Flaviinfekt wird oft nicht erkannt kann hier enden oder
2. 4 Tage später (toxisch)
hämorrhagisches Fieber, Blutungen und intravasale Gerinnung, hohe Letalität! (50-70%)
Zika-Virus: Übertragung durch Stechmücken, als erstes werden dendritische Zellen in der Nähe der Einstichstelle
befallen Lymphsystem Blut
eine perinatale Infektion führt meistens zu Abort, Missbildungen (Mikrozephalie)!
Vorkommen: Ursprung in Afrika, aktuell in Südamerika! (2016)
weitere Erkrankungen: japanische B-Enzephalitis (Impfung möglich), St.-Louis-Enzephalitis, West-Nil-Fieber,
Zeckenenzephalitiden
Diag Isolation (Identifikation schwer), spezifisch IgM, IgG
Proph Lebendimpfstoff gegen Gelbfieber Immunität hält 10 Jahre an, Impfpflicht für Reisende
Dreimalige Impfung mt Totimpfstoff gegen FSME, Auffrischung alle 3-5 Jahre für gefährdete Personen