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Grundbegriffe Dramatik

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Epik
Literarische Grundgattung. Erzählende Dichtung, die vergangene Geschehnisse vergegenwärtigt. Unterteilt in Kurzepik (Kurzformen, z. B. Fabel) und Grossepik (Langformen, z. B. Roman).
Lyrik
Literarische Grundgattung. Gebundene Sprache. Gedichte. Gibt Stimmungen wieder. Gestaltungsmittel: Metrum, Rhythmus, Vers, Reim.
Dramatik
Literarische Grundgattung. Die Handlung entfaltet in Dialog und Monolog einen Konflikt und bedarf des Publikums und der Bühne. Die Hauptformen des Dramas sind Tragödie, Komödie, Tragikomödie und Schauspiel.
Tragödie
Trauerspiel. Ernstes Bühnenstück mit tragischem Ausgang.
Komödie
Erheiterndes Drama, das glücklich endet. Die unterhaltsame Grundstimmung geht zurück auf eine übertriebene Darstellung menschlicher Schwächen.
Tragikomödie
Drama mit tragischen und komischen Elementen zugleich. Endet in einer Katastrophe.
Schauspiel
Neutraler Begriff für ernste Theaterstücke mit versöhnlichem Ausgang.
Schicksalsdrama
Tragödie, bei der ein bevorstehendes Unheil durch Weissagungen als unabwendbar vorherbestimmt erscheint.
Milieudrama
Drama, das den Einfluss der Umwelt und ihrer Bedingungen auf den Menschen zum Thema hat.
Ideendrama
Ein Drama, das eine Idee wie z. B. Toleranz oder Freiheit herausarbeitet.
Charakterdrama
Drama, dessen Schwerpunkt in der Darstellung der Figuren liegt.
Dialog
Gespräch zwischen zwei oder mehr Personen. Zwiegespräch.
Monolog
Selbstgespräch. Rede, die nicht an ein Gegenüber gerichtet ist. Je nach Funktion zum Beispiel: Expositionsmonolog, Affektmonolog, Reflexionsmonolog.
Stichomythie
Zeilen- bzw. versweise abwechselnde Rede und Gegenrede verschiedener Figuren.
stilisiert
Hochstehende, meist gebundene Sprache, auch für einfache Charaktere, ist: ...
Regieanweisung
Der kursiv gedruckte Teil eines Dramentexts, der Empfehlungen für die szenische Umsetzung auf der Bühne gibt.
inneren
Alles, was Personen in einer Situation denken, fühlen, sehen, gehört zur ... Handlung.
äusseren
Alles, was getan und von aussen gesehen wird, gehört zur ... Handlung.
Illusion
Die Zuschauer einer Bühnenaufführung sollen zeitweilig vergessen, dass sie sich im Theater befinden. Sie sollen über die ... eintauchen in die gespielte Welt.
Evokation
Das Erwecken oder Wachrufen von Gedanken und Assoziationen.
Ausstattungsstück
Ein ... ist eine Theateraufführung mit verblüffender Bühnentechnik und Bühnenmaschinerie.
Botenbericht
Eine Figur berichtet von zurückliegenden Ereignissen ausserhalb der Bühne.
Mauerschau
Eine Figur schildert Ereignisse, die sich zur selben Zeit ausserhalb der Bühne zutragen, von den Zuschauern aber nicht gesehen werden können. Gesucht ist der deutsche Begriff.
analytisches Drama
Gegensatz: Zieldrama. Drama, das versucht, ein Geschehen zu klären, das in der Vergangenheit stattgefunden hat.
Einheiten
Geschlossene Weltsicht im geschlossenen Drama: Einheit des Ortes (möglichst wenige Ortswechsel), Einheit der Zeit (möglichst wenige Zeitsprünge) und Einheit der Handlung (keine Parallelhandlungen).
Akt
Gliederungseinheit des Dramas. Auch: Aufzug. Mehrere Szenen ergeben einen ...
Szene
Gliederungseinheit des Dramas. Auch: Auftritt. Unterteilung der Akte in „Unterkapitel", sog. ....
Kulissen
Schiebe- oder Seitenwände als Bestandteile des Bühnenbildes.
Requisiten
Bewegliche Gegenstände, die zur Ausstattung einer Bühnenaufführung dienen.
Prospekte
Teile des Bühnenbildes. Oft die hintere Begrenzung einer Bühnendekoration.
Kostüme
Kleidung, Schmuck und Frisuren der Darsteller im Theater.
Exposition
Einführung des Zuschauers in Grundstimmung, Ausgangssituation, Konflikte, Zustände, Zeit, Ort und Personen des Stückes.
Katastrophe
Schluss der Handlung einer Tragödie, führt zu einem tragischen Ende, der Protagonist stirbt meist.
erregende Momente
Dramaturgisches Mittel im Handlungsablauf eines Dramas. Es dient dazu, den dramatischen Konflikt aufzubauen und die Spannung zu erregen.
retardierende Momente
Eine Szene im Handlungsverlauf eines Dramas, die das Ende der Handlung hinauszögert, indem sie kurzzeitig einen anderen Ausgang als erwartet möglich oder wahrscheinlich macht.
Protagonist
Hauptfigur eines Dramas. Macht meist eine Wandlung durch.
Antagonist
Gegenspieler des Dramenhelden.
Korrespondenzfiguren
Figuren, zum Umfeld des Protagonisten bzw. des Antagonisten gehören.
Dionysos
Die Geburtsstunde der Tragödie geht zurück auf Kulte im antiken Griechenland zu Ehren des Gottes ...
Charakterkomik
Komikart: Komische Wirkung durch die übertriebene Darstellung eines merkwürdigen Charakters mit bestimmten Wesenszügen wie Geiz, Frauenhass, Eitelkeit.
Situationskomik
Komikart: Komik, die sich auf eine bestimmte Lage bzw. Situation bezieht. Sie arbeitet mit Intrigen, Verwechslungen und Zufällen.
Sprachkomik
Komikart: Komik, die auf Wortspielen und Kalauern beruht.
episches Theater
Drama, das einen Erzähler oder erzählende Elemente und Verfremdungseffekte aufweist. Vgl. B. Brecht!
dokumentarische
Das ... Theater behandelt historische oder politische Ereignisse. Sie basieren nur auf authentischem Material.
Teichoskopie
Eine Figur schildert Ereignisse, die sich zur selben Zeit ausserhalb der Bühne zutragen, von den Zuschauern aber nicht gesehen werden können. Gesucht ist der griechische Fachbegriff.
Dramatik
Neben Epik und Lyrik die dritte grosse Grundgattung der Dichtung.
Einakter
Drama, das ohne Einschnitt bzw. Pause vor dem Zuschauer abrollt.
Einheiten
Dramentheoretische Vorschrift, die auf die Poetik des Aristoteles zurückgeht. Die drei ...: Ort Zeit und Handlung.
Exposition
Einführung in Ort, Zeit, Handlung, Grundstimmung des Dramas oder Vorstellen der Personen, entspricht häufig dem 1. Akt.
Katharsis
"Reinigung". Wird nach der aristotelischen Poetik in der Tragödie durch die Erregung von Furcht und Mitleid bewirkt.
Komödie
Lustspiel. Im Gegensatz zur Tragödie erheiternde Form des Dramas mit einem glücklichen Ende.
Konflikt
Auseinandersetzung zwischen Parteien im Drama.
Lustspiel
Gleichbedeutend mit Komödie: Schauspiel mit heiterem Ausgang.
Schauspiel
Dramenart mit ernstem Inhalt und versöhnlichem Ausgang.
Tragikomödie
Drama, in dem sich Tragik und Komik gegenseitig durchdringen und erhellen.
Tragödie
Ernstes Bühnenstück mit einem tragischen Ende.
absurdes
Dramenform in der die Darstellung der Sinnlosigkeit der menschlichen Existenz Hauptanliegen ist. Diese Theaterform wird ... Theater genannt.
bürgerliches
Drama, dessen Tragik sich am Gegensatz zwischen Bürgertum und Adel entfaltet oder das Konflikte innerhalb des Bürgertums aufzeigt. Diese Form des Dramas wird ... Trauerspiel genannt.
Chor
Im antiken Drama kommentiert und deutet der ... das Geschehene und spricht häufig zusammenfassend oder voraus weisend Gedanken und Absichten des Dichters aus; gelegentlich greift er auch in die Handlung ein.
dokumentarisches
Drama, das unter Verwendung von Zeitdokumenten einen historischen Vorgang wiedergibt (60er Jahre, 20. Jahrhundert). Diese Form des Theaters wird ... Theater genannt.
Epilog
Abschliessendes Nachwort.
episches
Von Brecht im Gegensatz zum klassisch-aristotelischen Drama entwickelte und theoretisch begründete Dramenform. Brecht fordert statt der Illusion, die den Zuschauer gefühlsmässig ergreift, eine demonstrierende Form, die durch Argumente den Zuschauer zum rationalen Betrachter und Beurteiler macht und ihn dadurch zu eigenen Entscheidungen zwingt. Hilfsmittel: Verfremdung. Diese Form des Theaters wird ... Theater genannt.
Fastnachtsspiel
Aus germanischen Fruchtbarkeitsriten zur Winteraustreibung und Dämonenbannung entstandenes schwankhaftes Spiel, das bei Fastnachtsumzügen aufgeführt wird.
geistliches
Diese Form des Dramas entsteht im spätmittelalterlichen Europa und wird an hohen Kirchenfesten aufgeführt. Liturgische Gesänge, szenisch gestaltet, verdeutlichen den vorgelesenen Bibeltext; z.B.. Passionsspiel oder das Fronleichnamsspiel. Diese Form des Dramas wird ... Drama genannt.
Hörspiel
Moderne Form des Dramas, die keiner Bühne bedarf, sondern sicch auf der inneren Bühne, im Gehirn des Zuhörers abspielt. Beschränkt sich auf akustisches Material. Diese Dramenform heisst: ...
Jesuitendrama
Dramatische Gattungsform im Dienste der Gegenreformation (etwa 1550-1750). Die lateinischen Dramen werden von Lehrern an elitären katholischen Schulen geschrieben und von Schülern und Studenten aufgeführt.
Peripetie
Aufbau des geschlossenen Dramas: Von Aristoteles geprägter Begriff, der eine Wendung im Schicksal des dramatischen Helden - zum Schlimmen in der Tragödie, zum Guten in der Komödie - bedeutet. Ist meistens mit der zentralen Szene des 3. Aktes verbunden.
Posse
Dramatische Gattung, die hauptsächlich von der Situationskomik lebt und meist menschliche Unzulänglichkeiten, Schwächen und Narrheiten verspottet.
Prolog
Vorrede, Einleitung. Aus dem ... kann sich eine geschlossene Szene, ein Vorspiel entwickeln, das zur Haupthandlung hinführt.
Schwank
Gestaltung einer lustigen, meist derb-komischen Begebenheit oder eines Schelmenstücks. Häufig ranken sich ... um bestimmte literarische Gestalten, z.B.. Till Eulenspiegel.
Trauerspiel
Deutsches Synonym für Tragödie. Begriff, der seit dem Barock meist mit Tragödie gleichgesetzt wird. Im engeren Sinn bezeichnet er ein Schauspiel mit traurigem Ausgang.
Verfremdungseffekt
Effekt des episches Theaters: Verändern gewohnter Erscheinungen oder Zusammenhänge ins Ungewöhnliche. Brecht hat im Zusammenhang mit seinem epischen Theater diese künstlerische Technik entwickelt.