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Neurobiologie

STUDY
PLAY

Terms in this set (...)

Adäquater Reiz
spezifischer Reiz, für den ein Rezeptor reizbar ist
Adaptation
Anpassung des Auges an unterschiedliche Lichtintensitäten
afferente Bahn
neuronale Leitung vom Rezeptor zum Rückenmark
Aggregation
Ansammlung von Tieren, die nur durch äußere Faktoren bedingt ist
Akkommodation
„Scharf Stellen", Entfernungsanpassung des Auges
Aktionspotenzial, AP
Ionen-Ein-strom verursacht Potenzialänderung an einer Membran nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip
Alles-oder-Nichts-Prinzip
APs werden bei Überschreitung eines Schwellenwertes in immer gleicher Intensität ausgelöst
Altruismus
„selbstloses" Verhalten; verringert die direkte Fitness des Ausführenden zu Gunsten der eines Empfängers
angeborener Auslösemechanismus, AAM
hypothetischer Reizfilter zur Reizerkennung und Aktivierung angeborener Verhaltensprogramme
Angepasstheit
Fähigkeit eines Lebewesens, aufgrund seiner genetischen Ausstattung in einer gegebenen Umwelt zu überleben und sich erfolgreich fortzupflanzen
Anpassung
Prozess, der in der Evolution durch Selektion zur Angepasstheit führt
Appetenzverhalten
ungerichtete Bewegung oder Bewegungsunruhe, die nach Ansicht der Klassischen Ethologie durch das längere Nichtausführen einer Instinkthandlung bedingt ist und die Suche nach einem entsprechenden Schlüsselreiz darstellt (s. psychohydraulisches Instinktmodell)
assoziative Felder
Areale der Hirnrinde, die Informationen mehrerer Sinneskanäle integrieren und Bewegungsprogramme erzeugen
assoziatives Lernen
Verknüpfungen zwischen bestimmten Umweltreizen und eigenen Reaktionen
Attrappe
Nachbildung zur Erforschung von Reizwirkungen
autonomes Nervensystem
anderer Ausdruck für VNS
Axon
Fortsatz von Neuronen; leitet APs vom Soma weg
Bahnung
wiederholte Impulsübertragung zwischen Neuronen fördert weitere Übertragungen dieser Art
bedingter Reflex
Reflex, der durch Erfahrung bedingt ist
Behaviorismus
psychologische Schule, die Verhalten auf einfache Lernvorgänge (s. Konditionierung) reduzierte
Bewusstsein
(1) Zustand, in dem das Individuum sich selbst und seine Außenwelt erkennt/erlebt; (2) durch Wachheit und Aufmerksamkeit gekennzeichneter Zustand des Gehirns
Brutfürsorge
Vorkehrungen, die Eltern für das Überleben ihrer Jungen vor deren Schlupf beziehungsweise Geburt treffen
Brutpflege
aktive Betreuung der Jungen nach deren Schlupf beziehungsweise Geburt
chemische Synapse
Verbindung zwischen zwei Neuronen, bei der die Überleitung durch Neurotransmitter geschieht
cyclisches Adenosinmonophosphat (cAMP)
intrazellulärer Botenstoff
Dendrit
fein verästelte Verzweigung von Neuronen; entspringt dem Soma
Depolarisation
Abnahme eines Membranpotenzials durch Ionen-Einstrom, kann zum AP führen
Divergenz
in der Neurobiologie; die Erregung verteilt sich durch Kollaterale auf verschiedene Neuronen
Effektor
ausführendes Organ, Muskel oder Drüse
efferente Bahn
neuronale Leitung vom Rückenmark zum Effektor
Egoismus
„eigennütziges" Verhalten; erhöht die direkte Fitness des Ausführenden
Eigenreflex
aufnehmender Rezeptor und ausführender Effektor liegen in einem Organ
elektrische Synapse
Verbindung zwischen Neuronen, bei der die Überleitung elektrisch über Ionenfluss durch gap junctions geschieht
elterlicher Aufwand
alles, was Eltern tun, um das Aufwachsen ihrer Jungen zu gewährleisten
elterlicher Effekt
nicht genetisch vermittelter Einfluss eines Elters auf Merkmale seiner Nachkommen
Elterninvestment
jegliche Investition eines Elters in einen Nachkommen, die dessen Überlebens- und Fortpflanzungschancen erhöht und gleichzeitig die elterliche Fähigkeit verringert, in weitere Nachkommen zu investieren
Emotion
Gefühle, subjektive Begleitempfindungen von Verhaltensweisen und Wahrnehmungen
Endhandlung
Abschlussbewegung einer Abfolge von Erbkoordinationen, welche die Motivation senkt
Endknöpfchen
verdicktes Ende eines Axons
endokrine Drüse
Organ, das Hormone in ein Gefäßsystem abgibt
Endorphin
körpereigene Neuropeptide aus dem ZNS; lagern sich an Rezeptoren für Opiate an; wirken morphinähnlich
Erbkoordination
Instinkthandlung; genetisch fixierter, formstarrer Bewegungsablauf
Ethologie
Vergleichende Verhaltensforschung
Eusozialität
Sozialsystem, das durch das Zusammenleben mehrerer Generationen, gemeinschaftliche Brutpflege und sterile Kasten gekennzeichnet ist
evolutionsstabile Strategie (ESS)
stabiles Gleichgewicht verschiedener Taktiken einer Strategie
Fitness
Maß für die relative Anzahl der Gene, die ein Individuum durch eigene Fortpflanzung (direkte Fitness) oder durch Unterstützung der Fortpflanzung Verwandter (indirekte Fitness) in den Genpool der nächsten Generation einbringt
Formatio reticularis
vom verlängerten Rückenmark bis in das Zwischenhirn ziehendes Netz von Neuronen
Fremdreflex
aufnehmender Rezeptor und ausführender Effektor liegen in verschiedenen Organen
Frequenzmodulation
Intensität eines Reizes oder eines PSP wird über die Frequenz immer gleicher APs kodiert
Ganglion
Nervenknoten
gap junction
Ionen-Kanäle, die das Cytpolasma zweier Zellen direkt verbinden
Gehirn
deutliche Ansammlung von Nervenzellen im Kopfbereich
Genotyp-Umwelt-Interaktion
verschiedene Genotypen reagieren unterschiedlich auf dieselbe Umwelt
Genpool
Gesamtheit der Gene aller Individuen einer Population
Gesamtfitness
Summe aus direkter und indirekter Fitness
glandotropes Hormon
induziert in peripheren endokrinen Drüsen die Freisetzung weiterer Hormone
glatte Muskulatur
besteht aus einzelnen Zellen ohne sichtbare kontraktile Elemente
Gliazellen
Zelltyp im Nervensystem; als SCHWANNsche Zellen zuständig für die Myelin-Scheiden; unterstützen und versorgen Nervensystem
graue Substanz
Bereich von Rückenmark oder Gehirn der Wirbeltiere, der reich an Zellkörpern ist
Großhirn
deutlich aufgewölbtes Vorderhirn der Wirbeltiere
Gruppenselektion
Theorie, nach der die natürliche Selektion Merkmale begünstigt, die dem Erhalt der Gruppe oder Art dienen
Haarsinneszellen
charakteristische Rezeptorzellen im Innenohr und Seitenlinienorgan der Wirbeltiere
Habituation
reizspezifische Gewöhnung; einfache Form des Lernens
HAMILTON-Ungleichung
theoretisches Modell, das die Bedingungen für die Evolution altruistischen Verhaltens im Rahmen einer Kosten-Nutzen-Funktion beschreibt
Handicap-Prinzip
Hypothese, nach der phänotypische Handicaps einen Selektionsvorteil haben, weil sie ein zuverlässiges Signal für
die genetische Qualität ihres Trägers sind
Handlungsbereitschaft
Motivation; Antrieb als Ursache einer bestimmten Handlung
Heritabilität
Anteil der statistischen Variabilität eines phänotypischen Merkmals, der auf genetischen Unterschieden zwischen den einzelnen Individuen einer Population beruht
Hormon
körpereigener Botenstoff, wird in geringen Mengen über Körperflüssigkeiten verteilt und löst in spezifischen Wirkorten spezifische Reaktionen aus
Hyperpolarisation
Repolarisation einer Membran über das ursprüngliche Membranpotenzial hinaus
Hypophyse
Hirnanhangsdrüse an der Basis des Zwischenhirns; wird vom Hypothalamus angeregt Hormone zu bilden
Hypothalamus
Teil des Zwischenhirns, steuert über Releasing Hormone den Hypophysen-Vorderlappen
Individualselektion
Theorie, nach der die Selektion Merkmale begünstigt, die dem Überleben und dem Fortpflanzungserfolg individueller Phänotypen dienen
Infantizid
Kindestötung; Tötung arteigenen, unselbstständigen Nachwuchses durch die eigenen Eltern oder nicht verwandte Individuen
Innenohr
im Schädelknochen liegender, flüssigkeitsgefüllter Teil des Ohres der Wirbeltiere
Instinkt
„innerer Antrieb"; umstrittener Begriff für „angeborenes" oder „genetisch bedingtes" Verhalten
Instinkthandlung
s. Erbkoordination
Ionen-Kanäle
auf Grund von Ladung und Durchmesser für bestimmte Ionen durchlässige Proteinporen einer Membran
Kaspar-Hauser-Versuch
Aufzucht unter Erfahrungsentzug
Kindchenschema
Merkmalskombination, die bei Menschen zum Erkennen eines kindlichen Entwicklungsstadiums führt und Betreuungsreaktionen auslöst
Klassische Ethologie
Richtung der Verhaltensforschung, die vor allem angeborene Mechanismen des Verhaltens untersuchte und der Gruppenselektion große Bedeutung zumaß
klassische Konditionierung
s. bedingter Reflex
Kleinhirn
aufgewölbter Teil des Hinterhirns bei Wirbeltieren
Kognition
Erkenntnis; höhere geistige Leistungen wie Denken, Sprechen und Planen
kognitives Lernen
Lernen, das auf (bewusster oder unbewusster) Einsicht in Zusammenhänge basiert
Kollaterale
Verzweigungen des Axons
Kommentkampf
ritualisierte Form des Kräftemessens, die nicht auf die Beschädigung des Gegners hinzielt
Kommunikation
Signalübertragung von einem Signalsender zu einem Signalempfänger
Komplexauge
aus zahlreichen Einzelaugen (Ommatidien) zusammengesetztes Auge
Konditionierung
Form des Lernens, die auf wiederholter Konfrontation mit äußeren Reizen beruht
Konfliktmanagement
Verhaltensweisen, die zur Entschärfung von Konflikten und zur Wiederherstellung guter Beziehungen eingesetzt werden
Kontrastverstärkung
Überhöhung gegensätzlicher Reizmuster
Konvergenz
in der Neurobiologie; ein Neuron erhält über Synapsen von vielen anderen Neuronen Informationen, die durch Summation verrechnet werden
Krieg
organisierte und auf Vertreibung oder Vernichtung abzielende Gewalt zwischen Gruppen
K-Selektion
Selektion, die langsame Fortpflanzung und hohe Konkurrenzfähigkeit fördert
laterale Inhibition
neuronales Verschaltungsmuster mit der Hemmwirkung seitlich einwirkender Zellen; dient zur Kontrastverstärkung
Lebenslaufstrategie
Art und Weise, wie Lebewesen Ressourcen für Wachstum, Entwicklung und Fortpflanzung nutzen; Beispiele: r-Strategie, K-Strategie
Leerlaufhandlung
scheinbar „sinnlose" Verhaltensweise, die nach Ansicht der Klassischen Ethologie ohne äußere Reizeinwirkung allein durch Triebstau ausgelöst wird
Lerndisposition
genetische Anlage für eine spezielle Lernbereitschaft
Lernen
Verhaltensänderung, die auf individueller Erfahrung beruht
limbisches System
ringförmig angeordnete Gehirnbereiche, die unter anderem an der Bildung von Emotionen beteiligt sind
Macula-Organ
Lagesinnesorgan, bei dem die Fortsätze der Sinneszellen in eine beschwerte Gallerthaube ragen
markhaltiges Axon
von Myelin-Scheide ummanteltes Axon
Membranpotenzial
durch Ladungstrennung erzeugter Ladungszustand von Membranen; Ruhepotenzial und AP
Mimikry
täuschende Nachahmung von Signalen; Beispiel Nachahmung der Warntracht einer wehrhaften durch eine harmlose Art („Scheinwarntracht")
Mittelohr
luftgefüllte Paukenhöhle, enthält die Gehörknöchelchen
Modell
(1) vereinfachte Nachbildung eines realen Systems, die dessen Struktur verdeutlicht (Strukturmodell), dem realen Vorbild in wichtigen Eigenschaften funktionell ähnelt (Analogiemodelle) oder theoretische Zusammenhänge erklärt (theoretisches Modell);
(2) in der Psychologie und Verhaltensbiologie auch „Vorbild" („Lernen am Modell")
Motoneuron
Neuron, das Informationen zu Muskeln leitet
motorische Endplatte
ein der Synapse vergleichbarer Übergang zwischen Motoneuron und Muskelfaser
motorische Zentren
Gehirnareale, welche unmittelbar Muskeln ansteuern
Muskelfaser
kleinste Baueinheit der quergestreiften Muskulatur
Muskelspindel
Dehnungsrezeptor im Muskel
Myelin-Scheide
elektrisch isolierende Hüllschicht; entsteht durch Wicklungen einer SCHWANNschen Zelle um ein Axon
Nastie
Bewegung von Pflanzen, bei der die Struktur die Bewegungsrichtung vorgibt
Natrium-Kalium-Pumpe
Membranprotein, das Natrium-Ionen aus und Kalium-Ionen aktiv in das Axon befördert
Navigation
Bestimmen des relativen Standorts, um sich entsprechend einer Orientierung auf einen Zielpunkt hinbewegen zu können
nepotistischer Altruismus
Verhalten, das zu Lasten der eigenen direkten Fitness die Fitness von Verwandten erhöht
Nerv
makroskopisch sichtbares Bündel mehrerer Axone
Nervenfaser
durch Myelin-Scheide ummanteltes Axon
Neurit
Synonym für Axon
Neurohormon
entsteht durch Genexpression im Neuron
Neuromodulator
Stoff, der Dauer und Intensität der von Neurotransmittern ausgelösten PSPs beeinflusst
Neuron
Nervenzelle
Neurotransmitter
enzymatisch hergestellte Substanz; dient der Weiterleitung oder Hemmung einer Erregung über den synaptischen Spalt hinweg
operante Konditionierung
Verstärkung spontaner Verhaltensweisen durch Belohnung („Lernen am Erfolg")
optischer Apparat
Gesamtheit aller optischen Hilfsstrukturen des Auges
Orientierung
gerichtete Bewegung aufgrund von Umweltreizen
Paarungssystem
typisiert die sexuellen Beziehungen zwischen den Mitgliedern einer Art
Parasympathicus
körperlicher Regeneration dienender Teil des Vegetativen Nervensystems
periphere Reizfilter
Reizfilter im Bereich der Sinnesorgane und Sinneszellen entscheiden, ob ein Reiz transduziert wird (s. Transduktion)
Peripheres Nervensystem (PNS)
Gesamtheit aller Nervenzellen, die bei Wirbeltieren vom und zum ZNS führen
Pheromon
Botenstoff, der anders als Hormone außerhalb des Körpers wirksam ist und das Verhalten von Artgenossen beeinflusst
Phytohormon
Botenstoff innerhalb einer Pflanze
Population
Gesamtheit der Individuen einer Art in einem definierten Gebiet
postsynaptisches Potenzial, PSP
entsteht analog der Konzentration der Neurotransmitter; fördernd (exzitatorisch) oder hemmend (inhibitorisch), wird am Axonhügel in APs verrechnet
Prägung
Lernvorgang, der in einer sensiblen Phase abläuft und weitgehend irreversibel ist
prämenstruelles Syndrom, PMS
vor der Menstruation auftretende depressive Stimmung, teilweise mit körperlichen Beschwerden, Ursachen unklar
programmierter Zelltod
Regulationsprozess im Körper, bei dem funktionslos gewordene Zellen absterben
proximate Ursache
„Wirkursache"; physiologischer, genetischer oder jeder andere, direkt ein Merkmal beeinflussender Mechanismus
psychohydraulisches Instinkt¬modell
überholtes Modell, das einen Instinkt als eine sich in einem Gefäß spontan aufstauende Flüssigkeit darstellte
Pyramidenbahn
Axon-Verbindung motorischer Gehirnzentren mit entsprechenden Teilen des Rückenmarks
quergestreifte Muskulatur
die Zellgrenzen wurden zugunsten einer höheren Ordnung der kontraktiler Elemente aufgelöst, kleinste Baueinheit ist die Muskelfaser
RANVIERscher Schnürring
Unterbrechung der Myelin-Scheide eines markhaltigen Axons
Reflex
unwillkürliche, schnelle und spezifische Reaktion auf einen Reiz
Refraktärzeit
Erholungsphase, während der eine erneute Depolarisation einer Membran nicht möglich ist
Reifung
Entwicklungsprozesse, bei denen Verhaltensweisen ohne Erfahrungen neu auftreten oder vervollkommnet werden
Reiz
wahrnehmbare Information aus der Umwelt
Reizfilter
neuronales Filtersystem, das der Selektion von Informationen dient
Releasing Hormon
Neuropeptide aus dem Hypothalamus, wirken auf die Hypophyse
REM-Phase
Stadium des Schlafes, in dem besonders häufig rasche Augenbewegungen stattfinden
Repolarisation
Rückkehr zum ursprünglichen Membranpotenzial nach einer Depolarisation
Ressourcen
sämtliche materiellen Grundlagen, die Lebewesen zum Überleben und zur Fortpflanzung benötigen und verbrauchen
Retina
die Netzhaut des Auges, bestehend aus Fotorezeptoren, Pigment- und Nervenzellen
Revier
s. Territorium
rezeptives Feld
Gruppe von Sinneszellen, die auf ein sensorisches Neuron konvergieren
Rezeptor
(1) Sinneszelle
(2) Sinnesorgan
(3) Rezeptormoleküle
Rezeptormoleküle
Membranproteine, mit spezifischen Bindungsstellen für molekulare Signale aus der Umwelt (Geruchs- und Geschmacksstoffe) oder körpereigene ( Hormone; Neurotransmitter)
Rezeptorpotenzial
postynaptisches Potenzial der Rezeptorzellen
Rhodopsin
Sehfarbstoff, bestehend aus dem Protein Opsin und dem Cofaktor Retinal
r-Selektion
Selektion, die eine schnelle Vermehrung fördert und damit eine hohe Wachstumsrate der Population zur Folge hat
Rückenmark
Hauptnervenachse der Wirbeltiere, bildet zusammen mit dem Gehirn das ZNS
Ruhepotenzial
Membranpotenzial von Zellen, hervorgerufen durch ungleiche Ladungsverteilung
Runaway Selektion
durch positive Rückkopplung verursachte „Selbstläuferselektion"
saltatorische Erregungsleitung
schnelle, sprunghafte Weiterleitung von APs in markhaltigen Axonen
Sarkoplasmatisches Retikulum
röhrenförmiges Membransystem in einer Muskelfaser, entspricht Endoplasmatischem Retikulum
Satellitentaktik
Taktik, die darauf abzielt, ohne die Kosten eigener Signalproduktion die Signale anderer Individuen zum eigenen Vorteil zu nutzen
Schlüsselreiz
Begriff aus der Klassischen Ethologie für einen Reiz oder eine Reizkombination, der eine angeborene, artspezifische und arterhaltende Reaktion auslöst
SCHWANNsche Zelle
Typ von Gliazellen, die die Myelin-Scheide markhaltiger Nervenfasern bilden
second messenger
Botenstoff, der im Zellinneren wirkt, wenn spezifische Membranrezeptoren aktiviert werden
Seitenlinienorgan
Organ zur Wahrnehmung von Wasserbewegungen bei Fischen und Amphibien
Selektion
unterschiedlicher Fortpflanzungserfolg der Individuen einer Population aufgrund unterschiedlicher Angepasstheit
sensible Phase
Zeitintervall innerhalb der Individualentwicklung, in dem auslösende Reizmuster zu einer Prägung führen
sensorische Bahn
afferente Bahn
sensorische Felder
Areale der Hirnrinde, die der Verarbeitung von Sinneseindrücken dienen
sensorische Nerven
Neuronen, die Informationen von Rezeptoren zum ZNS weiterleiten
Sexualdimorphismus
Unterschiede im Aussehen und im Verhalten der Geschlechter einer Art
sexuelle Selektion
Evolutionsmechanismus, der auf individuell unterschiedlichem Erfolg im Zugang zu Sexualpartnern beruht
Signal
Reiz, der ausschließlich der Informationsübertragung dient
Soma
Zellkörper eines Neurons, enthält den Zellkern
Soziobiologie
Zweig der Verhaltensökologie, der die ultimaten Ursachen sozialen Verhaltens untersucht
Sozioökologie
Zweig der Verhaltensökologie, der den Einfluss ökologischer Faktoren auf Sozialsysteme und Sozialstrukturen untersucht
Spermienkonkurrenz
Wettbewerb zwischen den Spermien eines oder mehrerer männlicher Individuen um die Befruchtung einer Eizelle
Stäbchen
lichtempfindlicher, aber farbuntüchtiger Typ der Fotorezeptoren der Wirbeltiere
Statozyste
Lagesinnesorgan in Form eines flüssigkeitsgefüllten Hohlraumes
Steroidhormon
lipophile Hormone mit Steroid-Struktur; Beispiele sind Geschlechtshormone und Corticoide
Strategie
genetisch fixierter Satz von Verhaltensregeln
Stress
Syndrom physiologischer Anpassungen an unspezifische exogene und endogene Faktoren
Stressoren
Faktoren, die Stress auslösen
Strickleiternervensystem
Organisationsform der Nervenachsen bei Ringelwürmern und Gliederfüßern, charakterisiert durch regelmäßige Querverbindungen zwischen Ganglien
Suchtgedächtnis
Assoziation der als angenehm empfundenen Wirkung mit der Tätigkeit des Drogenkonsums
Summation
Verrechnung mehrerer PSPs am Axonhügel zu einer Frequenz von APs
Sympathicus
körperliche Aktivität unterstützender Teil des vegetativen Nervensystems
Synapse
Kontaktstelle zwischen Neuronen; wird gebildet von präsynaptischer Membran des Endknöpfchens, synaptischem Spalt und postsynaptischer Membran der Empfänger-Zelle; es gibt elektrische und chemische Synapsen
synaptische Bläschen
Vesikel zur Bevorratung von Neurotransmittern im Endknöpfchen
synaptischer Spalt
Interzellularraum zwischen präsynaptischer und postsynaptischer Membran
Taktik
Verhaltensoption innerhalb einer Strategie
Täuschung
Form der Kommunikation, die nur dem
Signalsender nützt
Taxis
von der Richtung eines Reizes abhängige Bewegung frei beweglicher Organismen
Territorium
verteidigter Aktionsraum eines Individuums oder einer Gruppe
Tetanus
dauerhafte Kontraktion eines Muskels
Tomographie
diagnostisches Verfahren, das Querschnittsbilder des Körpers liefert
Tötungshemmung
überholte Hypothese, nach der manche Tierarten eine angeborene Hemmung haben, Artgenossen zu töten
Tradition
durch Lernen erworbenes Wissen oder Können, das an nachfolgende Generationen weitergegeben wird
Transduktion
Vorgang der Umwandlung von Reizen in Erregungsmuster von Sinneszellen
Triebstautheorie
s. psychohydraulisches Instinktmodell
Tropismus
von der Richtung eines Reizes abhängige Bewegung von Organen nicht frei beweglicher Organismen wie Pflanzen
Übersprunghandlung
nach der Klassischen Ethologie durch gegenseitige Hemmung zweier Verhaltenstendenzen mit gleicher Motivation aktiviertes situationsfremdes Verhalten
ultimate Ursache
„Zweckursache"; „Wozu-Frage": fragt nach der evolutionären Angepasstheit eines Merkmals
unbedingter Reflex
auf einer angeborenen neuronalen Verschaltung beruhender natürlicher Reflex
Vaterschaftsunsicherheit
durch Spermienkonkurrenz entstehende Unsicherheit, wer der Vater eines Jungtieres/Kindes ist
Vegetatives Nervensystem, VNS
die Organfunktionen des Körpers regelnder, der willkürlichen Kontrolle entzogener Teil des Nervensystems der Wirbeltiere
Verhaltensökologie
Zweig der Verhaltensforschung, der die Angepasstheit des Verhaltens an spezifische Lebensbedingungen untersucht
Verwandtenselektion
Förderung der indirekten Fitness eines Individuums durch die Unterstützung der Fortpflanzung Verwandter (s. Altruismus)
Verwandtschaftskoeffizient
genetischer Verwandtschaftsgrad; Maß für den Anteil identischer Gene zweier Individuen, die von einem gemeinsamen Vorfahren stammen
Wahrnehmung
Erkennen und Einordnen eines Objektes durch Sinnesempfindungen
weiße Substanz
Bereich von Rückenmark oder Gehirn, der reich an Axonen ist
Zapfen
am Farbensehen beteiligter Typ von Fotorezeptoren der Wirbeltiere
zentrale Reizfilter
Reizfilter des Zentralnervensystems
Zentralnervensystem, ZNS
Ansammlung von Neuronen der Wirbeltiere, bestehend aus Gehirn und Rückenmark