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Welche Muskeln gehören zur Rotatorenmanschette
Unter der Rotatorenmanschette versteht man eine Gruppe von 4 Muskeln, deren Sehnen zusammen mit dem Ligamentum coracohumerale eine derbe Sehnenkappe bilden, die das Schultergelenk umfasst. Sie ziehen vom Schulterblatt zum Tuberculum majus bzw. minus des Oberarmknochens (Humerus).

Musculus infraspinatus
Musculus supraspinatus
Musculus subscapularis
Musculus teres minor
Ligamentum coracohumerale
Rotatorenmanschette Funktion
Das Schultergelenk besitzt - im Gegensatz zum Hüftgelenk - aufgrund seiner relativ kleinen Gelenkpfanne nur eine schwache knöcherne Führung. Eine wichtige Aufgabe der Rotatorenmanschette ist daher die Stabilisierung des Schultergelenks. Sie zentriert den Gelenkkopf des Oberarmknochens (Humerus) in der Gelenkpfanne des Schulterblatts (Scapula) und verspannt die Gelenkkapsel des Schultergelenks. Die einzelnen Muskeln sind für die Innen- und Außenrotation, sowie für die Abduktion des Armes verantwortlich.

Schulterdepressoren
Spacerfunktion
Musculus deltoideus
2.1 Ursprung
Der Musculus deltoideus lässt sich in drei Teile untergliedern, die unterschiedliche Ursprungsflächen haben:

Pars clavicularis: Er entspringt am lateralen Drittel der Clavicula.
Pars acromialis: Dieser Teil hat seinen Ursprung am Akromion.
Pars spinalis: Er hat seinen Ursprung an der Spina scapulae.

2.2 Ansatz
Der Musculus deltoideus inseriert an der Tuberositas deltoidea des Oberarmknochens (Humerus).

3 Innervation

Die Innervation des Musculus deltoideus erfolgt durch den Nervus axillaris aus dem Fasciculus posterior des Plexus brachialis (Segmente: C5-C6).

Die Funktionen des Musculus deltoideus sind vielfältig und komplex. Je nachdem welche Anteile des Muskels angespannt werden, resultieren verschiedene Bewegungsformen.

Die Pars acromialis bewirkt eine Abduktion des Armes. Bei einer Abduktion über 60° unterstützen die beiden anderen Teile die Bewegung.

Die Pars acromialis bewirkt gemeinsam mit der Pars clavicularis eine Anteversion des Armes. Spannt sich hingegen die Pars acromialis gemeinsam mit der Pars spinalis wird eine Retroversion des Armes bewirkt.

Bei herabhängendem Arm unterstützt die Pars clavicularis die Innenrotation, die Pars spinalis die Außenrotation.
Impingement-Syndrom

Subacromialsyndrom
Als Impingement-Syndrom (engl. „Zusammenstoß") bezeichnet man eine Funktionsbeeinträchtigung der Gelenkbeweglichkeit. Es entsteht zumeist durch Degeneration oder Einklemmung von Kapsel- oder Sehnenmaterial.
Degeneration oder Verletzung der Rotatorenmanschette sind hier die häufigste Ursache. Betroffene Patienten können, aufgrund der zunehmenden Einklemmung der Supraspinatussehne, den Arm kaum noch über Schulterhöhe heben. Das eigentliche Impingement entsteht subacromial, also unterhalb des Schultereckgelenkes, weshalb hier von Subacromialsyndrom (kurz: SAS) gesprochen wird.
Klinisches Bild des Impingementsydrom

Neer-Zeichen
Jobe´s Sign
Typisch beim Impingementsyndrom der Schulter ist ein Schmerz bei der Abduktion (Abspreizen) des Oberarms im Bereich von 70° bis 130° ("painful arc"), aber auch die Außen- und Innenrotation in der Schulter sind mehr oder weniger stark eingeschränkt. Diagnostisch wird hier ein positives Neer-Zeichen gefordert. Dabei wird der maximal pronierte Arm bei fixiertem Schulterblatt passiv angehoben. Schmerzen ab 130° werden als positiv betrachtet und als Zeichen für ein Vorliegen eines Impingements gewertet. Weiterhin kann eine Reizung der Supraspinatussehne Musculus supraspinatus ebenfalls durch maximale Innenrotation mit gleichzeitiger Abduktion des Armes erzielt werden. Dieses Zeichen nennt sich Jobe´s Sign. Weitere Impingementsyndrome werden für das Ellenbogengelenk, das Handgelenk, das Hüftgelenk, das Kniegelenk und das obere Sprunggelenk beschrieben.
Die vier Phasen der Kalkschulter-Erkrankung
Tendinosis Calcarea
Bursitis Calcarea
Die vier Phasen der Kalkschulter-Erkrankung

Es kommt durch die Durchblutungsstörung und eventuell Druckerhöhung im Sehnengewebe zur Auslösung von Vorgängen in der Sehne die zur Bildung der Sehnenverkalkung führt.
In der zweiten Phase vergrößert sich der Kalkherd . Meist haben die Betroffenen zu dieser Zeit nur mäßige Schmerzen. Bei vielen bleibt die Verkalkung sogar unbemerkt.
Diese Phase kann mehrere Jahre andaueren. Erreichen die Kalkherde jedoch eine gewisse Größe, führen sie zur Einklemmung und Entzündung der Sehne. Dieser Zustand wird oft auch Tendinitis Calcarea genannt. Stärkere Schmerzen entstehen, wenn sich der Schleimbeutel, eine Art Polster zwischen Sehne und dem knöchernen Schulterdach (Acromion), ebenfalls entzündet.
In der dritten Phase, kommt es zur spontanen Selbstauflösung des Kalkherdes. Meist einhergehend mit einem Aufbrechen des Kalkherdes und einer Entleerung von Kalkpartikeln in den darüber liegenden Schleimbeutel. Die Folge ist eine massive Schleimbeutelentzündung (Bursitis calcarea) mit oft extremen Schmerzen und Bewegungseinschränkung. Die meisten Patienten die meine Sprechstunde aufgrund extremer plötzlich aufgetretener Schulterschmerzen aufsuchen befinden sich in dieser oft hochaktuen Phase der Selbstauflösung. Die sofort bei Beginn der 3 Phase angefertigten Röntgenbilder zeigen oft einen großen Kalkherd. Kontrollaufnahmen kurze Zeit später, oft nicht länger als 4-6 Wochen danach,
zeigen meist nur noch kleine Spuren der Verkalkung oder können den Kalkherd gar nicht mehr nachweisen.
n der letzten Phase kommt es dann zur Ausheilung der Sehne. Das Loch in dem sich der Kalkherd befand verschließt sich mit Narbengewebe, dass idealerweise wieder eine sehnengleiche Struktur annimmt.
Tendinosis Calcarea
Inzidenz
Inzidenz 2,7 - 50%
rechts größer links
Frauen größer Männer
30. - 49. Lebensjahr
meist Supraspinatussehne (75%)
häufiger bei Berufen mit Innenrotation und
Abduktion des Armes (Sekretärinnen
Therapie Tendinosis Calcarea
Schmerzmedikation, Kryotherapie - „ wait and see"
Krankengymnastik - Elektrotherapie - Ultraschall
Stoßwelle
Needling
Arthroskopische Kalkdepotentfernung
Subakromiale Injektion
Impingement - Ursachen
Impingement - Ursachen

hakenförmiges Akromion
acromialer Knochensporn
Osteophyt


Beim Impingement (Einklemmung) handelt es sich wahrscheinlich um die häufigste Ursache einer schmerzhaften Schultersteife. Die Meinung über die Ursachen des Impingements ist noch nicht einheitlich, meist werden mehrere Ursachen genannt.

Zwischen dem Oberarmkopf und dem „Schulterdach" zieht die Rotatorenmanschette hindurch. Hier liegt auch die Bursa subacromialis (s. o.). Es ist dort, je nach Form der Knochen, relativ wenig Platz. Als „Schulterdach" bezeichnet man das Acromion einschließlich des Gelenkes zum Schlüsselbein (Schulter-Eckgelenk) und des zum Rabenschnabelfortsatz des Schulterblattes laufenden Bandes (Ligamentum coracoacromiale). Wenn eine Sehne dazwischen irritiert wird, schwillt diese an, und der sowieso schon geringe Platz wird dann noch mehr eingeengt mit Schmerzen und einer Störung der Struktur der Sehne/Rotatorenmanschette. Dies geschieht vor allem bei gestörtem Bewegungsablauf bei Abspreizbewegungen des Armes (s. u. Verletzungen der Rotatorenmanschette und gestörtes Caudalgleiten).

Aber auch chronische Überbelastungen mit kleinen Abrissen von Sehnen oder Gelenklippe (Bankart-Läsion), forcierte Wurfsportausübung und altersbedingte Atrophien der Rotatorenmanschette an der Schulter kommen infrage.

Arthrotische Veränderungen des Gelenkes, vor allem des Schultereckgelenkes (Acromioclavikulargelenk) haben Osteophyten zur Folge, die in den Raum, in dem der Oberarmkopf bzw. die Rotatorenmanschette bewegt wird, hineinwachsen (Hook). Auch hier ist eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung die Folge.
Impingement Therapie
Krankengymnastik über 3 Monate:
Krankengymnastische und manuelle Therapie zur
Steigerung der Beweglichkeit und Kaudalisierung des
Humeruskopfes
Muskelaufbau der Innen- und Außenrotatoren zur
Kaudalisierung
Wenn fehlender Erfolg, dann
Subakromiale Infiltration für die
passagere Schmerzfreiheit
weiterhin
Operation
Rotatorenmanschettenruptur
Ätiologie
Klinik
Rotatorenmanschettenruptur
Ätiologie
traumatisch (5-8%)
degenerativ (92-95%)
isolierte Subscapularisrupturen zu 70% traumatisch
Schulterluxation größer 40 führen zu 40-70% zu RM-Ruptur

Klinik
ältere Patienten
meist Angabe eines auslösenden Traumas
plötzlicher Schmerzbeginn oder Schmerzverstärkung
Schmerzprojektion auf Oberarm
Liegen auf Schulter schmerzhaft
Arbeiten über Kopf erschwert oder unmöglich
Voraussetzungen für Operation der
Rotorenmanschettenruptur
Voraussetzungen für Operation:
freie passive Beweglichkeit
ausreichender Leidensdruck
Motivation für lange Nachbehandlung
Frozen shoulder
Frozen shoulder
= Schultersteife, adhäsive Kapsulitis, periarthritis scapulo-humerale
Inzidenz: 2%
initiale Synovialitis
kapsuläre und ligamentäre Fibrodysplasie
30% beidseits
primäre Form = idiopathisch
häufiger Frauen (45-55. Lebensjahr)
postmenopausal
Diab. mell. (10-29%), Schilddrüsenerkrankungen,
Fettstoffwechselstörungen, M. Dupuytren,
M. Sudeck, sekundäre Form = posttraumatisch o. postoperativ, Schädelhirntrauma, Langzeitbeatmung
Frozen shoulder
Klinik:
Frozen shoulder
Klinik:
• zunächst diffuser Schmerz
• Bewegungseinschränkung in allen 3 Ebenen, als erstes IR
Selbstlimitierende Erkrankung (bis 2 Jahre Dauer):
1. Freezing Phase
- zunehmender Schmerz (Nachtschmerz)
- zunehmende Bewegungseinschränkung
2. Frozen Phase
- Schmerzrückgang
- zunehmende Bewegungseinschränkung
- Inaktivitätsatrophie
3. Thawing Phase
- Schmerzfreiheit
- Rückkehr der Beweglichkeit
Frozen shoulder
Untersuchung:
Frozen shoulder
Untersuchung:
• aktive und passive Beweglichkeit eingeschränkt
• bei Fixierung Skapula keine Abduktion bis 90° möglich
• Rö: zunächst unauffällig, später Inaktivitätsatrophie Humeruskopf
• Sono: Erguß im Bereich der Bizepssehne
Frozen shoulder
Therapie:
Frozen shoulder
Therapie:
• Krankengymnastik
• Manuelle Therapie
• Elektrotherapie
• Wärme
• NSAR, Enzyme, Cortison (oral o. intraartikulär)
20% Therapieversager
3 Monate erfolglose konservative Therapie OP
OP:
• Narkosemobilisation
• Arthroskopischer Kapselrelease
20% Therapieversager
• M. supraspinatus
Der Muskel entspringt an der Fossa supraspinata an der dorsalen Seite des Schulterblattes und füllt diese weitgehend aus. Er setzt an der oberen Facette des Tuberculum majus des Oberarmknochens (Humerus) an. Einige seiner Sehnenfasern strahlen in die Kapsel des Schultergelenks ein. Er ist Teil der so genannten Rotatorenmanschette.

Die Innervation des Musculus supraspinatus erfolgt durch den Nervus suprascapularis aus dem Plexus brachialis (Segmente: C4-C6).

Der Musculus supraspinatus ist zusammen mit dem Musculus deltoideus für die

Abduktion und Außenrotation

des Oberarmes verantwortlich. Bei angelegtem Arm bzw. kleinem Abduktionswinkel - unter etwa 15° - ist er für das Abspreizen des Arms der wichtigste Agonist. Danach leistet der Musculus deltoideus die Hauptarbeit.

Eine zusätzliche Funktion des Musculus supraspinatus ist die Spannung der relativ weiten Kapsel des Schultergelenkes. Im Zusammenspiel mit den anderen Muskeln der Rotatorenmanschette wird in der Startphase der Schulterbewegung der Oberarmkopf (Caput humeri) nach medial verlagert und damit auf der Cavitas glenoidalis scapulae zentriert.
Musculus infraspinatus
Der Musculus infraspinatus entspringt an der Fossa infraspinata an der dorsalen Seite des Schulterblattes und füllt diese weitgehend aus. Er setzt am Tuberculum majus des Oberarmknochens (Humerus) an und ist damit Teil der so genannten Rotatorenmanschette.

Die Innervation des Musculus infraspinatus erfolgt durch den Nervus suprascapularis aus dem Plexus brachialis (Segmente: C4-C6).

Der Musculus infraspinatus ist zusammen mit dem Musculus deltoideus und dem Musculus supraspinatus für die Außenrotation des Oberarmes verantwortlich, an der er den stärksten Anteil hat. Darüber hinaus unterstützt er schwach die Abduktion.
Musculus subscapularis
Der Ursprung des Musculus subscapularis liegt an der Fossa subscapularis an der ventralen Seite des Schulterblattes und füllt diese vollständig aus.

Der Ansatz des Musculus subscapularis liegt am Tuberculum minus des Humerus. Einige seiner Sehnenfasern strahlen in die Kapsel des Schultergelenks ein. Er ist Teil der so genannten Rotatorenmanschette.

Die Innervation des Musculus subscapularis erfolgt durch die Nervi subscapulares, kurze motorische Äste aus dem Fasciculus posterior des Plexus brachialis (Segmente: C5-C7).

4 Funktion

Der Musculus subscapularis ist der wichtigste Muskel für die Innenrotation des Oberarmes und wirkt bei gehobenem Arm an der Adduktion mit. Eine zusätzliche Funktion des Musculus subscapularis ist die Spannung der relativ weiten Kapsel des Schultergelenkes.
Musculus teres minor
Der Musculus teres minor hat seinen Ursprung am seitlichen Rand (Margo lateralis) des Schulterblattes (Scapula). Seine Fasern verlaufen nach kranial und lateral und strahlen in die Kapsel des Schultergelenkes ein.

Die Innervation des Musculus teres minor erfolgt durch den Nervus axillaris aus dem Plexus brachialis (Segmente: C4-C6).

4 Funktion

Der Musculus teres minor ist verantwortlich für die Außenrotation, Retroversion und Adduktion des Oberarms. Anatomisch begrenzt er zusammen mit dem Musculus teres major die mediale und laterale Achsellücke.

Die Innervation des Musculus teres minor erfolgt durch den Nervus axillaris aus dem Plexus brachialis (Segmente: C4-C6).
Musculus biceps brachii
Beide Köpfe des Musculus biceps brachii haben ihren Ursprung an der Scapula. Sie werden in diesem Bereich jedoch vom Musculus deltoideus überdeckt, so dass die Teilung erst erkennbar ist, wenn man diesen Muskel bei der Präparation entfernt. Die Ursprungssehne des längeren Bizepskopfs (Caput longum) zieht durch die Gelenkkapsel des Schultergelenks zu ihrem Ursprung am Tuberculum supraglenoidale der Scapula - umgeben von der Vagina synovialis intertubercularis. Der sehnige Ursprung des kürzeren Bizepskopfs (Caput breve) ist der Processus coracoideus (Rabenschabelfortsatz).


Der sehnige Ansatz des Musculus biceps brachii ist die Tuberositas radii des Radius und - über die Aponeurosis musculi bicipitis - die Unterarmfaszie. Der Musculus biceps brachii läuft damit über 2 Gelenke, das Schulter- und Ellenbogengelenk.

Die Innervation des Musculus biceps brachii erfolgt durch den Nervus musculocutaneus aus dem Plexus brachialis (Segmente: C5-C6 bzw. C7).

4 Funktion

Der Musculus biceps brachii ist zusammen mit dem Musculus brachialis für die Flexion (Beugung) des Unterarms im Ellenbogengelenk verantwortlich. Darüber hinaus hat er einen starken Anteil an der Supination des Unterarms. Er ist der direkte Antagonist des Musculus triceps brachii.

Im Schultergelenk verursacht die Kontraktion des Caput longum eine geringe Abduktionsbewegung des Arms, die Kontraktion des Caput breve eine geringe Adduktion. Die Kontraktion beider Köpfe resultiert in einer Anteversion des Arms.
Musculus latissimus dorsi
Der Musculus latissimus dorsi setzt am Sulcus intertubercularis des Humerus in unmittelbarer Nachbarschaft zum Ansatz des Musculus teres major an der Crista tuberculi minoris an. Damit ist der Ansatz an der Medialseite des Humeruskopfes lokalisiert.

An der Vereinigung mit dem Musculus teres major befindet sich die Bursa subtendinea musculi latissimi dorsi, die im Sinne einer Bursitis schmerzhaft verändert sein kann.

Innervation

Die Innervation des Musculus latissimus dorsi erfolgt durch den Nervus thoracodorsalis aus dem Plexus brachialis (Segmente: C6-C8).

4 Funktion

Die Funktionen des Musculus latissimus dorsi umfassen die Adduktion und Innenrotation des Armes. Er unterstützt zudem die Retroversion. Bei fixiertem Arm kann der Musculus latissimus dorsi den Oberkörper an den Arm heranziehen und ist daher beim Klettern ein wichtiger Muskel.

Bei der Exspiration, insbesondere beim Husten wirkt der Musculus latissimus dorsi als Hilfsmuskel. Nach langwierigem Husten ist daher ein Muskelkater des Musculus latissimus dorsi nicht selten.
Elevation
Mit dem Begriff Elevation bezeichnet man das Anheben einer Extremität über einen Winkel von 90° zur Vertikalen. Die Elevation ist die Fortführung der Abduktion.
Musculus serratus anterior
Der Musculus serratus anterior besteht aus drei verschiedenen Anteilen, die sich zum Teil in ihrer Funktion unterscheiden.

Die Pars superior entspringt an der 1.-2. Rippe und setzt am Angulus superior der Scapula an. Die Pars superior hebt die Schulter.
Die Pars intermedia hat ihren Ursprung an der 2.-3. Rippe und zieht zum medialen Rand der Scapula. Sie bildet den größten Anteil des Musculus serratus anterior und zieht gemeinsam mit der Pars superior die Scapula nach ventral.
Die Pars inferior entspringt an der 4.-9. Rippe und setzt am Margo medialis und am Angulus inferior der Scapula an. Die Pars inferior schwenkt den Angulus inferior nach lateral und ermöglicht damit eine Elevation des Arms.


3 Innervation

Die Innervation des Musculus serratus anterior erfolgt durch den Nervus thoracicus longus aus der Pars supraclavicularis des Plexus brachialis (Segmente: C5-C7).

4 Funktion

Der Musculus serratus anterior zieht die Scapula nach ventral und erleichtert dadurch die Rotation der Scapula. Bei aufgestützten Armen unterstützt der Muskel als Atemhilfsmuskel die Inspiration. Alle drei Anteile des Muskels fixieren im Zusammenspiel mit den Musculi rhomboidei die Scapula am Thorax.

5 Besonderheit

Der Musculus serratus anterior bildet die mediale Wand der Achselhöhle.

6 Lähmung

Bei einer Lähmung des Musculus serratus anterior, insbesondere durch eine Druckschädigung des Nervus thoracicus longus, ist eine Elevation des Arms nicht mehr möglich. Zudem kann die Scapula auf der betroffenen Seite flügelförmig abstehen (Scapula alata).
M. pectoralis
Der Musculus pectoralis major ist ein großer, kräftiger und fächerförmiger Muskel, der am oberen Teil des knöchernen Thorax direkt über dem Musculus pectoralis minor liegt. Er gehört zu den äußeren Brustmuskeln, die den ventralen Schultergürtel mit dem Rumpf verbinden. Man unterteilt den Muskel in drei Anteile:

Pars clavicularis
Pars sternocostalis
Pars abdominalis

2 Verlauf

Die drei Muskelteile haben folgenden Ursprung:

Pars clavicularis: An der mediale Hälfte der Clavicula (Schlüsselbein)
Pars sternocostalis: Am ipsilateralen Rand des Sternums (Manubrium sterni und Corpus sterni), sowie an den Knorpeln der zweiten bis sechsten (mitunter auch siebten) Rippe
Pars abdominalis: Am vorderen Blatt der Aponeurose des Musculus rectus abdominis
Die Fasern des Musculus pectoralis major ziehen konzentrisch auf ihre Insertionsstelle zu und laufen dort zu einer flachen Sehne zusammen, deren Ansatz an der Crista tuberculi majoris des Humerus liegt. Sie besteht aus zwei übereinander liegenden Schichten (Laminae), die in sich verdreht erscheinen.

3 Innervation

Die Innervation des Musculus pectoralis major erfolgt durch den Nervus pectoralis medialis (C8-Th1) und den Nervus pectoralis lateralis (C5-C7) aus dem Plexus brachialis.

4 Funktion

Der Musculus pectoralis major bewirkt eine Anteversion, Adduktion und Innenrotation des Arms im Schultergelenk. Bei fixierten (aufgestützen) Armen dient er zusammen mit dem Musculus pectoralis minor als Atemhilfsmuskel.
Druckpunkte bei der Untersuchung
Druckpunkte
• Acromioclaviculargelenk
• Sternoclaviculargelenk
• Coracoid
• Tuberculum majus
• Vorderrand Acromion
• Sulcus intertubercularis
• Dorsaler Soft-spot
Codman Handgriff
Der Codman-Griff ist der zentrale Bestandteil der Schulteruntersuchung. Dabei wird die Hand auf das Schulterdach gelegt. Mit der anderen Hand werden das AC-Gelenk, das SC-Gelenk, das Coracoid, das Tuberculum majus, das Acromions und der Sulcus intertubercularis getastet. Mit diesem Griff wird auch die passive Beweglichkeit überprüft. Eine Hand liegt auf der Schulter, während die andere den Arm in alle Richtungen führt.
Test nach Jobe
2 Durchführung

Der Patient sitzt oder steht mit dem Rücken zum Untersucher. Der Patient bringt den Arm aktiv in eine 90°-Abduktion sowie eine 30° Anteversion (Flexion) im Schultergelenk. Die Ellenbogen sind gestreckt. Der Arm wird nun in eine Pronationsstellung gebracht, sodass der Daumen zum Boden zeigt. In dieser Stellung wird der Patient aufgefordert den Arm gegen Widerstand, den ihm der Untersucher durch Herunterdrücken des Arms entgegen bringt, weiter im Schultergelenk zu abduzieren oder dagegen zu halten. Empfindet der Patient hierbei Schmerzen oder ist eine Abduktion gegen leichten oder keinen Widerstand nicht möglich, so ist der Test als positiv zu bewerten. Zum Seitenvergleich in Bezug auf die Kraft beider Arme kann der Test gleichzeitig an beiden Armen durchgeführt werden, wobei der Untersucher mit beiden Armen einen Widerstand gegen beide Arme des Patienten aufbaut.

2.1 Empty Can-Variante
Zur isolierten Erfassung der Funktion des Musculus supraspinatus wird der Arm in dieser Position sowohl im Schulter- als auch im Ellenbogengelenk proniert, sodass der Daumen zum Boden zeigt. Diese Haltung erinnert an das Ausschütten einer Kanne, woraus sich die Namensgebung ergibt. In dieser Position ist nun die abduktorische Komponente des Musculus biceps brachii komplett sowie die des Musculus deltoideus größtenteils ausgeschaltet, wodurch eine isolierte Betrachtung der Funktion des Musculus supraspinatus möglich wird.

2.2 Full Can-Variante
Bei der Full Can-Variante wird der Arm im Schulter- und Ellenbogengelenk supiniert, sodass der Daumen nach Kranial zeigt. Wird der Test nun durchgeführt, ermöglicht er eher die Betrachtung einer Läsion der langen Sehne des Musculus biceps brachii.
Das Labrum glenoidale
Das Labrum glenoidale, auch Limbus, Knorpellippe oder Pfannenlippe ist eine 3-4 mm breite, wulstige Umrahmung der Knorpelpfanne (Cavitas glenoidalis) des Schulterblatts.

Das Labrum glenoidale besteht aus Faserknorpel, der im posteroinferioren Abschnitt fest, im superoanterioren Abschnitt beweglich mit der Gelenkpfanne verbunden ist. Im kranialen Anteil der Gelenkpfanne bildet das Labrum zusammen mit der Bizepssehne den Labrum-Bizepssehnen-Komplex (LBS-Komplex).
Luxation
Ät
Eine traumatische Luxation wird durch eine hebelnde Krafteinwirkung auf den gestreckten Arm verursacht, typischerweise von vorne bei Außenrotation und Abduktion, wie z. B. beim Handballspieler mit ausgestrecktem Wurfarm. Die erstmalige Luxation tritt meist beim jungen Erwachsenen auf. Nach einem solchen Trauma können schon bei geringeren Kräften rezidivierende Luxationen auftreten. Die Gründe dafür sind verbliebene Schäden am Kapsel-Band-Apparat, Abriss des labrum glenoidale (Bankart-Läsion), Knochenbrüche (Frakturen sowie Knorpel-, Muskel- und Nervenschäden)
Luxation
Therapie
Die Zurückverlagerung der Luxation von außen ohne eine Operation wird geschlossene Reposition genannt und sollte möglichst schnell erfolgen, da wegen Muskelanspannung und Anschwellung die Reposition mit zunehmender Dauer der Luxation schwieriger wird. Wenn durch die Luxation Nerven (insbesondere Nervus axillaris) oder Gefäße eingeklemmt sind kann eine verzögerte Reposition zu bleibenden Schäden führen. Grundsätzlich wird in den Leitlinien[1] eine Zurückhaltung bei der sofortigen Notfall-Reposition noch am Unfallort empfohlen, da erst ein Röntgenbild angefertigt werden sollte, um einen begleitenden Knochenbruch auszuschließen. Ein blinder Repositionsversuch bei nicht erkanntem Knochenbruch könnte nämlich zu zusätzlichen Verletzungen führen.
Reposition nach Hippokrates
Reposition nach Arlt
Repositionierung nach Kocher
Bei der Reposition nach Hippokrates übt der Arzt Zug auf den gestreckten Arm aus, während er den eigenen Fuß als Widerlager in der Achsel des Patienten platziert. Bei der Reposition nach Arlt wird der Zug mit einer Stuhllehne als Widerlager durchgeführt, bei der Repositionierung nach Kocher wird der Arm per Adduktion (Ellenbogen an den Körper) - Außenrotation - und Elevation (Anheben) mit Hilfe der dadurch entstehenden Hebelwirkung an der Gelenkspfanne reponiert. Die Reposition erfordert eine Analgosedierung. Anschließend wird das Gelenk für ein bis drei Wochen (je nach Schweregrad/Luxationsursache etc.) in einem Gilchrist- oder Desault-Verband ruhiggestellt, worauf allerdings bei älteren Patienten aufgrund der Gefahr einer Schulterversteifung verzichtet wird.
Indikationen für eine operative Therapie
Schulterluxation
Indikationen für eine operative Therapie sind eine nicht gelingende geschlossene Reposition, Komplikationen (Gefäß/Nerven-Schäden, Hill-Sachs-Läsion, Bankart-Läsion) sowie rezidivierende Luxationen. Dies kann je nach Anlass arthroskopisch oder offen durchgeführt werden.
Hill-Sachs-Delle
Bankart-Läsion
Als Hill-Sachs-Delle bezeichnet man eine Knochenimpression am Humeruskopf. Sie kann durch eine Unterfütterung mit Spongiosa oder eine Drehosteotomie (nach Weber, nur noch selten angewandt) behandelt werden. Unter einer Bankart-Läsion versteht man den Abriss des knorpeligen Labrum glenoidale inferius von der Gelenkpfanne. Die Therapie besteht in einer arthroskopischen Refixierung oder einer Rekonstruktion mittels eines Knochenspans. Beide Läsionen sind Risikofaktoren für ein rezidivierendes Auftreten weiterer Luxationen.
Nachbehandlung
Erstluxation
Reluxationsrisiko:
Nachbehandlung
Erstluxation
Ruhigstellung im Gilchristverband:
• kleiner 40 Lebensjahr und sportlich aktiv: 3 Wochen
• größer 40 Lebensjahr und sportlich inaktiv: 10 Tage
Reluxationsrisiko:
• kleiner 20 Lebensjahr: 94%
• 21-30 Lebensjahr: 79%
• 31-40 Lebensjahr: 50%
je jünger, desto eher OP
Arthroserisiko durch Luxation
Risikofaktoren
• Insgesamt Arthroserisiko 10 -20 fach durch Luxation erhöht

Risikofaktoren für Arthrose:
• Anzahl der Reluxationen
• Geringes Alter bei Erstluxation
• Großer Abstand zwischen Luxation und Stabilisierung
• Knöcherne Verletzung
Kein Einfluß:
• Grad der Außenrotationseinschränkung
Omarthrose
Als Omarthrose wird ein Gelenksverschleiß im Schultergelenk bezeichnet. Bei dieser Arthroseart kommt es zu einem Abrieb von Knorpel im Oberarmkopf und/oder der Schultergelenkspfanne.

primäre Omarthrose ohne erkennbare Ursache als Altersverschleiß des Gelenkes
sekundäre Omarthrose
bei stattgehabten Knochenbrüchen unter Mitbeteiligung des Schultergelenks
als Folge einer Oberarmkopfnekrose
Die inverse Prothese
Diese künstlichen Schultergelenke werden als „invers" bezeichnet, weil sie im Vergleich zu einem normalen künstlichen Schultergelenk - umgekehrt konstruiert sind. Das bedeutet: bei normalen Schulterprothesen sitzt die Kugel des künstlichen Gelenkes auf dem künstlichen Oberarmschaft und die künstliche Schulterpfanne wird dort eingebaut, wo die knöcherne Schulterpfanne liegt, welche abgerieben ist. Die inverse Prothese ist genau umgekehrt konstruiert. Bei ihr sitzt die Kugel auf der Schulterpfanne und die künstliche Schulterpfanne auf dem Oberarmschaft.
Der Grund warum diese Prothesen derart konstruiert werden, liegt darin, dass man aus biomechanischer Sicht das Drehzentrum der Schulter nach unten und innen verlagert. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass man nur auf einen Muskel zur Funktion der Prothese angewiesen ist, und zwar auf den Deltamuskel. Bei der normalen Schulterprothese braucht man die Muskeln der Rotatorenmanschette, damit das künstliche Schultergelenk ordentlich funktioniert. Bei der Deltaprothese nicht.
Defektarthropathie
Defektarthropathie
Sehnenrisse und Arthrose des Hauptgelenkes
Dies stellt die schwerste Form des Verschleißes am Schultergelenk dar und bedeutet, dass neben der Arthrose des Haupt und Nebengelenkes auch mind.2 Sehnen großflächig gerissen sind.

Die kausale Therapie besteht in einer Versorgung mit einem künstlichen Schultergelenk und zwar einer sogenannten „Inversen Prothese" auch Deltaprothese genannt.
Dieser Prothesentyp ist der Einzige, der bei der Kombination Sehnennriss und Arthrose funktioniert.
Andere Prothesentypen führen automatisch zum Versagen!
Die Primäre Omarthrose ist zum totalen Gelenkersatz geeignet, weil
die Rotatorenmanschette meist gut erhalten ist.
Spongiosaplastik
Als Spongiosaplastik bezeichnet man in der Orthopädie und Unfallchirurgie die operative Einbringung von Knochengewebe vorzugsweise aus dem Markraum (Spongiosa) zur Auffüllung von Knochendefekten oder zur Behandlung von Störungen der Frakturheilung (Pseudarthrosen)
Die Spongiosplastik wird heute fast ausschließlich körpereigen (autogen) durchgeführt, das heißt der Knochen wird in einer Operation aus einem Knochenareal entnommen und während derselben Operation in das Zielareal desselben Patienten eingebaut (implantiert). In Ausnahmefällen (sehr große Defekte) kann das Knochenmaterial auch von Organspendern (homologer Knochen) stammen.
Für die seltenen Fälle ist ein maximaler biologischer Sicherheitsaufwand zu betreiben, da es sich bei Knochendefekten nicht um lebensbedrohliche Erkrankungen handelt und daher die Übertragung von blutübertragenen Krankheiten (HIV, Hepatitis, etc.) auf keinen Fall hingenommen werden kann.
Die 5 klassischen lokalen Zeichen einer Entzündung sind (nach Galen)
Rötung ("rubor")
Schwellung ("tumor")
Schmerz ("dolor")
Überwärmung ("calor")
Eingeschränkte Funktion ("functio laesa")
painful arc Test
1 Definition

Als painful arc bezeichnet man Schmerzen, die bei einer Abduktion des Armes gegen einen Widerstand zwischen 60 bis 120° auftreten.

2 Hintergrund

Der Nachweis eines "painful arc" ist ein klinischer Hinweis für das Vorliegen eines Impingement-Syndroms. Die Ursache liegt darin, dass in diesem Bereich die Sehne des Musculus supraspinatus und die Bursa subacromialis unter dem Acromion eingeklemmt werden. Dies führt zur Entzündung und Schwellung der Bursa und des umgebenden Gewebes. Dies wiederum verstärkt die Enge, der Schmerz wird stärker und das Gelenk wird zunehmend in Schonhaltung gebracht. Die Folge ist eine Kapselschrumpfung und eine daraus resultierende Gelenksteife.
Drop-arm-sign
Definition

Das sog. Drop-arm-sign ist ein Hinweis auf eine Ruptur der Rotatorenmanschette. Bei einer Ruptur kann der Arm bei passiver Abduktion vom Patienten nicht aktiv oben gehalten werden und fällt, sobald der Untersucher den Arm loslässt.
Druckpunkte der Schulter
Trochanter minus
Coracoid
Sulcus bizipitalis
Akromioklavikulargelenk
Die Ligamenta glenohumeralia
Die Ligamenta glenohumeralia sind 3 bindegewebige Faserzüge, die den vorderen Teil der Gelenkkapsel des Schultergelenks verstärken.

2 Anatomie

Die Ligamenta glenohumeralia gehen am Tuberculum supraglenoidale der Scapula auf den Fasern des Labrum glenoidale hervor und ziehen als Teil der Gelenkkapsel zum Collum anatomicum des Humerus. Sie zeichnen sich auf der Innenseite der Gelenkkapsel als Falten ab.
Bewegungsumfang
Schulter
testen
Bewegungsumfang
Einen ersten Überblick über das Bewegungsausmaß der Schulter
erhält man, indem man den Patienten den Nacken- und Schürzengriff
ausführen lässt. Hierbei werden die Abduktion und Außenrotation
(Nackengriff) bzw. Adduktion und Innenrotation (Schürzengriff)
geprüft. Die Beschreibung des Bewegungsausmaßes erfolgt
nach der Neutral-Null-Methode. Wichtig ist, sowohl die aktive als
auch die passive Beweglichkeit zu prüfen.
Klinisches Bild des Impingementsydrom

Neer-Zeichen
Typisch beim Impingementsyndrom der Schulter ist ein Schmerz bei der Abduktion (Abspreizen) des Oberarms im Bereich von 70° bis 130° ("painful arc"), aber auch die Außen- und Innenrotation in der Schulter sind mehr oder weniger stark eingeschränkt. Diagnostisch wird hier ein positives Neer-Zeichen gefordert. Dabei wird der maximal pronierte Arm bei fixiertem Schulterblatt passiv angehoben. Schmerzen ab 130° werden als positiv betrachtet und als Zeichen für ein Vorliegen eines Impingements gewertet. Weiterhin kann eine Reizung der Supraspinatussehne Musculus supraspinatus ebenfalls durch maximale Innenrotation mit gleichzeitiger Abduktion des Armes erzielt werden. Dieses Zeichen nennt sich Jobe´s Sign. Weitere Impingementsyndrome werden für das Ellenbogengelenk, das Handgelenk, das Hüftgelenk, das Kniegelenk und das obere Sprunggelenk beschrieben.
Hawkins-Zeichen
Hawkins-Zeichen Mit dem innenrotierten und flektierten Arm des Patienten wird eine kraftvolle Kraulbewegung ausgeführt Beiden Impingementzeichen gemein ist ein mechanischer Konfilkt zwischen Tuberculum majus und Fornix humeri
Drop arm sig
Rotatorenmanschette
Drop arm sign Der Patient kann, bei einer Rotatorenmanschettenmassenruptur,
den um 90° passiv abduzierten Arm nicht in der
Waagrechten halten (Pseudoparalyse).
0°-Abduktionstest (Starter-Test)
0°-Abduktionstest (Starter-Test) Aus der Neutral-Null -Stellung
versucht der Patient, gegen Widerstand des Untersuchers den Arm
zu abduzieren. Schmerzen und/oder Kraftminderung deuten auf
eine Läsion der Supraspinatussehne hin.
ARO-Lag-Zeichen
lnfraspinatussehne/M. teres minor
Die Außenrotatoren werden überprüft, indem man den Patienten
seinen um 90° im Ellenbogengelenk gebeugten Arm gegen Widerstand
außenrotieren lässt. Ist eine aktive Außen rotati on nicht
oder nur eingeschränkt möglich, kann der Arm auch passiv außenrotiert
werden und soll dann vom Patienten in dieser Posit ion
gehalten werden. Kommt es zu einer spontan en Innenrotation ,
sp richt man vom ARO-Lag-Zeichen (ARO = Außenrotation)
Lift-off-Test
Subskapularissehne
Analog zur Außenrotation kann für die Subskapularissehne die Innenrotation
überprüft werden. Lift-off-Test Der innenrotierte und dem Rücken anliegende Arm
soll vom Patienten nach hinten abgehoben werden.
Belly-press-Test
Belly-press-Test Der Patient wird angewiesen, mit beiden Handflächen und voller Kraft gegen seinen eigenen Bauch zu drücken.
Hierbei sollen die Handgelenke durchgestreckt und das Ellenbogengelenk
vorne gehalten werden. Ist d ies nicht möglich, so ist der Test positiv für eine Subskapularisläsion
Apprehension-Test
l nstabilitätstest
Der Untersucher führt den Arm in 90° Abduktion und Außenrotation und d rückt gleichzeitig mit dem Daumen der kontralateralen Hand den Humeruskopf nach ventral. Kommt es hierbei zu einer plötzlichen muskulären Anspannung, ist der Test positiv und spricht für eine vordere Instabilität
Sulcus sign
lnstabilitätstest
Beim stehenden Patienten mit hängendem Arm zieht der Untersucher am Ellenbogengelenk den Arm nach kaudal. Im
positiven Fall kommt es zu einer Rinnenbildung am Akromion
Palm-up-Test
Lange Bizepssehne
Der Untersucher drückt gegen die Handfläche des Patienten, der seinen Arm 90° abduziert, 30° flektiert und supiniert
hält. Schmerzen werden typischerweise über dem Sulcus intertubercularis angegeben.
Speed-Test
Speed-Test Der Patient wird aufgefordert, den supinierten und im Ellenbogen leicht gebeugten Arm gegen den Widerstand des Untersuchers
zu flektieren. Durch das Anspannen der langen Bizepssehne kommt es zur Schmerzprovokation. Der häufig erwähnte Yergason-Test (Supination gegen Widerstand) enttäuscht oft im klinischen
Alltag.
Der Bizepssehnenreflex
1 Definition

Der Bizepssehnenreflex ist ein Eigenreflex, der nach Schlag auf die Bizepssehne zu einer Kontraktion des Musculus biceps brachii führt und dadurch eine Beugung des Unterarms im Ellenbogengelenk auslöst.

2 Physiologie

Der Bizepssehnenreflex wird über den Nervus musculocutaneus vermittelt und in Motoneuronen der Segmente C5 und C6 verschaltet.

3 Durchführung

Der Reflex kann im Sitzen oder im Liegen ausgelöst werden. Der Untersucher hält den leicht angewinkelten Unterarm und schlägt mit dem Reflexhammer leicht auf die in der Ellenbeuge verlaufende Bizepssehne. Bei erfolgreicher Auslösung des Reflexes kommt es zu einer Kontraktion des Bizeps. Die Prüfung erfolgt im Seitenvergleich.
Der Trizepssehnenreflex
1 Definition

Der Trizepssehnenreflex ist ein Eigenreflex, der nach Schlag auf die Sehne des Musculus triceps brachii eine Kontraktion des Muskels und damit eine Streckung (Extension) im Ellenbogengelenk auslöst. Er wird über den Nervus radialis vermittelt und in Motoneuronen der Segmente C6 und C7 verschaltet.

2 Durchführung

Der Reflex kann am sitzenden oder liegenden Patienten ausgelöst werden.

Beim liegenden Patienten wird der angewinkelte Arm auf den Brustkorb des Patienten gelegt. Beim sitzenden Patienten hält der Untersucher den Arm so hoch, dass er im Ellenbogen angewinkelt und im Schultergelenk abgewinkelt ist.
Der Reflex wird durch einen betonten, aber nicht zu kräftigen Schlag auf die Sehne des Musculus triceps brachii kurz oberhalb des Olekranons ausgelöst.
Anschließend untersucht man die Gegenseite und vergleicht die Reflexantwort.
Falls die Reflexantwort schwach ist, kann man den Patienten auf die Zähne beißen lassen, um den Reflex zu bahnen.
Sulcus bicipitalis medialis
Der Sulcus bicipitalis medialis ist die medial vom Musculus biceps brachii gelegene Weichteilrinne.

2 Begrenzungen

Die Begrenzungen des Sulcus bicipitalis medialis sind:

Musculus biceps brachii (lateral)
Septum intermusculare mediale (medial)
Musculus triceps brachii (dorsal)
3 Inhalt

Der Sulcus bicipitalis medialis enthält maßgebliche Anteile des Gefäß-Nerven-Stranges der oberen Extremität. Von medial nach lateral sind zu nennen:

Nervus ulnaris
Vena basilica
Nervus cutaneus antebrachii medialis
Venae brachiales
Arteria brachialis
Nervus medianus
Freiheitsgrade
Schulter
Freiheitsgrade [Bearbeiten]

Durch den Aufbau als Kugelgelenk bedingt, ist die Bewegung des Armes in allen drei Ebenen und Achsen möglich. Einen wesentlichen Beitrag zur Beweglichkeit leisten beim Menschen die beiden Teilgelenke des Schultergürtels (Articulatio acromioclavicularis und Articulatio sternoclavicularis). Je nach Erfordernissen werden durch die Beweglichkeit dieser Gelenke die Positionen von Schlüsselbein (Clavicula) und Schulterblatt modifiziert.

Für die Praxis ist davon auszugehen, dass kaum eine Bewegung des Armes auf eine alleinige Bewegung des Schultergelenkes zurückzuführen ist. Das Zusammenspiel der Gelenkgruppe ist daher bei der Bewertung von Bewegungseinschränkungen mit zu berücksichtigen.

Transversal
Anteversion bis 90° im Schultergelenk, eine Elevation darüber (bis maximal 170°) unter Mitwirkung der Gelenke des Schultergürtels, eine vollständige Elevation (180°) ist durch Streckung der Wirbelsäule möglich
Retroversion bis maximal 50°
Sagittal
Abspreizbewegung (Abduktion) bis 90° im Schultergelenk, mit Beteiligung des Schultergürtels und der Wirbelsäule bis 180°
Heranführungsbewegung (Adduktion) bis 45°
Vertikale Achse
Einwärtsdrehung (Innenrotation) um 30°
Auswärtsdrehung (Außenrotation) um 60°
OSCE Übersicht
Inspektion Schulterhochstand/Skapulastand und Seitendifferenz
Schonhaltung/Muskelatrophie,
Globale Bewegungsprüfung (Nackengriff,Schürzengriff)
Inspektion Rötung/Schwellung/Hämatom und Sensibilität/Reflexe -
Schulter/Arm (BSR, TSR)
Palpation Akromioklavikulargelenk, Sternoclaviculargelenk und Sulcus
bicipitalis
Infraspinatustest/Teres minor ; Bizepstest (z.B. Yergasson)
Supraspinatusprüfung (z.B. Jobe-Test) und Subscapularis (z.B. lift off)
Bewegungsausmaß Schulter (IR/AR, Anteversion/Retroversion,
Abduktion/Adduktion) (Bestimmung nach Neutral-Null-Methode)
Schmerzhafter Bogen,
Impingmenttest (z.B. Neer oder Hawkins)
Stabilitätsprüfung der Schulter (z.B. Apprehensionstest),
Palpation Processus Coracoideus
C5-Syndrom
Schmerz:
Schulter (lateral und dorsal
über dem Deltoideus)

Paresen:
M. deltoideus
(C5-C6)
M. biceps brachii
(C5/C6)

MER:
Bizepsreflex
meist abgeschwächt

Differentialdiagnose:
Läsion des N. axillaris
(Sensibilitätsstörung!)
C6-Syndrom
Schmerz:
ganzer Arm (Deltoideus/ Hinterrand, radialer
Condylus, Radialseite Unterarm, Daumen)

Paresen:
M. biceps brachii (C5-C6)
M. brachioradialis (C5/C6)

MER:
Bizepsreflex
(stark abgeschwächt oder fehlend)
Radius Periost Reflex

EMG:
Kennmuskeln: M. biceps brachii und M.
brachioradialis
(M. pronator teres immer mitbetroffen)


Differentialdiagnose:
Läsion des N. musculocutaneus
(niemals Innervationsstörung im M. brachioradialis oder im M. pronator teres, keine
sensible Störung des Daumens)
C7-Syndrom
Schmerz:
ausstrahlend in 2./3./4. Finger

Paresen:
M. triceps brachii, M.pectoralis major,
lange Fingerbeuger, M. pronator teres,
ev. M. serratus ant.

MER:(Muskeleigenreflex)
Trizepsreflex
immer abgeschwächt oder fehlend

EMG:
Kennmuskeln: M. triceps brachii und
Daumenballen, auch M. pronator teres

Differentialdiagnose:
Läsion des N. medianus

(CTS viel häufiger, NLG!)
Karpaltunnelsyndrom viel häufiger als Nervenleitgeschwindigkeit runter
Plexus cervicalis
Plexus brachialis
Aus dem Rückenmark im Bereich der Halswirbelsäule entspringen auf jeder Seite acht Nervenstränge, die Spinalnerven. Die oberen vier (C1-C4) bilden zusammen das Halsgeflecht (Plexus cervicalis), welches den Hals und die Halsmuskulatur, aber auch das Zwerchfell innerviert. Daraus ergibt sich, dass eine eigenständige Atmung bei Verletzung des Rückenmarks auf Höhe des vierten Wirbelkörpers (oder höher) nicht mehr möglich ist. Die unteren vier (C5-C8; Anm.: Es gibt sieben Halswirbel, aber acht Halsnerven) bilden zusammen mit den Nerven des ersten Brustwirbelkörpers (Th1) das Armgeflecht (Plexus brachialis), welches die Brust- und Armmuskulatur sowie die dazugehörige Haut innerviert.
C8-Syndrom
C8-Syndrom

Schmerz:
ausstrahlend in 4./5. Finger
Ulnarseite Unterarm
(im 4./5. Finger auch Parästhesien)

Paresen:
Handmuskeln (Hypothenar, in
geringerem Maß auch Mm.
interossei)

MER: (Trömnerreflex)


EMG:
Kennmuskeln: Hypothenar, in
geringerem Maß auch Mm. interossei
(M. flexor digitorum superf. et prof. )

Differentialdiagnose:
Läsion des N. ulnaris (deutliche
Atrophien und Paresen, NLG!);
Systemerkrankungen (SMA, ALS,
Muskelerkrankungen); Syringomyelie
Verschiedene Verletzung des Labium glenoidale
bei Luxation
Richtung - Vordere Luxation
Klassische Bankart-Läsion 80%
Knöcherne Bankart-Läsion 3%
Perthes-Läsion 5%
Isolierter Kapselriss 3%
HAGL-Läsion 1%
Nachbehandlung Luxation
Nachbehandlung
Erstluxation
Ruhigstellung im Gilchristverband:
kleiner 40 Lebensjahr und sportlich aktiv: 3 Wochen
größer 40 Lebensjahr und sportlich inaktiv: 10 Tage
Reluxationsrisiko:
kleiner 20 Lebensjahr: 94%
21-30 Lebensjahr: 79%
31-40 Lebensjahr: 50%
je jünger, desto eher OP
operationstechnik
bei Rezidivierenden Luxationen
Offene Stabilisierung - Kapselplastik nach NEER

J span
Die Subskapularissehne und die Gelenkskapsel werden gespalten. Der Humeruskopf wird zur Seite gehalten und der Glenoiddefekt dargestellt. Ein bikortikaler Beckenkammspan mit kranialer und lateraler Kortikalis wird entnommen und in Form des Buchstaben J modelliert. Um den Span zu verankern, wird mit dem Meißel eine Osteotomie am Skapulahals vorgenommen. Der Keil des Spans wird mit einem gezahnten Stößel eingeschlagen. Die Oberfläche des Spans wird mit der Olivenfräse an das umgebende Knorpelniveau angeglichen.
Schulterluxation
Lokalisation
Lokalisation
In ca. 95% der Fälle vordere Luxation (luxatio subcoracoidea)
Sehr selten:
Luxation nach hinten (luxatio infraspinata)
Luxation nach lateral-kaudal (luxatio axillaris)
Luxation nach kaudal mit senkrecht nach oben gehaltenem Arm (luxatio
erecta)