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Die vier Phasen der Kalkschulter-Erkrankung

Es kommt durch die Durchblutungsstörung und eventuell Druckerhöhung im Sehnengewebe zur Auslösung von Vorgängen in der Sehne die zur Bildung der Sehnenverkalkung führt.
In der zweiten Phase vergrößert sich der Kalkherd . Meist haben die Betroffenen zu dieser Zeit nur mäßige Schmerzen. Bei vielen bleibt die Verkalkung sogar unbemerkt.
Diese Phase kann mehrere Jahre andaueren. Erreichen die Kalkherde jedoch eine gewisse Größe, führen sie zur Einklemmung und Entzündung der Sehne. Dieser Zustand wird oft auch Tendinitis Calcarea genannt. Stärkere Schmerzen entstehen, wenn sich der Schleimbeutel, eine Art Polster zwischen Sehne und dem knöchernen Schulterdach (Acromion), ebenfalls entzündet.
In der dritten Phase, kommt es zur spontanen Selbstauflösung des Kalkherdes. Meist einhergehend mit einem Aufbrechen des Kalkherdes und einer Entleerung von Kalkpartikeln in den darüber liegenden Schleimbeutel. Die Folge ist eine massive Schleimbeutelentzündung (Bursitis calcarea) mit oft extremen Schmerzen und Bewegungseinschränkung. Die meisten Patienten die meine Sprechstunde aufgrund extremer plötzlich aufgetretener Schulterschmerzen aufsuchen befinden sich in dieser oft hochaktuen Phase der Selbstauflösung. Die sofort bei Beginn der 3 Phase angefertigten Röntgenbilder zeigen oft einen großen Kalkherd. Kontrollaufnahmen kurze Zeit später, oft nicht länger als 4-6 Wochen danach,
zeigen meist nur noch kleine Spuren der Verkalkung oder können den Kalkherd gar nicht mehr nachweisen.
n der letzten Phase kommt es dann zur Ausheilung der Sehne. Das Loch in dem sich der Kalkherd befand verschließt sich mit Narbengewebe, dass idealerweise wieder eine sehnengleiche Struktur annimmt.
Impingement - Ursachen

hakenförmiges Akromion
acromialer Knochensporn
Osteophyt


Beim Impingement (Einklemmung) handelt es sich wahrscheinlich um die häufigste Ursache einer schmerzhaften Schultersteife. Die Meinung über die Ursachen des Impingements ist noch nicht einheitlich, meist werden mehrere Ursachen genannt.

Zwischen dem Oberarmkopf und dem „Schulterdach" zieht die Rotatorenmanschette hindurch. Hier liegt auch die Bursa subacromialis (s. o.). Es ist dort, je nach Form der Knochen, relativ wenig Platz. Als „Schulterdach" bezeichnet man das Acromion einschließlich des Gelenkes zum Schlüsselbein (Schulter-Eckgelenk) und des zum Rabenschnabelfortsatz des Schulterblattes laufenden Bandes (Ligamentum coracoacromiale). Wenn eine Sehne dazwischen irritiert wird, schwillt diese an, und der sowieso schon geringe Platz wird dann noch mehr eingeengt mit Schmerzen und einer Störung der Struktur der Sehne/Rotatorenmanschette. Dies geschieht vor allem bei gestörtem Bewegungsablauf bei Abspreizbewegungen des Armes (s. u. Verletzungen der Rotatorenmanschette und gestörtes Caudalgleiten).

Aber auch chronische Überbelastungen mit kleinen Abrissen von Sehnen oder Gelenklippe (Bankart-Läsion), forcierte Wurfsportausübung und altersbedingte Atrophien der Rotatorenmanschette an der Schulter kommen infrage.

Arthrotische Veränderungen des Gelenkes, vor allem des Schultereckgelenkes (Acromioclavikulargelenk) haben Osteophyten zur Folge, die in den Raum, in dem der Oberarmkopf bzw. die Rotatorenmanschette bewegt wird, hineinwachsen (Hook). Auch hier ist eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung die Folge.
Der Musculus serratus anterior besteht aus drei verschiedenen Anteilen, die sich zum Teil in ihrer Funktion unterscheiden.

Die Pars superior entspringt an der 1.-2. Rippe und setzt am Angulus superior der Scapula an. Die Pars superior hebt die Schulter.
Die Pars intermedia hat ihren Ursprung an der 2.-3. Rippe und zieht zum medialen Rand der Scapula. Sie bildet den größten Anteil des Musculus serratus anterior und zieht gemeinsam mit der Pars superior die Scapula nach ventral.
Die Pars inferior entspringt an der 4.-9. Rippe und setzt am Margo medialis und am Angulus inferior der Scapula an. Die Pars inferior schwenkt den Angulus inferior nach lateral und ermöglicht damit eine Elevation des Arms.


3 Innervation

Die Innervation des Musculus serratus anterior erfolgt durch den Nervus thoracicus longus aus der Pars supraclavicularis des Plexus brachialis (Segmente: C5-C7).

4 Funktion

Der Musculus serratus anterior zieht die Scapula nach ventral und erleichtert dadurch die Rotation der Scapula. Bei aufgestützten Armen unterstützt der Muskel als Atemhilfsmuskel die Inspiration. Alle drei Anteile des Muskels fixieren im Zusammenspiel mit den Musculi rhomboidei die Scapula am Thorax.

5 Besonderheit

Der Musculus serratus anterior bildet die mediale Wand der Achselhöhle.

6 Lähmung

Bei einer Lähmung des Musculus serratus anterior, insbesondere durch eine Druckschädigung des Nervus thoracicus longus, ist eine Elevation des Arms nicht mehr möglich. Zudem kann die Scapula auf der betroffenen Seite flügelförmig abstehen (Scapula alata).
2 Durchführung

Der Patient sitzt oder steht mit dem Rücken zum Untersucher. Der Patient bringt den Arm aktiv in eine 90°-Abduktion sowie eine 30° Anteversion (Flexion) im Schultergelenk. Die Ellenbogen sind gestreckt. Der Arm wird nun in eine Pronationsstellung gebracht, sodass der Daumen zum Boden zeigt. In dieser Stellung wird der Patient aufgefordert den Arm gegen Widerstand, den ihm der Untersucher durch Herunterdrücken des Arms entgegen bringt, weiter im Schultergelenk zu abduzieren oder dagegen zu halten. Empfindet der Patient hierbei Schmerzen oder ist eine Abduktion gegen leichten oder keinen Widerstand nicht möglich, so ist der Test als positiv zu bewerten. Zum Seitenvergleich in Bezug auf die Kraft beider Arme kann der Test gleichzeitig an beiden Armen durchgeführt werden, wobei der Untersucher mit beiden Armen einen Widerstand gegen beide Arme des Patienten aufbaut.

2.1 Empty Can-Variante
Zur isolierten Erfassung der Funktion des Musculus supraspinatus wird der Arm in dieser Position sowohl im Schulter- als auch im Ellenbogengelenk proniert, sodass der Daumen zum Boden zeigt. Diese Haltung erinnert an das Ausschütten einer Kanne, woraus sich die Namensgebung ergibt. In dieser Position ist nun die abduktorische Komponente des Musculus biceps brachii komplett sowie die des Musculus deltoideus größtenteils ausgeschaltet, wodurch eine isolierte Betrachtung der Funktion des Musculus supraspinatus möglich wird.

2.2 Full Can-Variante
Bei der Full Can-Variante wird der Arm im Schulter- und Ellenbogengelenk supiniert, sodass der Daumen nach Kranial zeigt. Wird der Test nun durchgeführt, ermöglicht er eher die Betrachtung einer Läsion der langen Sehne des Musculus biceps brachii.
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