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Die Pflege- & Unterstützungsbedarf bei Menschen mit Diabetes mellitus ermitteln, begründet & beratend handeln (TB 04.1.04)


• Diabetes mellitus
Von Diabetes spricht man, wenn der Körper die Glukosekonzentration nicht kontrollieren kann, weil der Pankreas keine oder zu wenig Insulin produziert oder die Körperzellen nicht mehr vollständig auf die Wirkung von Insulin reagieren oder sogar dagegen resistent sind. Wenn der Blutzuckerspiegel ansteigt, können die Körperzellen aufgrund des Insulinmangels keine Glukose aufnehmen und verlieren ihre Energiequelle. Der Körper versucht dann, überschüssige Glukose aus dem Blut zu entfernen und verwendet Fette und Eiweiße, aus den Muskeln als alternative Energiequelle. Dies führt zu Stoffwechselstörungen und kann einige der typischen Symptome des Diabetes zur Folge haben.
Formen
- Diabetes mellitus Typ 1
- Diabetes mellitus Typ 2
- sekundärer Diabetes mellitus = Ursachen sind: chron. Lebererkrankung,
Pankreaserkrankung, endokrine Erkrankung,
Medikamente
- Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes)

Sonderformen
- MODY( = maturity onset diabetes of the Young) keine Insulinresistenz, vor dem 25
Lebensjahr, ist Vererbbar
- LADA (=late onset autoimmune diabetes of the adelt) nach dem 45. Lebensjahr

19. Diabetes mellitus Typ 1
Definition
Unter der Bezeichnung Diabetes mellitus werden Störungen des Zuckerstoffwechsels zusammengefasst, die zu einer Hyperglykämie führen. Beim Diabetes mellitus Typ 1 liegt ein absoluter Insulinmangel vor, das bedeute, dass die Zellen des Pankreas kein Insulin produzieren. Der Diabetes mellitus Typ 1 betrifft überwiegend Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.

Ursachen
- Zerstörung der B-Zellen des Pankreas (Autoimmunerkrankung)
- Virusinfektionen z. B. Mumps, Masern und Grippeviren
- Genetische Disposition

Symptome
- Polydipsie (übermäßiger Durst)
- Dieser Durst hängt damit zusammen, dass der Körper versucht, den überschüssigen
Zucker im Blut loszuwerden. Und das regelt der Körper mithilfe über die Nieren.
- Polyurie (häufiges Wasserlassen)
- Passend zum starken Durst kommt es auch zur verstärkten Ausscheidung von Harn.
Dieses verstärkte Ausscheidung ist das Ziel des Körpers Zucker aus dem Blut
abzubauen.

- Ungewollter Gewichtsverlust
- Da viel Zucker mit dem Urin ausgeschieden wird, fehlt dieser nun dem Körper als
Nährstoff

- Mattigkeit, Abgeschlagenheit
- Das Fehlen der Nährstoffe für die Körperzellen, für das Gehirn und die Muskeln,
vermindert die Leistungsfähigkeit des Menschen

- Trockene Haut und Juckreiz
- Durch den Insulinmangel werden die Körperzellen nicht mehr ausreichend versorgt,
hinzu kommt noch eine schlechte Durchblutung

- Heißhunger
- Weil die Nährstoffe für die Körperzellen fehlen, denn die werden ja mit dem Urin
ausgeschieden, bekommt der Diabetes - Erkrankte eine ausgeprägten Heißhunger. Selbst
wenn er diesem Heißhunger nachgibt und viel isst, nimmt er wieder ab.

- Sehstörungen
- Hängen mit der Schädigung der Nerven und der mangelnden Versorgung der Blutgefäße
der Augen zusammen. Die Betroffenen sehen nach einiger Zeit verschwommen und
können weniger scharf erkennen

- Infektanfälligkeit z. B. Harnegs-, Hautpilzinfektionen
- Durch die schlechte Versorgung der Körperzellen leidet das Immunsystem des Körpers
und kann nicht mehr gut genug funktionieren. Infektionskrankheiten, zu denen auch
banale Erkältungen gehören, können nicht mehr so gut heilen wie bei einem gesunden
Menschen.

Diagnostik
Blutzucker
Der Blutzucker liegt normalerweise nüchtern unter 110 mg/dl (Milligramm pro Deziliter) im Blutserum (bzw. 126 mg/dl im Blutplasma) und steigt nach dem Essen auf maximal 140 mg/dl an. Für ein Diabetes mellitus sprechen entweder klassische Symptome und ein Blutzuckerwert von über 200 mg/dl bzw. die wiederholte Bestätigung des Blutzuckerwertes von über 200 mg/dl oder ein Nüchtern Blutzuckerwert von über 110 mg/dl.

Harnuntersuchungen

Glukosurie
Ab einem Blutzucker von etwa 180 mg/dl wird die so genannte Nierenschwelle für Glukose überschritten, bei der der Körper beginnt, überschüssige Glukose über den Urin auszuscheiden. Bei Schwangeren liegt diese Nierenschwelle etwas niedriger. Dieser ausgeschiedene Zucker kann mithilfe von Glukose-Teststreifen im Harn nachgewiesen werden. Glukose im Urin ist ein Hinweis auf Diabetes mellitus.

Ketonurie
Wenn die Zellen aufgrund eines Insulinmangels keinen Zucker verwerten können, ernähren sie sich von so genannten Ketonkörpern, einem Produkt des Kohlehydratstoffwechsels in der Leber. Bei schlechter diabetischer Stoffwechsellage tauchen sie auch im Urin auf (Ketonurie) und können ebenfalls mit einem einfachen Teststreifen nachgewiesen werden.
Therapie
Insulintherapie
Es gibt in der Insulin-Therapie zwei unterschiedliche Ansätze:
1. Die intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT)

Bei der ICT wird zu den Mahlzeiten ein kurz wirksames Insulin als so genanntes "Bolus-Insulin" gespritzt. Diese Therapieform erlaubt dem Patienten ein ausgesprochen hohes Maß an Flexibilität. Denn die Dosierung erfolgt in Abhängigkeit vom gemessenen Ausgangsblutzucker und der Kohlenhydratmenge, die Sie zu sich nehmen möchten.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Mahlzeiteninsulinen:

Das kurzwirksame Analog-Insulin wird direkt zu jeder Mahlzeit gespritzt. Eine Wartezeit zwischen Spritzen und Essen entfällt also, weil die Wirkung unmittelbar eintritt. Die stärkste Wirkung ist nach ca. einer Stunde erreicht - Zwischenmahlzeiten sind nicht erforderlich. Die gesamte Wirkdauer liegt bei ca. 2-3 Stunden. Durch die schnelle Wirkung kann dieses Insulin auch nach dem Essen gespritzt werden.

Das Altinsulin beginnt nach 30 Minuten zu wirken. So lange sollte mit dem Essen gewartet werden. Die Wirkung ist nach ca. 1-2 Stunden zu erwarten. Da die Gesamtwirkdauer ca. 4-6 Stunden andauert, müssen oft kleine Zwischenmahlzeiten eingenommen werden, um eine Hypoglykämie zu vermeiden.

Zusätzlich wird zwei- bis dreimal täglich ein so genanntes Verzögerungsinsulin injiziert, das ca. zwei Stunden nach dem Spritzen zu wirken beginnt. Es versorgt den Körper kontinuierlich über 10-14 Stunden mit Insulin und wird daher meist morgens und abends angewendet.
2. Die konventionelle Insulintherapie (CT)

Unter der konventionellen Insulintherapie versteht man die Behandlung mit Mischinsulinen, die jeweils vor dem Frühstück und dem Abendessen erfolgt. In manchen Fällen kann eine Injektion vor dem Mittagessen sinnvoll sein.

Typ-2-Diabetiker, die einen regelmäßigen Tagesablauf haben und zu festen Zeitpunkten essen, können mit dieser Therapieform bei relativ geringem Aufwand eine gute Blutzuckereinstellung erreichen.

Bei der Verwendung von Insulinmischungen ist es wichtig, die festgelegte Kohlenhydratmenge zu essen. Wird eine größere Kohlenhydratmenge konsumiert, steigen die Blutzuckerwerte an. Wird eine zu geringe Kohlenhydratmenge gegessen, sinken die Blutzuckerwerte ab.

Prinzipiell stehen zwei Arten von Mischinsulinen zur Verfügung, nämlich Mischungen aus Altinsulinen und langwirksamem Insulin oder schnellwirksamem Analoginsulin und langwirksamem Insulin:

Mischungen aus Altinsulin und langwirksamem Insulin beginnen nach ca. 30 Minuten zu wirken. Deshalb sollte zwischen dem Spritzen und dem Essen ein Abstand von ca. 30 Minuten eingehalten werden. Bei diesen Mischinsulinen sind Haupt- und Zwischenmahlzeiten erforderlich. Kommt es zu Unregelmäßigkeiten beim Verzehr der Mahlzeiten, kann eine Unterzuckerung die Folge sein.

Schnell wirksame Analog-Mischinsuline wirken sofort und können direkt zum Essen gespritzt werden. Diese stehen in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen zur Verfügung. Inwieweit Zwischenmahlzeiten überhaupt noch erforderlich sind, sollte mit dem Arzt und dem Diabetes-Team anhand der Blutzuckerwerte entschieden werden.
20. Diabetes mellitus Typ 2

Definition
Beim Diabetes mellitus Typ 2 hingegen liegt ein relativer Insulinmangel vor und er betrifft vor allem ältere und übergewichtige Menschen.

Ursachen
- Insulinresistenz - Adipositas
- Hypertonie - genetische Veranlagung
- Metabolisches Syndrom (s. u.) - falsche Ernährung und Bewegungsmangel

Metabolisches Syndrom
- Genetische Disposition
- Falsche Ernährung
- Bewegungsmangel
-(= führen zur Insulinresistenz )
- Übergewicht (Stammbetont!)
- Fettstoffwechselstörungen
- gestörte Glukosetoleranz
- Hypertonie
Folgen: - Veränderung der Blutgerinnung
- Veränderung des Gefäßendothels
- erhöhtes cardio - vaskuläres Risiko!!

Therapie
In der Behandlung des Diabetes unterscheidet man drei grundlegende Therapieformen:

- Basistherapie
- Behandlung mit Tabletten ( orale Antidiabetiker)

Basistherapie (Ernährung und Bewegung)

Ernährung

Die Basis für die erfolgreiche Behandlung jeder Form von Diabetes mellitus ist bewusste Ernährung. Vollwertige Mischkost mit reichlich Vollkornprodukten, Gemüse und Obst, aber Fleisch in Maßen ist für die Ernährung eines Menschen mit Diabetes mellitus ideal, wie für jeden Gesunden auch. Kohlenhydrate spielen dabei eine besondere Rolle, denn Sie beeinflussen unmittelbar den Blutzuckerspiegel. Auch ein gesundes Körpergewicht ist wichtig, da die Körperzellen bei Übergewicht schlechter auf Insulin regieren.


Bewegung

Die zweite Säule der Basistherapie ist ausreichende Bewegung. Sie senkt den Blutzuckerspiegel, weil durch die körperliche Aktivität mehr Glucose verbraucht wird. Außerdem steigt die Insulinempfindlichkeit und das vorhandene Insulin kann besser wirken. Insbesondere sorgt regelmäßige Bewegung bei übergewichtigen Diabetikern dafür, das Körpergewicht zu normalisieren.
Behandlung mit Tabletten (orale Antidiabetiker)

Diese Behandlungsform eignet sich ausschließlich für Typ-2-Diabetiker und kann angewendet werden, wenn die Basistherapie nicht zu einer Normalisierung der Blutzuckerwerte führt. Eingesetzt werden hier Medikamente in Tablettenform mit verschiedenen Wirkstoffen.

- Glucosidasehemmer wie Acarbose, die den Anstieg des Blutzuckerspiegels nach einer Mahlzeit verzögern, und Biguanide, die den Blutzuckerspiegel normalisieren können.

- Sulfonylharnstoffe eingesetzt, wie z.B. Glibenclamid. Dieses Medikament bewirkt, dass die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin ausschüttet.

In diesem Zusammenhang ist es jedoch wichtig zu wissen, dass die Behandlung mit Tabletten keinen Ersatz für Insulin darstellt, sondern darauf abzielt, mit anderen Wirkstoffen die Senkung des Blutzuckers oder die Wirksamkeit des körpereigenen Insulins zu fördern.
21. Hypoglykämie
Definition
= Blutzucker ist unter 50mg/dl; zusätzliche Schocksymptomatik

Symptome
- Heißhunger, Unruhig, Zittrigkeit
- Haut ist blass, kalt und infolge eines Schweißausbruches feucht
- Psychische Störungen jeder Art, Bewusstseinstrübungen bis hin zur Bewusstlosigkeit sowie
neurologische Ausfälle; auch zerebrale Krampfanfälle sind möglich
- In Extremfällen hat der Patient zentrale Atmung- und Kreislaufregulationsstörungen

Aufgaben der Pflege
- Vitalzeichenkontrolle = Monitoring auf der Intensivstation
- BZ - Kontrolle
- Wärme zufuhr z.B. Decken
- Traubenzucker wenn Schluckstörungen nicht vorhanden sind
- Situationsgerechte Lagerung z.B. bei Bewusstlosigkeit = stabile Seitenlage
- Atmung beobachten
- strenge Bettruhe
- Schulung
- Umgang mit Insulin
22. Allgemeine Lebensführung des Diabetikers und Diabetesschulung

• Diabetische Selbstkontrolle
- Urinzucker: Ist messbar, wenn der BZ im Blut über 180mg/dl ist
- Urinazeton: nicht stabile Stoffwechsellage, übermäßiger Fettabbau über Lunge
und Urin.
- BZ: - Patient sollte Normwerte für sich kennen (Zielwert)
- Je nach Patient evtl. 3 - 4mal BZ-Kontrolle (immer Individuell) und auch
immer je nach Therapie-Schema

• Ärztliche Kontrolluntersuchungen
- HbA1c - Wert =gibt Auskunft über den BZ der letzten 3 Monate
Normwert ca. 6 - 7%
- Füße kontrollieren alle 3 Monate, je nach Patienten, Wärme / Kälte Regulation,
Durchblutung und Wundheilungsstörungen
- Blutdruck (Gefäßschädigung)
- Augen (1x im Jahre oder 2x im Jahr)
- Urinsticks
- Labor (Krea, Harnstoff, Eiweiß)
- EKG (1x im Jahr evtl. Belastungs- /Langzeit-RR
23. Pflege des Patienten mit Diabetes mellitus

• Bewegung & bewegt werden
- BZ - sinkt
- Durchblutung wird gefördert
- Traubenzucker immer dabei
- immer zur zweit bei extrem Sportarten
- vor dem Sport Essen & Insulin minimieren
- BZ-Messen vor dem Sport

• Haut & den Körper pflegen
- Fußpflege des Diabetikers: - Fußinspektion mit Fußspiegel
- Pediküre durch Fachpersonal (Proktologin)
- Füße gut eincremen
- gut abtrocknen
- rückfettende Cremes / Seifen
- pH - Neutrale & ohne Parfüm Pflegemittel
- Baumwolle Strümpfe tragen


• Körpertemperatur regulieren
- Stoffwechselentgleisung

• Essen & Trinken
- wie Patient eingestellt ist
- welchen Typ er hat
- Patient haben fast keine Einschränkungen

• Phänomene der Ausscheidung
- häufig Harnwegsinfekte, Keime mögen Glucose
- bei 180mg/dl bindet Glucose das Wasser, was dann ausgeschieden wird vermehrte
Ausscheidung
- Darm wird nicht gut Durchblutet wechseln von Obstipation & Diarrhöe

• Phänomene von Wach sein & Schlafen
- Gefahr von Hyper- & Hypoglykämie
- BZ - Kontrolle in der Nacht (in der Klinik)

• Beschäftigung
- Beruf alles möglich muss nur seine Utensilien mitnehmen
- Außer wo man Menschenbefördert (z.B. Kapitän, Busfahrer)


• Sexualität
- vor dem Sex Blutzucker messen dann evtl. Insulin injizieren
- Gefahr: Impotent beim Mann
- keine SM- Spiele