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BauR Bayern

Terms in this set (13)

II. Beiladung, § 65 VwGO

III. Begründetheit

1. Passivlegitimation, § 78 I Nr. 1 VwGO
Art. 53 I, 54 I BayBO, Art. 37 I 2 LKrO: Freistaat Bayern

2. Rechtmäßigkeit der Baugenehmigung

a) Rechtsgrundlage, Art. 55 I, 68 I BayBO

b) Formelle Rechtmäßigkeit

aa) Zuständigkeit
Sachlich: Art. 53 I 2, 1 BayBO LRA als Kreisverwaltungsbehörde
Örtlich: Art. 3 I Nr. 1 BayVwVfG

bb) Verfahren
(1) Beteiligung des N
Art. 66 I 1 BayBO: N als „Nachbar" zu beteiligen
P: Heilung? (Art. 45 I Nr. 3, II BayVwVfG)
P: Eingreifen von Art. 46 BayVwVfG?
(2) Ordnungsgemäße Bekanntgabe des VA
Gegenüber E (+), allerdings entgegen Art. 66 I 6 BayBO nicht an N
Zwischenergebnis: Baugenehmigung formell rechtswidrig, aber Mangel heilbar.

c) Materielle Rechtmäßigkeit

aa) Genehmigungsbedürftigkeit, Art. 55 I BayBO
(1) Genehmigungsbedürftiger Tatbestand
(1.1) Anlage gem. Art. 2 I 4, 1 BayBO (+)
(1.2) Änderung (+)
(2) Keine Ausnahme von der Genehmigungsbedürftigkeit
(1.1) Verfahrensfreiheit nach Art. 57 BayBO (-)
(1.2) Genehmigungsfreistellung nach Art. 58 BayBO (-)

bb) Genehmigungsfähigkeit
(1) Prüfungsmaßstab
Grds.: Art. 59 BayBO (Vereinfachtes Verfahren; kein Sonderbau,
Art. 2 IV BayBO), Besonderheit: Art. 59 S.1 Nr. 2, 63 I 1 BayBO
(2) Zulässigkeit nach §§ 29 ff. BauBG
(2.1) Anwendbarkeit, § 29 BauGB
Bodenrechtliche Relevanz i.S.v. § 29 BauGB (+), Änderung (+)
(2.2) Einschlägiger Gebietsbereich:
Unbeplanter Innenbereich nach § 34 BauGB
(2.3) Zulässigkeit des Vorhabens nach § 34 BauGB
(2.3.1) Art der baulichen Nutzung:
Nach § 34 II BauGB i.V.m. § 5 II Nr. 3 BauNVO grds. (+), aber:
Unzulässigkeit nach § 15 I 2 2. Alt. BauNVO ?
P: Unzumutbarkeit: umfassende, einzelfallbezogene Abwägung
(2.3.2) Anforderungen des § 34 BauGB im Übrigen
Zwischenergebnis: Das Vorhaben ist nach §§ 29 ff. BauGB genehmigungsfähig.
(3) Zulässigkeit nach Art. 59 I Nr. 2 i.V.m. Art. 63 I, Art. 6 I, IV, V 1 BayBO
(3.1) Wirksamer Antrag auf Zulassung der Abweichung
P: Verstoß gegen Begründungspflicht nach Art. 63 II 2 i.V.m. 1 2.
HS BayBO
(3.2) Abweichung
grds. (+), da Art. 6 I, IV, V 1 BayBO nicht eingehalten
P: berücksichtigbar bei Genehmigung von
(Nutzungs)Änderungen?
(3.3) Rechtmäßige Zulassung der Abweichung gem. Art. 63 I BayBO
→ Vereinbarkeit mit öffentlichen Belangen unter
Berücksichtigung des Zweckes der Anforderungen und der
öffentlich-rechtlich geschützten nachbarlichen Belange?

3. Verletzung des N in eigenen Rechten
a) durch Nichtbeteiligung gem. Art. 66 I 1 BayBO (-)
b) durch fehlende Zustellung der Baugenehmigung gem. Art. 66 I 6 BayBO (-)
C. Begründetheit
Die Klage des K ist begründet, wenn sie gegen den richtigen Beklagten gerichtet ist, die Ablehnung der Baugenehmigung rechtswidrig ist und K dadurch in seinen subjektiven Rechten verletzt wird, § 113 V VwGO. Letzteres ist der Fall, wenn K
einen Anspruch auf Erteilung der Baugenehmigung hat.

I. Passivlegitimation
Richtiger Beklagter gem. § 78 I Nr. 1 VwGO ist der Freistaat Bayern, da die bauaufsichtlichen Aufgaben gem. Art. 54 I BayBO Staatsaufgaben sind und das nach Art. 53 I BayBO zuständige Landratsamt somit bei der Erteilung von Baugenehmigungen gem. Art. 37 I 2 LKrO als Staatsbehörde handelt.

II. Anspruch auf Erteilung der Baugenehmigung

1. Antrag auf Erteilung der Baugenehmigung an die zust. Behörde

2. Genehmigungspflichtigkeit
- grdsl. genehmigungspflichtig gem. Art. 55 I BayBO, da Anlage gem. Art. 2 I 4 BayBO in Gestalt einer baulichen Anlage (Art. 2 I 1 BayBO) darstellt
- Ausnahme: Art. 56ff BayBO (-)

3. Genehmigungsfähigkeit
(+), wenn das Vorhaben den im Genehmigungsverfahren zu
prüfenden Vorschriften entspricht, vgl. Art. 68 I 1 1. HS BayBO.

a) Prüfungsumfang:
Art. 60 i.V.m. Art. 59 S. 1 BayBO: Sonderbau gem. Art. 2 IV Nr. 2 BayBO

b) Bauplanungsrechtliche Zulässigkeit, Art. 60 S. 1 Nr. 1 BayBO i.V.m. §§ 29ff BauGB

aa) Anwendbarkeit, § 29 BauGB
bauliche Anlage i.S.v. § 29 I BauGB

bb) Einschlägiger Gebietsbereich
- Bebauungsplan
- Bebauungsplan wirksam?
(1.) Formelle Gesichtspunkte
(1.1) Wirksame Beschlussfassung im Gemeinderat, Art. 49 BayGO
(1.1.1) Rechtmäßigkeit des Ausschlusses von A wg. persönlicher
Beteiligung gem. Art. 49 I BayGO
(1.1.2) Beachtlichkeit des Mangels
(1.2.3) Rechtmäßigkeit der Beteiligung des E an der
Beschlussfassung
(1.2) Unwirksamkeit wegen mangelnder Begründung
(1.3) Unwirksamkeit wegen nicht ausreichender Ermittlung der relevanten Belange gem. § 2 III BauGB

(2) Materielle Gesichtspunkte
(2.1) Unwirksamkeit wegen mangelnder „Erforderlichkeit" nach
§ 1 III BauGB
(2.2) Unwirksamkeit wegen Verstoßes gegen den „numerus clausus" der Festsetzungen gem. § 9 Nr. 1, § 9a BauGB i.V.m. BauNVO
(2.3) Unwirksamkeit wegen Verstoßes gegen das Entwicklungsgebot, § 8 II BauGB
(2.4) Unwirksamkeit wegen Abwägungsmängeln, § 1 VI, VII BauGB

cc) Zulässigkeit nach § 35 BauGB
(1) Privilegiertes oder sonstiges Vorhaben
(2) Keine Beeinträchtigung öffentlicher Belange

c) Bauordnungsrechtliche Zulässigkeit, Art. 60 S. 1 Nr. 2 BayBO
- Art. 14 I GG:
nach älterer Rspr. denkbar bei schweren und unerträglichen Beeinträchtigungen der Grundstückssituation;
aktuelle Rspr.: in den Normen des einfachen Baurechts
(als Inhalts- und Schrankenbestimmungen des Eigentums) ist der
Drittschutz abschließend konkretisiert; ein unmittelbarer Rückgriff
auf Art. 14 I GG scheidet deshalb aus

- BAUPLANUNGSRECHT

Festsetzungen des B-Plans:
o zur Art der baulichen Nutzung: (+)
Gebietserhaltungsanspruch (der Nachbarn im
Plangebiet; P: Schutz von Nachbarn außerhalb des
Gebiets)
o zu Maß der baulichen Nutzung, Bauweise und
überbaubaren Grundstücksfläche: Auslegung der
konkreten Festsetzung im Einzelfall erforderlich

Ausnahmen und Befreiungen:
o jedenfalls (+), wenn von nachbarschützender Vorschrift
abgewichen werden soll;
o § 31 II BauGB („Würdigung nachbarlicher Interessen"):
immer (+)

§ 15 I 2 BauNVO:
drittschützend, weil darin Gebot der Rücksichtnahme
enthalten

§ 34 BauGB:
o Abs. 1: Im Erfordernis des „Sich Einfügens" ist das (nachbarschützende)
Gebot der Rücksichtnahme verankert
o Abs. 2: genauso drittschützend wie B-Plan-Festsetzungen
über die Art der baulichen Nutzung („Planersatzfunktion")

§ 35 BauGB: nachbarschützendes „Gebot der
Rücksichtnahme" wird verortet im Begriff der „öffentlichen
Belange", die nicht entgegenstehen bzw. nicht beeinträchtigt
werden dürfen

- BAUORDNUNGSRECHT
durch Auslegung der jeweiligen Vorschrift zu ermitteln (Beispiele
für grds. nachbarschützende Normen: Regelung der
Abstandsfläche zum Nachbargrundstück, Brandschutzvorschriften,
soweit sie das Übergreifen von Feuer auf benachbarte
Grundstücke verhindern sollen)