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F51 Schlafstörungen

STUDY
PLAY
F50-55 Verhaltensauffälligkeiten in Verbindung mit körperlichen Störungen oder Faktoren
F50 Ess-Störungen
F51 Nicht organische Schlafstörungen
F52 Nicht organische sexuelle Funktionsstörungen
F53 Psychische und Verhaltensstörungen im Wochenbett
F54 Psychologische Faktoren oder Verhaltensfaktoren bei anderenorts klassifizierten Krankheiten
F55 Mißbrauch von nichtabhängigkeitserzeugenden Substanzen
Schlaf
- 4-6 zyklische Abfolgen von 4 Non-REM-Phasen und REM-Phase
- Funktionen
* Entspannung/Entmüdung
* Lern- und Gedächtnisfunktionen
* Stärkung Immunsystem
* regeneraytive Prozesse des Stoffwechsels
Schlafphasen
4 Non-REM-Phasen
Std. 1 Einschlafen
Std. 2 Leichtschlaf
Std. 3 mittlerer Schlaf
Std. 4 Tiefschlaf
REM-Schlafphase (20-25%)
REM-Schlaf
- paradoxer/aktiver Schlaf
- Steigerung Herz- und Hirntätigkeit, schnelle Augenbewegungen
- bei Erwachen werden Träume häufig erinnert
- 20-25% des Gesamtschlafanteils
Entwicklung des Schlafs über die Lebensspanne
- nimmt bis 30 Lj. kontinuierlich ab und bleibt dann weitgehend unverändert
- 7-8 Std. täglicher Schlafbedarf mit großen intraindividuellen Unterschieden
- Schlafqualität (Tielfschlaf) und - effizienz (Bettzeit/Schlafzeit nehmen mit dem Alter ab
Schlafstörungen
- allgemeine Einteilung -
1. primäre (nicht-organische) psychophysische Schlafstörung
2. sekundäre Schlafstörungen (bei körperlichen oder psychischen Erkrankungen)
Schlafstörungen
- KlassifikationICD10 -
* Dysomnien
- primäre (nicht organische) Insomnie
- primäre (nicht organische) Hyposomnie
- nicht organische Störung des Schlaf-und Wach-Rhythmus
* Parasomnien
- Somnabulismus (Schlafwandeln)
- Pavor nocturnus
- Alpträume
* andere
Schlafstörungen
- Überblick -
a) Dysomnien (ESS- oder DSS, Tagesmüdigkeit)
* intrinsische Schlafstörungen
> primäre (nicht organische) Insomnie
> primäre (nicht organische) Hyposomnie
> Schlaf-Apnoe-Syndrom
> Narkolepsie
> Restless-Legs-Syndrom
* extrinsische Schlafstörungen
Medikamente, Alkohol, fehlende Schlafhygiene
* Strg. des zirkadianen Rhythmus
b) Parasomnien
c) sekundäre Schlafstörungen
Insomnie
Schlafstörung mit ESS, DSS oder Klagen über
einen ungenügend erholsamen Schlaf
(Schlafstörung im Allgemeinen)
Hyposomnie
Schlafstörung mit veringerter Schlafdauer
durch ESS und/oder DSS
Asomnie
extreme Schlaflosigkeit
Agrypnie
veralteter Ausdruck für den bei Schlafstörungen
auftretenden Zustand der Schlaflosigkeit
Hypersomnie
erhöhtes Schlafbedürfnis, meist mit verstärkter
Tagesmüdigkeit
- ein Symptom der atypischen Depression
Parasomnien
Schlafstörungen beim partiellen Erwachen oder
beim Wechsel von Schlafphasen
- Schlafwandeln (Somnabulismus)
- Pavor nocturnus
- Alpräume
Somnabulismus
Schlafwandeln
Pavor nocturnus
Nachtschreck, Schlafterror, Inkubus,
"Alpdrücken", nächtliches Aufschrecken
Schlafstörungen
- Diagnostik -
1. Anmnese
2. Ausschluß einer organischen oder psychischen Grunderkrankung
2. Polysomnographie
- EEG, EMG EOG, Atem- und Herzfrequenz, 02-Sättigung, Beinbewegungen
Schlafstörungen
- schlafbezogene Anamnese -
- Symptomatik: ESS/DSS, Schlafdauer, Tagesmüdigkeit, Einschlafattacken, Leistungseinbußen
- körperliche Symptome (Brennen, Kribbeln i.d. Beinen)
- psychische symptome (Grübeln, Anspannung, Wut, Ärger)
- Umgebungsbedingungen: Lärm, Temperatur, Licht
- Schlafgewohnheiten: Nickerchen, Zeit im Bett
- zirkadiane Rhythmen: Schichtarbeit
- körperliche (cardiovaskuläre) EK
- psychische (depressive) EK
- Drogen- und Medikamentenanamnese
- FA, Fremdanamnese
Schlafstörungen
- Epidemiologie -
25% ESS/DSS
6% schwere Insomnie
6% Hypersomnie
Intrinsische Dysomnien
Schlafstörungen durch organische oder psychische Ursachen:
Nichtorganische Insomnie
primäre (psychophysiologische) Insomnie
A. Klagen ESS, DSS, schlechte Schlafqualität
B. SS mindestens 3x/Woche innerhalb 1 Monats
C. SS > deutlichem Leidensdruck und reduziertes psychosoziales Funktionsniveau
D. keine verursachenden organ. Faktoren, keine Medikamente, psychotrope Substanzen
Nichtorganische Insomnie
- Therapie -
A. Schlafhygiene und Psychoedukation
B. Entspannungs- oder imaginative Verfahren
C. VT
- Paradoxe Intervention (Symptomverschreibung)
- Stimulskontrolle (z.B. keine Aktivitäten im Bett)
- Schlafrestriktion (um Schlafdruck zur Nacht hin zu erhöhen)
- kognitive Restrukturierung verzerrter Kognitionen
D. PT (Konfliktbearbeitung)
E. Medikamentöse Therapie
Nichtorganische Insomnie
- Medikamentöse Therapie -
Pflanzliche Präparate: Baldrian
Endogene Substanzen: L-Tryptophan, Melatonin (Circadin)
Antihistaminika: Diphenhydramin (Vivinox?), Doxylamin (Sedaplus)
Non-BZD-Hypnotika: Zolpiden (Stilnox), Zoplicon (Ximovan), ESS
BZD-Hypnotika: Flurazepam (Dalmadorm(?)), Flunitrazepam (Rohypnol(?)), Lormetazepam (Loretam), Nitrazepam (Radedrom (?)), Temazepam (Remestan),
Alkoholderivate: Chloraldehyd (Chloraldurat)
sedierende KAP: Pipamperon, Melperon
sedierende AD: Doxepin, Trimipramin (Stangyl), Trazodon (Thrombran), Mirtazapin
Schlaf-Apnoe-Syndrom (SAS)
- Definition und Symptomatik -
- Atempausen während des Schlafs 10-60s
- fa: laute Schnarchgeräusche
- ausgeprägte Tagesmüdigkeit o. -schläfrigkeit
- morgendliche Kopfschmerzen
- Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen
- Verstimmungszustände
- Potenzstörungen
- erhöhtes Risiko für cardiovaskuläre EK
Schlaf-Apnoe-Syndrom (SAS)
- Ätiologie und Klassifikation -
1. obstruktives SAS (90%) durch Kollaps der Schlundmuskulatur und HNO-EK (Polypen), Adipositas, Alkohol
2. zentrales SAS (10%) zentral bedingte Strg. der Atemmuskulatur
Schlaf-Apnoe-Syndrom (SAS)
- Differentialdiagnose -
- obstruktives Schlafen ohne Apnoe
- Hypersomnie organischer Genese (Hirn-Tu, schwere Infektionen, Demenz)
- Narkolepsie
- Hypesomnie bei Kleine-Levin-Syndrom (Hypersomnica periodica: männliche Jugendliche mit periodischer Hypersomnie und Heißhungerattacken)
- atypische Depression
Schlaf-Apnoe-Syndrom (SAS)
- Therapie und Prognose -
VT-Maßnahmen:
- Gewichtsreduktion
- Alkohol-/Nicotinkarrenz
- keine verstärkende Medikamente (Benzos)
- regelmäßiger Schlafrhythmus
- Schlafen in Seitenlage
CPAP bei schwerem obstruktiven SAS
Mortalität bei schwerem unbehandelten SAS erhöht (40% in 8 J.)
Narkolepsie
neurologische (genetisch bedingte) EK des Schlaf-Wach-Rhythmus
- Symptomatik als narkoleptische Tetrade:
1.Einschlafattacken
2.Kataplexien (Verlust der Muskelanspannung)
3.hypnagogen Halluzinationen
4.Schlaflähmung (Schlafparalyse)
(und automatisiertes Handeln)
Narkolepsie
- Differentialdiagnose -
Hypersomnie: SAS, atypische Depression, organische EK
Kataplexien: orthostatischen Synkopen, epileptische Anfälle (Petit Mal)
Narkolepsie
- Therapie -
- Schlafhygiene (regelmäßiger Schlaf-Wachrhythmus, geplante Schlafzeiten tagsüber)
- Alkohol-u Nicotinkarrenz
-Gewichtsverlust
- medikamentöse Unterdrückung REM-Schlaf: TZA: Imipramin, Clomopramin
MAO-Hemmer
Stimulanzien: Methylphenidat
andere: Modafinil (Unterdrückung Tagesmüdigkeit)
Restless-Legs-Syndrom (RLS)
- Definition und Symptomatik -
- Parästhesien/Dysästhesien der Beine (Ziehen, Reißen, Kribbeln, Spannungsgefühl, Schmerzen)
- im Ruhezustand gegen Abends/Nachts
- von Unruhe begleitet, durch Bewegung gebessert
- Prävalenz 5-10%, behandlungsbedürftig 1%
Restless-Legs-Syndrom (RLS)
- Ätiologie und Klassifikation -
1. idioptathisches RLS
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