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Die Schweiz von 1798 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges

Terms in this set (70)

-konservative Regierungen in allen Kantonen an der Macht
-liberale Opposition forderte eine kantonale und gesamtschweizerische Regeneration
-Regeneration: wiedererwecken der Verfassungsideen der Aufklärung und der Helvetik
-Liberale wollten nicht mehr den Wünschen und Forderungen der Grossmächte ausgeliefert sein, Kritik an fehlenden Individualrechten
-beim Durchqueren der Schweiz mussten viele Zölle passiert werden, sehr teuer
-Industrialisierung durch starken Föderalismus immer wieder ausgebremst

-1830: nach Pariser Juli-Revolution liberale Umstürze in vielen Kantonen
-Landbevölkerung kam zusammen und legte eine Petition vor, in der die politische und wirtschaftliche Gleichberechtigung für die Landbevölkerung verlangt wurde, Forderung einer Verfassungsrevision durch einen eigens zu wählenden Verfassungsrat, auch von liberalen Bürgern in der Hauptstadt unterstützt
-Regierungen gaben kampflos auf, neu gewählte Volksvertretungen schufen eine neue Kantonsverfassung und schliesslich in einer Volksabstimmung angenommen
-nur in Basel kam es zu Streit zwischen Stadt und Land, deswegen sind diese heute getrennt
-neue Verfassung garantierte die Volkssouveränität und die liberalen Grundrechte
-Sitze in Regierung wurden im Verhältnis zum Bevölkerungsanteil vergeben
-Wahlrecht aber eingeschränkt, Juden, Frauen, Arme und Knechte durften nicht wählen, abgesehen von dieser Einschränkung waren die regenerierten Kantone eine repräsentative Demokratie mit Gewaltenteilung: Grosser Rat (Volksvertretung) erliess die Gesetze und wählte die Exekutive (Kleiner Rat) sowie das Kantonsgericht, Volksabstimmungen nur für Verfassungsänderungen
-wenig Echo fand Liberalismus in der katholischen Innerschweiz
-Februar 1848: Beginn Ausarbeitung einer Bundesverfassung, Revolutionen in den Nachbarländern verhinderte das Eingreifen der Grossmächte
-Sommer 1848: Tagsatzung stimmt der Verfassung zu, in den folgenden Monaten stimmten die Kantone ab, nicht alle stimmten zu, aber jetzt nur noch Mehrheit gebraucht
-September 1848: Bundesverfassung wird in Kraft gesetzt
-Schweiz behielt föderalistischen Charakter, Kantone blieben souverän, dem Bund konnten nun durch Beschluss des Volkes und der Mehrheit der Kantone durch Verfassungsrevisionen Kompetenzen übertragen werden
-Bundesverfassung steht über Verfassung der Kantone, demokratisch, politische Bündnisse unter Kantonen wurden verboten
-Aussenpolitik und Militär Aufgabe des Bundes, Aussenzölle als Einnahmequelle, Bunde ebenfalls Post- und Münzregal, Befugnis zur Vereinheitlichung der Masse etc. Schweizer Franken neu!!!
-Bildungswesen kantonal, gibt heute noch Probleme deswegen
-Bern wurde Hauptstaat und die neue Flagge (heutige) erstellt
-Individualrechte wurden übernommen, durch Niederlassungsfreiheit Mobilität erhöhen und Durchmischung der Konfessionen erreichen, Kultusfreiheit, erlaubte Protestanten und Katholiken ihre Gottesdienste überall abzuhalten
-Diskriminierung: Niederlassungs- und Kultusfreiheit nicht für nichtchristliche Religionen (Juden), Frauen politisch rechtlos, zivilrechtlich schlechter gestellt als Männer
-in Nachbarländer keine liberale-demokratische Basis, sondern monarchisch-autoritär
-auch Besiegte des Sonderbundskriegs hiessen die getroffenen Lösungen gut
→Bundesstaat wurde zur Selbstverständlichkeit
-Schweiz war eine repräsentative Demokratie
-repräsentative Demokratie: Bürger wählten die Legislative (Parlament), die ihrerseits Exekutive und Judikative bestimmte
-es gab aber bereits direktdemokratische Elemente, Volk hatte das Recht durch eine Initiative eine Totalrevision der Verfassung einzuleiten und über neue Verfassung abzustimmen (Referendum), in den einzelnen Kanton bestand die Möglichkeit des fakultativen Referendums
-in 1860 er kam es zu demokratischen Bewegungen, Oppositionsbewegung gegen ein liberales, wirtschaftlich gut situiertes Establishment, das sich auf der Basis der repräsentativen Demokratie eingerichtet hatte
-Forderung: alles durch das Volk und weg mit Privilegien gewisser Wirtschaftsbarone und Politiker, also Einführung des obligatorischen und fakultativen Referendums, Einrichtung der Gesetzesinitiative durch das Volk, die Volkswahl der Exekutive, Steuerprogression, Einführung Kantonalbanken
-Radikale und Demokraten standen sich politisch sehr nahe
-direkte Demokratie auch auf Bundesebene wäre eine Totalrevision der Bundesverfassung
-1872: Verfassungsentwurf gescheitert, da zu zentralistisch
-1874: Verfassungsentwurf angenommen, Militär vollständig dem Bund, stärkere Stellung des Bundesgerichts, Arbeiterschutzgesetze, Einführung fakultatives Referendum und Volksinitiative
-Annäherung zwischen Freisinn und Katholisch-Konservativen, Kulturkampf schwächer geworden, konservativer kam in Bundesrat: erster Schritt Richtung Konkordanzdemokratie
-Sozialdemokratie kündigte sich als noch stärkeren Feind an