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Grundbegriffe Epik

STUDY
PLAY
Aphorismus
Kurze, treffend formulierte, oft antithetische Aussage in Prosa. Die Aussage bleibt offen und regt zum Weiterdenken an. Die ... Lichtenbergs sind in Deutschland Höhepunkte dieser Gattung.
auktorial
Allwissende Erzählhaltung aus einem Überblick über den gesamten Handlungsablauf heraus. Vorausdeutend und kommentierend. (ein Adjektiv)
Belletristik
Bezeichnung für Unterhaltungsliteratur im Gegensatz zur Fachliteratur oder wissenschaftlichen Literatur.
Bewusstseinsstrom
Darbietungsform des Erzählens. "Stream of consciousness". Kennzeichen: 1. Pers. Indikativ Präsens, Innensicht ohne kommentierende Einmischung des Erzählers bzw. der Erzählinstanz, unvollständige grammatische Form und meist ohne Zeichensetzung.
Bildungsroman
Epische Langform. Ein ... thematisiert die Bildung einer meist jungen Hauptfigur. Das Genre entstand Ende des 18. Jahrhunderts in Deutschland. Der deutsche Begriff wird auch in vielen anderen Sprachen, etwa dem Englischen, verwendet.
Dramatik
Literarische Grundgattung. Ein Oberbegriff für Texte, die auf der Bühne aufgeführt werden. - Neben der Epik und der Lyrik eine der drei grundlegenden literarischen Gattungen.
Dreischichtenmodell
Modell zur literarischen Wertung. In diesem ...modell steht der Begriff Unterhaltungsliteratur für die mittlere Qualitätsebene, Dichtung, bzw. Hochliteratur für die obere, Trivialliteratur für die untere Ebene steht.
Elitärliteratur
Literarische Wertung: ...literatur. Die oberste, hochstehende Literatur.
Entwicklungsroman
Der Ausdruck ... bezeichnet einen Romantypus, in dem die geistig-seelische Entwicklung einer Hauptfigur in ihrer Auseinandersetzung mit sich selbst und mit der Umwelt dargestellt wird. Der ... schildert den Reifeprozess des Protagonisten, der seine Erlebnisse und Erfahrungen reflektierend verarbeitet und seiner Persönlichkeit einverleibt.
Epik
Literarische Grundgattung. Die erzählende Dichtung im weitesten Sinn. Neben Dramatik und Lyrik die dritte grosse Gattung der Dichtung. Wir unterscheiden Kurz... und Gross... Zur ersteren rechnen wir z.B... Märchen, Anekdote, Fabel und Kurzgeschichte, zur letzteren den Roman. Die Novelle nimmt eine Zwischenstellung ein.
Epos
Epische Langform. Erzählt in feierlicher, metrisch gebundener Form von mythischen oder geschichtlichen Vorgängen. Der Held ist meist Leitbild der Gesellschaft, die in ihren sozialen, ethischen und religiösen Bezügen dargestellt wird, z.B..: Homers Odyssee, Nibelungenlied.
erlebte Rede
Darbietungsform des Erzählens. Auch "narrated monologue". Kennzeichen: 3. Pers., Singular, Indikativ, Präteritum. Innensicht. Kommentierende Einmischung möglich. Meist ohne redeeinleitende Verben. Der Erzähler schlüpft in eine Figur, um deren Gedanken und Gefühle eindrücklich wiederzugeben, ist aber noch als Erzähler spürbar.
Erzähler
Vermittler des epischen Geschehens an den Leser aus einer bestimmten Perspektive und Haltung.
Erzähltempo
Verhältnis von Erzählzeit und erzählter Zeit. U. U. im Ablauf eines Erzähltextes veränderlich. Vgl.: Zeitdeckung, Zeitraffung, Zeitdehnung.
erzählte Zeit
Dauer des erzählten Geschehens einer Geschichte.
Erzählzeit
Zeitspanne, die Wiedergabe oder Lesen eines epischen Textes ausmacht.
Erzählung
Epische Gattungsform in Prosa, die weder den Umfang und die Breite des Romans noch den straffen Aufbau der Novelle hat und deren Handlung nicht märchen- oder sagenhaft ist.
Essay
Kürzere, subjektive, oft künstlerisch gestaltete Abhandlung, häufig über ein weltanschauliches, philosophisches oder ästhetisches Problem.
Fiktion
Grundelement der Dichtung, die Erfundenes und bloß Vorgestelltes ebenso wie real Existierendes als "wirklich" darstellt (Als-ob-Wirklichkeit).
Handlung
... ist das reine Schema dessen, was geschieht, der Geschehensablauf. ... Ist im Stoff enthalten.
Icherzähler
Sehr häufig in der Gegenwartsliteratur: Ein ... erzählt selbst, gibt Ereignisse als vermeintlich selbsterzählt wieder. Subjektive Perspektive als Abgrenzung zur epischen Allwissenheit.Texte sind in der 1. Person Sg. geschrieben.
Idee
Der tiefere Sinn, der geistige Gehalt eines Werks. Das Grundproblem.
innerer Monolog
Darbietungsform des Erzählens. Kennezeichen: 1. oder 2. Person, Indikativ, Präsens. Innensicht ohne kommentierende Einmischung des Erzählers. Sowohl in vollständiger oder unvollständiger grammatischer Form. Unbeschränkte Zeichensetzung, aber ohne Anführungszeichen. Der Erzähler schlüpft in eine Figur hinein und versucht deren Gedanken, Gefühle und Wahrnehmungen wiederzugeben. Der Erzähler ist während des ... nicht mehr präsent.
Kolportageliteratur
Synonym für Trivialliteratur, die von einem fliegenden Händler an der Haustüre verkauft wird.
Kurzgeschichte
Die Bezeichnung ist eine Übersetzung von 'short story'. Sie steht ihrer Form nach zwischen Novelle und Anekdote. Ausschnitthafte, ein Geschehen schlaglichtartig darstellende Erzählweise mit offenem Anfang und häufig offenem Schluss. Regt den Leser zum Weiterdenken an. 'Anonyme', nicht individuell charakterisierte Personen.
Legende
Ursprünglich Lesung im Gottesdienst oder bei der Klostermahlzeit, die aus dem Leben eines Heiligen berichtet, dann sagenhaft ausgestaltete Erzählung von Heiligen oder Märtyrern.
Leitmotiv
Teil des Stoffs. Eine einprägsame Aussage, im selben oder ihn einem ähnlichen Wortlaut, die auf eine Figur, eine Situation, ein Gefühl oder eine Stimmungslage, einen ideellen oder materiellen Gegenstand bezogen ist.
Lyrik
Literarische Grundgattung. Die zum Spiel der ... gehörende Dichtung. Die dritte literarische Gattung neben der Epik und der Dramatik.
Märchen
Erzählt wundersame Begebenheiten. Die Naturgesetze sind aufgehoben. Die bedeutendste Sammlung deutscher Volks... stammt von den Brüdern Grimm. Im Gegensatz zum anonymen Volks... ist das Kunst... eine bewusste Schöpfung eines Dichters. Besonders die Romantiker sind Verfasser von ....
Motiv
Ein klar abgrenzbares inhaltliches Element. Eine typische, bedeutungsvolle Situation, oft ein seelisches Grunderlebnis. In Märchen z.B. die böse Stiefmutter, bei Gottfried Keller z.B. das Acker.... ... sind die einzelnen isolierbaren Elemente des Stoffs.
Novelle
Dramatische Erzählung um eine unerhörte Begebenheit. Strenge, geschlossene Form, konzentriert auf ein Dingsymbol (ein immer wieder auftauchender Gegenstand oder eine entsprechende Situation). Sie vermittelt im Gegensatz zu vielen Romanen weder ein umfassendes Bild einer Epoche, noch schildert sie ganze Lebensläufe. Sie greift Einzelsituationen aus dem Leben heraus, die für die Betroffenen eine Schicksalswende bedeuten. Nicht die Personen, sondern das, was ihnen widerfährt, ist wichtig.
Pamphlet
Flugschrift, meist als politische oder persönliche Schmähschrift, die die öffentliche Verunglimpfung des Angegriffenen beabsichtigt.
Parabel
Lehrhafte Erzählung, die eine allgemeine Erkenntnis oder Lehre durch ein Beispiel aus einem anderen Lebensbereich deutlich werden lässt, z.B.. die ... vom verlorenen Sohn. Auch Kafkas Erzählungen sind zum Teil ....
personales Erzählen
Erzählsituation. Epische Darstellungstechnik der Er-Erzählung. Konstante Erzählperspektive. Innensicht in der Form des "showing", d.h. der Erzähler mischt sich kommentierend nicht ein.
Plot
Der ursächliche Zusammenhang eines vorgestellten Ereignisverlaufs.
Prosa
Die natürliche, nicht durch formale Gestaltungsmittel veränderte, ungebundene Schreib- und Redeweise. Alltagsrede.
Rahmenerzählung
Die ... enhält die Binnenerzählung.
Roman
Epische Grossform in Prosa. Darstellung der Entwicklung einer Einzelpersönlichkeit, ihres Charakters, ihres individuellen Schicksals. Wichtigste epische Grossform in der Neuzeit. Die Einteilung des ... kann nach verschiedenen Gesichtspunkten erfolgen: 1) Inhalt: Entwicklungs- oder Bildungs..., Schelmen..., Reise- oder Abenteuer..., historischer ..., Künstler..., Liebes...usw. 2) Nach der Form: Ich-..., Brief... usw. 3) Nach der Aussageweise: Empfindsamer, humoristischer, realistischer, idealistischer, didaktischer ... usw.
Rückgriff
Ein Ereignis wird nachträglich erzählt; eigentliches erzähltes Geschehen befindet sich schon an einem späteren Zeitpunkt (nicht-lineares Erzählen)
Sage
Ursprünglich mündlich überlieferte Erzählung mit geschichtlichem Hintergrund. Im Gegensatz zum Märchen ist sie an einen bestimmten Ort, eine bestimmte Zeit oder eine bestimmte Persönlichkeit gebunden.
S
U
Stoff
Der erzählbare Inhalt eines dichterischen Werks, das Rohmaterial, aus dem durch die Formung das Kusntwerk wird.
Thema
Der Grund- und Leitgedanke eines Werks, z.B.: Toleranz, Schuld, Freiheit.
Trivialroman
Auf Spannung und Sensation ausgerichteter und für anspruchslose Leser berechneter Roman.
T
L
U
L
Volksbuch
Frühneuhochdeutsche Prosafassung von mittelalterlichen Epen, Sagen, Legenden und Schwänken in Buchform.
Vorausdeutung
Ein Ereignis, das sich später als zu dem Zeitpunkt ereignet, an dem sich das erzählte Geschehen gerade befindet, wird vorgreifend erwähnt. Möglichkeiten.
Zeitdeckung
Das erzählte Geschehen und das Vorlesen einer Geschichte dauern etwa gleich lang (Erzählzeit = erzählte Zeit).
Zeitdehnung
Das (Vor)Lesen einer Geschichte dauert deutlich länger als das Geschehen selbst. (Erzählzeit > erzählte Zeit. Zeitlupe.
Zeitraffung
Mittel der Erzähltechnik; Vorlesen einer Geschichte dauert deutlich kürzer als das Geschehen selbst. (Erzählzeit < erzählte Zeit).
Chiffre
Stilfigur der modernen Lyrik, Geheimzeichen. Wörter mit verrätselter Symbolik. Verschlüsselung. Einfache Worte oder Wortverbindungen mit einer neuen Bedeutung. Bedeutung gar nicht oder nur aus dem Kontext erschliessbar, meist autorbezogen. Beispiele: "Flug" für Aufbruch in Unbekanntes, Unendliches. "Stadt" bei Trakl für Hoffnungslosigkeit.
Montage
Literarische Technik: Zusammenführen von sprachlich, stilistisch und inhaltlich unterschiedlichen Textteilen. Ziel: Überraschungseffekte, Verfremdung, Provokation, Durchsichtig machen von Wirklichkeitsbereichen, räumlich und zeitlich Getrenntes in neue Zusammenhänge stellen. Nachbildung von Bewusstseins- und Wahrnehmungsvorgängen.