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Notfallmedizin - 1000 Fragen - 426-450

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Antwort
Die Clinical Severity Classification eignet sich für die Evaluierung von Patienten mit akuter Herzinsuffizienz in der prähospitalen Phase. Die Patienten werden nach peripherer Perfusion (warm vs. kalt) und pulmonaler Stauung (trocken vs. feucht) in 4 Gruppen der hämodynamischen Konstellation eingeteilt:
Gruppe A: warm und trocken
Gruppe B: warm und feucht
Gruppe L: kalt und trocken
Gruppe C: kalt und feucht
Klinische Zeichen der peripheren Minderperfusion (kalt) sind: flacher fadenförmiger Puls, eine kalte und feuchte Haut sowie hypotensive Blutdruckwerte.Die klinische Beurteilung der Stauung (feucht) erfolgt über die Beobachtung der Jugularvenen. Diese sollten in 45° Oberkörperhochlagerung am Jugulum kollabiert sein. Eine Füllung und Pulsation der V. jugularis externa spricht für einen pathologischen ZVD >8cmH2O und erhöhte rechtsventrikuläre Drücke.
Kommentar
Durch die Clinical Severity Classification lassen sich ohne weitere technisch-apparative Diagnostik wichtige ursächliche Krankheitsbilder differenzieren und therapieren. Die Clinical Severity Classification wurde aus der Forrester-Klassifikation abgeleitet. Diese unterscheidet durch invasive Messung (Swan-Ganz-Katheter) normale periphere Perfusion von Hypoperfusion und pulmonale Stauung von Hypovolämie. Die Jugularvenenstauung ist bei Vorhofflimmern nur eingeschränkt zu beurteilen.Die Killip-Klassifikation kann bei Patienten mit akutem Myokardinfarkt angewandt werden:
Killip I: keine klinischen Dekompensationszeichen
Killip II: Herzinsuffizienz: Rasselgeräusche, Galopprhythmus, Lungenstauung mit Rasselgeräuschen in der unteren Lungenhälfte
Killip III: schwere Herzinsuffizienz: Lungenödem und Rasselgeräusche über der gesamten Lunge
Killip IV: kardiogener Schock: Hypotonie, periphere Vasokonstriktion mit Kaltschweißigkeit, Zyanose und Oligurie