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--> Chronisch verlaufende Form der Mittelohrentzündung
Ursache:
- durch das Zusammenwirken wiederholter Infektionen und anhaltender Belüftungsstörungen der Tuba auditiva
- traumatisch bzw. entzündlich bedingte (z.B. Scharlach) persistierende Defekte des Trommelfells nach einer Otitis media acuta
Befund:
- zentraler oder randständiger Trommelfelldefekt und i.d.R. auch eine wechselnd stark ausgeprägte Zerstörung der GKK
Symptome:
- SL-SH, Otorrhoe (Ohrenlaufen)

1) Chronisch-mesotympanale Otitis media (Chronische Schleimhauteiterung)
-> Zentraler Trommelfelldefekt ohne entzündliche Beteiligung des Knochens
-> Kaum Komplikationsgefahr, da keine Knochenzerstörung vorliegt!
Ursache:
- Knalltrauma, Wattestäbchen, Druck (TF kann nicht mehr richtig schwingen)
Symptome:
- zentraler TF-Defekt, Anulus fibrosus erhalten, schubweise Ohrenschmerzen, eitriges Sekret, SL-SH (je nach Defektgröße), Otorrhoe
Therapie:
- Tympanoplastik -> Trommelfelldefekt wird verschlossen und die eventuell in Mitleidenschaft gezogene Funktion der GKK wird wieder hergestellt
- danach Tubenbelüftungstraining

2) Chronisch-epitympanale Otitis media (Chronische Knocheneiterung)
-> Randständiger Trommelfelldefekt unter Einbeziehung des Knochens am Epitympanon
-> unbehandelt führt sie häufig zum Choleasteatom
Symptome:
- randständiger TF-Defekt in Pars tensa oder Pars flaccida, Knochen ist betroffen (kann zu Zerstörung des IO kommen), SL-SH, Otorrhoe, meist zusätzlich weiße Schüppchen (Choleasteatom ensteht)
Therapie:
- Tympanoplastik und ggf. Cholesteatomentfernung
--> Chronisch-eitrige Entzündung des MO mit Knochendestruktion, die in den meisten Fällen durch Einwachsen von Plattenepithel aus dem äußeren GG in das MO entsteht!!
Symptome:
- fötide riechende Otorrhoe, Destruktion der GKK mit SL-SH, Zerstörung (Arrosion) des Labyrinths, der Menignen, des N. Facialis etc.

d) 1. Primäres Cholesteatom (Wichtigstes!) -> Syn: Retraktionscholesteatom
Ursache:
- Belüftungsstörung im Mittelohr, häufig hervorgerufen durch eine ungenügende Tubendurchlässigkeit.
- Belüftungsstörung führt zu Unterdruck im MO
- durch diesen Unterdruck wiederum bildet das TF eine sogenannte Retraktionstasche (= Einziehung des Trommelfells)
- Dies geschieht meist im Bereich der Pars flaccida des TF's. Der Grund dafür ist, dass die Pars flaccida im Gegensatz zu anderen Bereichen des TF's sehr schlaff ist.
- In dieser Retraktionstasche sammelt sich Plattenepithel und nach einigen Jahren entsteht daraus letztendlich ein Cholesteatom.


d) 2. Sekundäres Cholesteatom
Ursache:
- Grund für diese Art des Cholesteatoms ist ein bereits bestehender randständiger Trommelfelldefekt, über den sich das Epithel ins Mittelohr vorschiebt.
d) 3. Kongenitales Cholesteatom (angeboren)
Ursache:
- Diese Form des Cholesteatoms ist sehr selten und entsteht dadurch, dass während der Entwicklung des Embryos Plattenepithelreste im Mittelohr verbleiben.
- Das TF ist hier intakt.

Therapie:
- verschiedene OP-Möglichkeiten je nach Ausdehnung (Tympanoplastik, Radikal-OP)
Komplikationen eines Cholesteatoms:
- Labyrinthitis (Infektion des IO's)
- Sinusthrombose
- Meningitis (Hirnhautentzündung)
- Hirnabszesse (Ausbreitung Richtung Hirn möglich)
- Fazialisparese
--> der BPLS ist harmlose, wenn auch äußerst unangenehme, sehr häufige Form des Schwindels
--> definiert als ein episodischer, lageabhängiger Schwindel mit kurzen Drehschwindelattacken, die durch Kopflagerungswechsel auslösbar sind
Ursache:
- Otolithen („Ohrensteine") lösen sich ab und gelangen in die Bogengänge
- Flüssigkeit in den Bogengängen gerät in Bewegung, was zu einer Ablenkung der Cupula führt Folge: Erregung der Bogengänge, wenn Otolithen bei Kopfbewegung hin und her schwimmen
Symptome:
- kurze und heftige Drehschwindelattacken durch Lagerung (ca. 1 min) meist beim Hinliegen, Hinsitzen, Kopfdrehen, Drehen
- heftiger, rotatorischer Nystagmus


Diagnose:
- Dix-Hallpike-Manöver (Lagerungsprüfung)
Pat. wird mit Kopf zur betroffenen Seite hingelegt beobachtet wird, ob ein Nystagmus zum betroffenen Ohr mit Umkehr beim Wiederaufrichten sichtbar ist

Therapie:
- Bewegungstherapie/ Lagerungsübungen

- Epley-Manöver
--> - Pat. dreht den Kopf 45° zur betroffenen Seite
- dann hinlegen und den Kopf zusätzlich um 30° über die hintere Kante der Liege senken
- Wichtig: Das betroffene Ohr ist unten! -> 1 Min verweilen
- Es ist ein Nystagmus zu beobachten
- dann den Kopf um 90° zur anderen Seite drehen (gesundes Ohr unten) -> 1 Min verweilen
- dann dreht er Körper und Kopf zusammen noch einmal um 90° (Stirn liegt quasi fast auf der Liege auf und Körper liegt in Seitenlage) -> 1 Min verweilen
- die letzten beiden Drehungen führen zu einem Nystagmus zum betroffenen, oben liegenden Ohr
- Aufrichten!
--> Ziel: durch eine Abfolge von definierten Bewegungen die Otolithen mit Hilfe der Schwerkraft aus den Bogengängen des Innenohrs zu bewegen

- Semont-Manöver (Pat. seitlich auf betroffene Seite verlagern; ca. 3min) + anschließend gesunde Seite
1. Isolierte Lippenspalte
Öffnung in der Oberlippe zwischen Mund und Nase. Der Spalt in der Oberlippe erstreckt sich vom Lippenrot bis zum Nasenloch. Die Trennstelle befindet sich entlang der Philtrum-Kante
- kann einseitig oder doppelseitig auftreten
- meist keine Trinkschwierigkeiten + normale Sprachentwicklung
- OP mit 6 Monaten
- gelegentlich Probleme mit Beweglichkeit der Lippe im Narbenbereich

2. Uvula bifida (= gespaltenes Zäpfchen)
bezeichnet die Längsspaltung des Gaumenzäpfchens und kann mit einer submukösen Spalte (Knochenlücke im harten Gaumen + gespaltene Muskeln unter intakter Schleimhaut) kombiniert sein
- ggf. Sprach- und MO-Probleme (z.B. Paukenerguss, da Muskeln kontrahieren und nicht belüften)
- OP nur bei Rhinophonia aperta

3. Isolierte Weichgaumenspalte (= Gaumensegelspalte)
Spalte, die den weichen Gaumen betrifft
- oft Trinkschwierigkeiten wegen fehlenden Abdichtens des Nasopharynx
- fehlender Unterdruck Habermannsauger (Spezialsauger) erforderlich
- Rhinophonia aperta möglich
- ggf. MO-Probleme durch fehlende Tubenöffnung (Ringmuskel unterbrochen)
- OP mit 12-15 Monaten

4. Spalte des weichen und harten Gaumens
Spalte, die sowohl den weichen als auch den harten Gaumen betrifft
- Versorgung mit Gaumenplatte, dadurch bereits Verkleinerung der Spalte möglich
- Trinkschwierigkeiten Habermannsauger
- häufig auch MO-Probleme
- Rhinophonie möglich
- OP mit 12-15 Monaten

5. Lippen-Kiefer-Gaumenspalten (LKGS)
durchgehende Spalte, über Lippen, Kiefer bis einschließlich harter und weicher Gaumen
- Versorgung mit Gaumenplatte
- Trinkschwierigkeiten Habermannsauger
- logopädische Frühförderung
- MO-Sanierung
- OP der Lippe: 6 Monate
- OP des Gaumens: 12-15 Monate

6. Gesichtsspalten
11. Akute Pharyngitis
starke Entzündung der Rachenschleimhaut durch Virusinfekt
Symptome:
- Brennen, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Trockenheitsgefühl
Diagnose:
- Anamnese, Inspektion (Schleimhaut gerötet? Schleimabsonderung? Schwellung d. Seitenstränge?)
Therapie:
- Warmes Trinken, warme Halswickel
- Lutschtabletten oder Gurgeln einer Lösung




12. Chronische Pharyngitis
wenn eine Pharyngitis länger als 3 Monate anhält
Ursache:
- Staub, Arbeitsstoffe, Nikotin, Alkohol, Mundatmung
Symptome:
- Trockenheits- oder Verschleimungsgefühl
- Räusperzwang, Reizhusten, Globusgefühl
- Schluckbeschwerden beim Trockenschlucken
Diagnose:
- Anamnese, Inspektion (atrophisch: Schleimhaut trocken und blass, zäher Schleim, hyperplastisch: Hyperplasie der Lymphfollikel)
Therapie:
- Noxen vermeiden
- Luftfeuchtigkeit im Raum erhöhen
- Inhalieren, Gurgeln, Lutschtabletten zum Anfeuchten

13. Akute tonsillitis (Angina tonsillaris)
Symptome:
- Schluckbeschwerden, Speichelfluss
- Kopfschmerzen, Fieber
Diagnose:
- Anamnese, HNO-Untersuchung: Rötung/ Schwellung der Tonsillen, eitrige Stippchen bis zu Belägen, Ödem der Gaumenbögen/ der Uvula, LK-Schwellung
Therapie:
- Antibiotika (Penicillin), fiebersenkende Mittel, Bettruhe
Akute Komplikationen:
- Peritonsillarabszess (Eiteransammlung um die Mandel herum) 1. Erstickungsgefahr, 2. Angreifen der Venen und Sepsis möglich
Späte Komplikationen:
- Streptokokken-Zweiterkrankung, rheumatische Folgeerkrankungen

Differentialdiagnosen:
a. Angina Plaut Vinceti
Symptome:
- einseitige Schluckbeschwerden durch einseitige Ulkusbildung, LK-Schwellung
Therapie:
- lokale Ätzung mit Chromsäure

b. Pfeiffer'sches Drüsenfieber (Mononukleose) kissing disease
Verbreitung durch Tröpfcheninfektion; wenn Antibiotika nichts bringt, dann Verdacht auf Mononukleose
Symptome:
- stark geschwollenen/ gerötete Tonsillen, LK-Schwellung, Fieber, starke Schluckbeschwerden und Krankheitsgefühl
Therapie:
- symptomatische Therapie, Bettruhe, ggf. TE

c. Diphterie
Symptome:
leicht blutende Beläge, süßlicher Mundgeruch, schweres Krankeheitsgefühl
Therapie:
- Diphterie-Antioxin/ Penicillin

14. Chronische tonsillitis
bei 3 oder mehr Infektionen der Tonsillen pro Jahr
2. Nasenbeinfraktur (= Bruch der Nase/ des Nasenbeins)
zentrale Mittelgesichtsfraktur
Ursache:
- meist durch stumpfe Gewalteinwirkung
Symptome:
- Schiefstand der Nase
- Schwellung, Hämatome, ggf. Platz- und Risswunden Nasenbluten
- behinderte Nasen-Luft-Passage/ behindertes Riechvermögen
- Knirschgeräusch (Crepitatio) bei Palpation
Diagnose:
- HNO-Untersuchung (Septumhämatom?), Nase seitlich röntgen, NH oder NNH-CT zum Ausschluss weiterer Mittelgesichtsfrakturen
Therapie:
- Nasenbein-Reposition (zu organischen Strukturen zurückbringen) + Nasengips
- wenn Septum beschädigt Septumplastik
Komplikationen:
- Septumhämatom Einblutung zwischen Perichondrium und Knochen Verdickung des Nasenscheidewand,
- Septumabszess durch infiziertes Hämatom Folge: Meningitis
- Septumperforation

3. Orbitabodenfraktur (Blow-Out-Fraktur)
Orbita: Höhle im Frontalbereich des Schädels, darin liegt das Auge
Ursache:
- gezielte Gewalteinwirkung auf den Augapfel
Symptome:
- Parästhesien (Gefühlsstörung)
- Doppelbilder durch Bewegungseinschränkung des Bulbus v.a. beim Blick nach oben
Therapie:
- Schneuzverbot
- OP, Folieneinlage





4. Jochbeinfraktur
Ursache:
- Gewalteinwirkung auf Jochbein und Kieferhöhlen-Vorderwand
Symptome:
- Monokelhämatom (Einblutung am oberen/ unteren Augenlid)
- Stufenbildung im lateralen und unteren Rand der Orbita
- Absinken des Bulbus Doppelbilder
- Kieferklemme
- durch Verletzung des N. infraorbitalis bestehen Schmerzen der Haut unterhalb des Auges
Diagnose:
- NNH-CT
- Röntgen + Augenbeweglichkeit überprüfen
Therapie:
- operative Reposition (Wiederherstellung)
---> Zentrale Facialisparese
Lähmung im Versorgungsgebiet des N. facialis durch Schädigung im Bereich zw. Hirnrinde und Facialiskern
Ursache:
- Schlaganfall, Gehirntumore, entzündliche Erkrankungen des ZNS (z.B. MS)
Symptome:
- Schwäche der mimischen Muskulatur
- vorwiegend ist Mund- und Wangenmuskulatur betroffen
- Stirnmuskeln bleiben beweglich (Stirn lässt sich auf betroffener Seite runzeln) und Lidschluss bleibt erhalten (Doppelinnervation)
- Sprechstörung + ggf. Hörstörung
- Hyperakusis (Ausfall M. stapedius), Otalgie, Geschmacksstörungen, Störung Tränenresektion

---> Periphere Facialisparesen
Lähmung im Versorgungsgebiet des N. facialis durch Durchtrennung des N. facialis in seinen Kerngebieten
Symptome:
- vollständige Lähmung der mimischen Muskulatur (durch kompletten Ausfall)
- unvollständiger Lidschluss (Bell-Phänomen) d.h. Bulbus wandert nach oben
- herabhängender Mundwinkel
- auch Stirnast auch betroffen d.h. kein Stirnrunzeln möglich
- Hyperakusis (Ausfall M. stapedius), Otalgie, Geschmacksstörungen, Störung Tränenresektion
Ursache: infektiös bedingt, otogen-entzündlich, traumatisch bedingt
1. Idiopathische Facialisparese (Bell-Parese)
ohne Usrache, plötzliches Auftreten
2. Otogen-entzündliche Facialisparese
Übergreifen von entzündlichen Prozesses des Mittelohrs und des Felsenbeins auf den Facialis
3. Traumatische Facialisparese
vollständige oder teilweise Schädigung des Nerven durch traumatische Zerreißung/ zerrung, druch Druck, traumatisch bedingte Schwellung und Hitze
4. Infektiöse bedingte Facialisparese
durch Herpes Zoster oticus (Otalgie, retrocochleärer Hörverlust, Schwindel, Facialisparese Th.: Aciclovir, Cortison, Infusion, Schmerzmittel) und Borreliose

Bei allen Facialisparesen:
Diagnose:
- HNO-Untersuchung Untersuchung weiterer Hirnnerven
o Stirnast (runzeln oder Blick nach oben)
o Augenast (schnelles Blinzeln, Augenschluss)
o Mundast (Zähnezeigen, Pfeifen, Wangen aufblasen)
o Bilgebende Verfahren, CT, MRT...
Therapie:
- Logopädische Maßnahmen, z.B. PNF + Facialisübungen
- konservativ: Corticoide, Augensalbe (Lidschluss nicht möglich), Uhrglasverband (feuchte Kammer, die Austrocknen der Hornhaut verhindert)