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3AP05 Kommunikation

Key Concepts:

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Der Prozess des Empowerments kann in jedem Arbeitsfeld integriert werden und sie führt zu Veränderungen der professionellenArbeit.Exemplarisch erwähne ich hier die Psychiatrie. Der Begriff Empowerment - Stärkung der Eigenmacht - und Selbstbefähigung von Klienten ist in der Psychiatrie zunehmend wichtig.Was unter Empowerment zu verstehen ist, muss zunächst von den Betroffenen selbst bestimmt werden.
«Die Unterstützung von Empowerment-Strategien in der psychiatrischen Arbeit verlangt von den Professionellen, dass sie sich mit der Frage beschäftigen:Wer sind unsere Klienten bzw. Patienten?Wer das herausgefunden hat, kann sich dem alten Grundsatz zuwenden, der lautet:Den Klienten / Pat. da abholen, wo er steht.»
Psychiatrie-Erfahrene beklagen sich oft über Stigmatisierung und, dass sie nur unter dem Krankheitsetikett wahrgenommen werden. Für ihre anderen Eigenheiten, Fähigkeiten und Interessen, interessiert sich anscheinend niemand.Eine weitere Frage zur Identität ist die Bejahung der eigenen Verrücktheit.Viele empfinden das Psychotische oder die manischen Fähigkeiten als Teil ihres wahren Ichs. Sie möchten Anteile davon ausleben können. Das bedeutet auch, sich selbst zu akzeptieren und vonanderen mit diesen Eigenschaften akzeptiert zu werden.Es handelt sich dann um einen wichtigen Teil ihrer Identität.
Psychiatrie-Erfahrene brauchen Unterstützung, um die aufgetretenen Schwierigkeiten verstehen und verarbeiten zu können, ohne dass sie in Passivität, Angst und Resignation verfallen müssen.Bei der medikamentösen Behandlung darf nicht übersehen werden, dass Medikamente oft mit erheblichen Einschränkungen der persönlichen Fähigkeiten der Betroffenen verbunden sind und sie damit ein Stück Selbstentfremdung bewirken können.
1. Absichtslosigkeit («jaja ich habe alles im Griff», keine Verhaltensänderung geplant, Wiederstand)Schlüsselfrage: Wie wirkt sich das Verhalten auf ihr Befinden aus? Dazu ergänzend MotivationalInterviewing
2. Absichtsbildung («ich muss langsam was am Verhalten ändern», kontrollierter Umgang,Strukturierung, wenige schaffen es den Konsum auf ein kleines Mass zu regulieren, durch Cravingzurück zur Sucht, offen für Informationen)Schlüsselfragen: Was haben sie bisher schon gemeistert? Welche Schwierigkeiten befürchten sie beieiner Vehaltensänderung? Dazu doppelt so viele offene wie geschlossene Fragen stellen, Infosgeben/beraten: es gibt Programme, Selbsthilfe Gruppe, Entlastungs-Möglichkeiten etc.
3. Vorbereitung (umschauen «Wer könnte mir helfen?» Selbsthilfe, wie und mit wem könnte ich esschaffen, Absicht für die nächsten 30 Tage)Schlüsselfragen: Was wollen sie ab sofort erproben? Welche Unterstützung benötigen sie? Wasmotiviert sie? Was wäre, wenn...? Dazu Würdigung zeigen, offene Fragen stellen
4. Umsetzung (Arzt verschrieb Mittel gegen Craving, Pat. ist Abstinent, besucht Selbsthilfe Gruppen,dranbleiben, neues Selbstbewusstsein, hohe Rückfallquote!)Schlüsselfrage: Was hat ihnen geholfen? Wie belohnen sie sich? Welche Copingstrategien werdenangewendet bei Craving?
5. Aufrechterhaltung (länger als 6Monate clean, Stabilisierung, Rückfallquote geringer)Schlüsselfrage: Wie werden sie mit Ausrutschern und Rückfällen umgehen? Dazu Krisenpass,Würdigung, Bestätigung(6. Termination -> gelingen von 5 Jahren)