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Entwicklungspsychologie II

Key Concepts:

Terms in this set (165)

• Stichprobe: jüngere und ältere Erwachsene

• Relived Emotion Task: Erinnern Sie sich an eine Situation in Ihrem Leben, in der Sie sehr stark traurig (ärgerlich) waren und erleben Sie die Emotion wieder."
o 10 Sekunden: kurzes internes, stilles Nacherleben
o einige Minuten: lautes Denken

• AV:
o subjektive Traurigkeit/Ärger (drei Items pro Emotion)
o kardiovaskuläre Aktivität (Herzratenintervall, Fingerpulstransmissionszeit, Fingerpulsamplitude)
o verbaler Ausdruck (Referenzen auf Ärger und Traurigkeit in Aufgabe zum Lauten Denken)
o mimischer Ausdruck (Intensität von Traurigkeits- und Ärger-Expressionen in Aufgabe zum Lauten Denken)
mimischer Ausdruck und verbaler Ausdruck werden von Ratern bewertet

• Ergebnisse:
o konsistent mit Hypothese: Ältere erleben Ärger weniger intensiv als Jüngere, bei Traurigkeit keine Unterschiede (sowohl bei Nacherleben, als auch bei lautem Denken)
o konsistent mit Befunden zu subjektivem Erleben sind Ergebnisse zu mimischen und verbalem Ausdruck
o kardiovaskuläre Aktivität (Aggregat aus drei Maßen, ergibt das physiologische Arousal):
-- bei lautem Denken ist Arousal höher als beim stillen Nacherleben
-- Jüngere haben ein stärkeres Arousal bei Ärger als Ältere
-- keine Unterschiede bei Traurigkeit

--> konsistent mit anderen Ebenen
--> Ältere reagieren weniger stark als Jüngere auf Ärger evozierende interne Stimuli (auf allen Reaktionsebenen) --> konsistent mit Hypothese
--> Ältere reagieren auf allen Ebenen genauso stark auf Traurigkeit wie Jüngere --> nicht konsistent mit Hypothese
• Aktualgenese der Emotion: 1) Situation --> 2) Aufmerksamkeit --> 3) Bewertung --> 4) Reaktion

• fünf Strategiefamilien (unter jeder Strategie viele Unterstrategien) der Emotionsregulation:

o vor 1): Situationsauswahl (Vermeidung, Aufsuchung von Situationen um Emotionen zu erleben/zu vermeiden, z.B. Vermeidung von Prüfung, um negative Prüfungsangst nicht zu erleben, Besuchen eines bestimmten Kinofilms, um positive Emotionen zu erleben)

o 1): Situationsmodifikation (Veränderung von Situationen mit dem Ziel, Emotionen zu regulieren, z.B. Versuch, Prüfungssituation so zu gestalten, um möglichst wenig Prüfungsangst zu erleben)

o 2): Aufmerksamkeitslenkung (intraindividuell: visuelle und kognitive Zuwendung, Fokussierung)

o 3): Neubewertung (z.B. Prüfung als Herausforderung wahrnehmen als als Bewertungssituation, Rumination)

o 4): Reaktionsmodulation (bestimmte Emotionen besonders deutlich zu zeigen/nicht zu zeigen, z.B. Versuch, Angst nicht zu zeigen, zu maskieren)

• antezedentoriente Strategien (bevor Reaktion stattfindet, Emotion auftritt) (Strategien 1-4)
• reaktionsorientierte Strategien (wenn Emotion schon da ist) (Strategie 5)

Bewertung:
- Feedbackschleifen nötig
- zentrales Unterscheidungskriterium: Zeitpunkt der Regulation
- Kritik: Emotionsregulation und Feedbackprozesse können vor, während und nach Situation/Emotion auftreten, antezedentorientierte Prozesse können zu allen Zeitpunkten stattfinden
- sehr vollständiges Modell, hinlänglich abstrakt, als Taxonomie sinnvoll
- Querschnittserhebung: Kohorteneffekte möglich (Interpretationsproblem), 10-90 Jahre
• logisches Denken, Wahrnehmungsgeschwindigkeit, Arbeitsgedächtnis
• Leistungsniveau steigt bis Mitte 20 steil an, fällt dann linear langsam ab

- Problem Querschnitt: eventuell ist gar kein Abbau vorhanden, sondern die Kohorten haben über ihr Leben stabil ein unterschiedliches Leistungsniveau --> Überschätzung der Effekte
o geringere Leistung der Älteren kein Intelligenzverlust, sondern ein von Beginn an geringeres Leistungsniveau, da zu früheren historischen Zeiten andere gesellschaftliche Bedingungen als zu späteren?

- Längsschnitterhebung: ergibt Abbau in Fähigkeiten über Erwachsenenalter, jedoch später und schwächer als Querschnitt

- Problem Längsschnitt: selektiver Ausschluss/Stichprobenselektivität --> positive Selektivität (selektive Mortalität: Überleben ist abhängig von z.B. Intelligenz, Wohlbefinden), Übungseffekte/Testwiederholungseffekte --> Unterschätzung der Effekte

- Kohortensequenz-Design (Kombination von Längsschnitt- und Querschnittsdesign, Schaie et al.)
o Untersuchung von fünf Kohorten (1896 - 1924)
o Altersverlauf von 60 - 67 - 74 Jahre
o Kohorteneffekte: Leistungsfähigkeit des logischen Denken ergibt substantielle Unterschiede im gleichen Alter: Personen, die eher geboren werden, sind schlechter im logischen Denken
o über Zeit ist Abbau in Fähigkeit zu beobachten (nicht so stark, aber dennoch signifikant)
--> differentielle Unterschiede werden nicht beachtet
• Idee:
o Entwicklung weisheitsbezogenen Wissens als eine Sequenz von Gewinn und Verlust
o Zuwachs nur für Wissenskörper, die auch aktiv genutzt werden
o Altersunterschiede im weisheitsbezogenen Wissen sollten von der persönlichen Relevanz der Problemstellung abhängig sein
• N= 192 Erwachsene zwischen 19 und 79 Jahre
• zwei Weisheitsaufgaben:
o selten, nicht-normativ: Suizidaufgabe für keine Altersgruppe besondere Relevanz,
o Partnerkonflikt eines jungen/mittelalten Paares (Vignette, Video) --> vor allem Entwicklungsaufgabe des jungen Alters
• zentrale AV: weisheitsbezogenes Wissen (Stabilität bei Suizid erwartet, Abnahme bei Partnerkonflikt erwartet)
• zusätzliche AV: eigene Partnerkonflikte (Häufigkeit, Schwere, Wunsch nach Erkenntnis) --> mögliche Mediatoren
• zentrale Befunde:
o kleine Alterseffekte bei Partnerkonfliktaufgabe (r = - .25), bei Suizidaufgabe keine Alterseffekte (Stabilität des weisheitsbezogenen Wissens)
o je älter Vpn, desto weniger schwer sind Konflikte und desto geringer ist der Wunsch nach Erkenntnisgewinn --> Beziehungsoptimierung
--> Erfahrung spielt bei weisheitsbezogenen Wissen eine Rolle:
-- Personen mit Wunsch nach Erkenntnisgewinn und schweren Konflikten haben höheres Weisheitswissen
-- Wunsch nach Erkenntnis, Schwere der Konflikte als signifikante Mediatoren
• große individuelle Unterschiede in jeder Altersgruppe
--> Studien, die Probleme genutzt haben, die relevant für Ältere sind, finden Zunahme des Wissens bei Alten (Lebensrückblick)
--> kognitive Pragmatik ist abhängig von Altersrelevanz und Erfahrungswerten
Advanced Cognitive Training for Independent and Vital Elderly:
• eine der größten und methodisch saubersten Trainingsstudien
• N = Personen im dritten Alter (70 +)

• Randomisierung (UV): (Training mit je 10 Sitzungen)
o EG 1: Geschwindigkeitstraining
o EG 2: Training des logischen Denkens
o EG 3: Gedächtnisleistung

o AV: nicht absolute Leistungslevel, sondern Differenz zwischen Prä- und Posttest --> tatsächliche Effekte

• Frage 1: Transfereffekte (z.B. profitiert Gedächtnisleistung von Training des logischen Denkens oder nur Effekte für spezifische Fähigkeiten?)
• Frage 2: Nachhaltigkeit der Effekte

• Zentrale Befunde:
o je nach Fähigkeit gibt es unterschiedlich große (klein, moderat, groß) Trainingseffekte
o in allen drei Fähigkeiten direkte Verbesserung nach dem Training
o keine Transfereffekte: kein Leistungszuwachs für untrainierte Fähigkeiten
o Abnahme der Trainingseffekte über die Zeit --> Effekte sind nicht wahnsinnig nachhaltig
--> weder Transfereffekte noch Nachhaltigkeit konnten belegt werden --> für Anwendung eher ungeeignet (man sollte sich auf Fähigkeiten konzentrieren, die im Alltag benötigt werden (maximaler Profit für Interventionsteilnehmer))
--> gleiche Effekte für Selbsttraining und angeleitetem Training
--> sehr spezifische kurzfristige Interventionen

• Zusammenfassung der Befunde:
o kognitive Plastizität bleibt bei geistig gesunden älteren Erwachsene erhalten, mithilfe von Training kann die Leistung in den trainierten Fähigkeiten gesteigert werden
o die Trainingseffekte nehmen jedoch über Monate bzw. Jahre nachweislich ab und sind vermutlich nicht nachhaltig
o der Transfer trainierter oder geübter Leistungen auf andere Aufgaben derselben oder verwandter Fähigkeiten ist in der Regel gering (Fertigkeit vs. Fähigkeit)
Metaanalyse:

• AV: Effekt einer körperlichen Trainingsintervention (aerobe Fitness-Intervention) auf kognitive Fähigkeiten, Unterschied zwischen Prä- und Posttest
• Stichprobe: 55-80 Jahre alte Personen
• UV: körperliches Training ja/nein (diverse KG: sozialer Austausch, passiv, ...)

• Ergebnisse:
o starke Effekte eines körperlichen Fitnesstrainings (z.B. Walking-Gruppen): substantielle Verbesserungen in diversen Fähigkeiten der kognitiven Mechanik (im Vergleich zu Kontrollgruppen)
o sportliches Training erhöht die kognitive Leistungsfähigkeit im Mittel um 0.5 Standardabweichungen
o geringste Effekte für kognitive Geschwindigkeit (weniger komplexe mechanische Fähigkeiten), stärkste Effekte für exekutive kognitive Funktionen (Planen, Arbeitsgedächtnis, Doppelaufgaben)

• Moderatoren:
o Aufgabentyp: effektiver für exekutive Funktionen/Kontrollfunktionen als für weniger komplexe mechanische Fähigkeiten (z.B. Geschwindigkeit)
o Trainingsart: kombinierte Kraftausdauertrainings sind effektiver als reine Ausdauertrainings
o Trainingsdauer: je länger, desto stärker (60 min Trainings sind effektiver als 30 Minuten)
o Programm-/Interventionsdauer: > 6 Monate Training effektiver als < 6 Monate Training

• Mediatoren:
- Gesundheitsstatus: z.B. Bluthochdruck, Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen --> können gelindert oder vermieden werden
- strukturelle und funktionale/neurophysiologische Veränderungen im Gehirn: Entstehung neuer Nervenzellen, Synapsen, Blutgefäße im Gehirn, neue Transmitter werden ausgeschüttet --> Auswirkung auf kognitive Leistungsfähigkeit, Erhöhung zerebraler Blutversorgung, Zunahme weißer und grauer Substanz (= Angiogenese, Neurogenese, Synaptogenese, Neurotransmitter-Genese)
- psychologische Mediatoren/Ressourcen: Stärkung von Selbstwirksamkeit, Verringerung von Ängstlichkeit, Depressivität (wirkt sich auf kognitive Leistungsfähigkeit aus)
- verhaltensbezogene Mediatoren/Gesundheitsverhalten: körperliches Training verbessert Essensgewohnheiten, Schlafverhalten, Medikamenten- und Drogengebrauch
• Ausgangspunkt: psychosexuelle Entwicklungstheorie von Freud: lebensphasentypische Konflikte, aber psychosoziale Entwicklungstheorie (Stufentheorie)

• zentrale Begriffe:
o Ich/Identität: Individuum strebt kontinuierlich danach, kohärente Identität und Vorstellung von Selbst zu bilden
o Entwicklungskrise: in jeder Altersstufe (acht werden im Modell beschrieben) bestimmte Probleme und Aufgaben
-- Wendepunkte, die eine gänzlich neue Orientierung erfordert und verbunden ist mit Chancen (geglückte Anpassung, neue Kompetenzen) aber auch Risiken (misslungene Anpassung, Entwicklungsdefizite)
--> sinnvoll, die Aufgaben dann zu erfüllen, wenn Krise auftritt, können aber auch später noch erreicht werden (Spotlight-Metapher)

• beschreibt normative Entwicklung
• zentrale Annahmen:
1. auch jenseits des Jugendalters Themen und Herausforderungen, denen man sich stellen muss und an denen man wachsen oder scheitern kann
2. in jedem Lebensalter geht es um Überwindung einer spezifischen Krise, frühere Themen bzw. Krisen können aber auch später bearbeitet werden --> durchlässiger als Freuds Stufenmodelle
3. Themen sind von Geburt an vorhanden, die soziale Umwelt fördert oder behindert die erfolgreiche Bewältigung (epigenetisches Prinzip)
4. zwei Entwicklungsmotoren:
-- Bedürfnis nach Kompetenzerweiterung (Einzigartigkeit der eigenen Identität herausbilden, Wissen, wer man ist, was man kann und will)
-- Zugehörigkeit (Wissen darüber, zu wem man gehört und wie man ein wertvolles Mitglied der Gemeinschaft sein kann
1. 0-1 Jahre/Neugeborenes: Urvertrauen vs. Misstrauen
- Aufbau einer sicheren Bindung und Kontingenzerleben (sich selbst als Ursache von Effekten erkennen)
- zentrale Bedeutung: beständige und feinfühlige Bezugspersonen

2. 1-3 Jahre: Autonomie vs. Zweifel/Scham („Trotzphase")
- durch sichere Bindung kann exploriert werden (baut auf voriger Ebene Urvertrauen auf)
- Thema: Selbstständigkeit, „Ich kann es selbst tun"
- eigensinnig sein, eigenen Willen durchsetzen
- soziale Umwelt: fördernd durch Begleitung des Kindes: Raum lassen, Scham/Zweifel beim Scheitern vermeiden, ermutigen --> Stärkung der Autonomie, Begrenzung von Scham und Zweifel

3. 3-6 Jahre: Initiative vs. Schuld:
- fortschreitende Autonomiebestrebungen, eigene Pläne in die Tat umsetzen (Freunde gewinnen, andere beeinflussen)
- Unternehmen, Planung und in Angriff-Nehmen einer Aufgabe
- misslungene Anpassung: Schuldgefühl einpflanzen, Initiative (Ideen und Pläne des Kindes) bestrafen/nicht wertschätzen

4. 6-12 Jahre: Leistung/Fleiß vs. Minderwertigkeitsgefühl
- Zunahme sozialer Vergleiche: realistischeres Selbstkonzept/-einschätzung (Risiko: Feststellen, dass man selbst weniger leisten kann als andere Kinder)
- „Ich bin, was ich weiß und kann"

--> die vier Krisen orientieren sich an Kompetenzentwicklung

5. 12-18 Jahre: Identität vs. Identitätsdiffusion
o gelungen: Identität
-- Verpflichtung auf bestimmte Ziele und Werte
-- stabiles Selbstgefühl
-- stabile und verlässliche Beziehungen zu anderen
-- feste Rolle in der Gesellschaft, Beitrag für andere/Gesellschaft
o misslungen: Identitätsdiffusion
-- fragmentierte Identität ohne Verpflichtungen
-- instabiles Selbstwertgefühl
-- soziale Beziehungen kurz und/oder oberflächlich
-- keine gesellschaftlichen Beiträge möglich

6. 18-30 Jahre: junges Erwachsenenalter: Intimität vs. Isolation
o Intimität: starke, dauerhafte Beziehung, die zur Familiengründung taugt
o nachdem Identität gefunden wurde, kann man davon „etwas abgeben": wieder Aufgeben eines bestimmten Aspektes von Autonomie, Kompromissbildung (Aushandeln von Nähe und Distanz)
o wenn ich keinen festen Kern habe, wird es schwer sein eine intime, stabile, verpflichtende Beziehung aufzunehmen --> viele lose Beziehungen, keine Intimität

7. 30-65 Jahre: mittleres Erwachsenenalter/frühes Alter: Generativität vs. Stagnation
o etwas Bleibendes hinterlassen, nachfolgende Generation beeinflussen, jüngeren Menschen etwas mitgeben
o z.B. eigene Kinder, gesellschaftlicher Beitrag
o Stagnation: egoistisches Leben, Ich-Bezogenheit

8. 65 + Jahre, Alter: Integrität vs. Verzweiflung
o Integrität: sich eigener Endlichkeit bewusst werden, Lebensrückblick --> Leben so wie es war akzeptieren, wertschätzen und annehmen können (Integration von Lebensanschnitten) --> Weisheit, Schutz vor Todesangst
o Verzweiflung, Angst vor dem Tod
Gemeinsamkeiten:
- Erikson: Unterschiede in Persönlichkeitsentwicklung ergeben sich aus der Bewältigung von Entwicklungskrisen - Eigenschaftsansatz: Instabilität von Eigenschaften kann durch altersspezifische Entwicklungsaufgaben erklärt werden
- Erikson: im Alter Generativität und Integrität als positive Entwicklung - Persönlichkeitsansatz: Anstieg in emotionaler Stabilität, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit im Alter
- Erikson: positive Entwicklung im Jugend- und jungen Erwachsenenalter: Identität und Intimität - Eigenschaftsansatz: soziale Vitalität, Offenheit für Neues im jungen Alter höher; wenn zwischen 20 und 30 eine Beziehung eingegangen wird, ist positive Entwicklung zu höherer G und niedrigerem N stärker
- zunehmende Stabilisierung von Persönlichkeitseigenschaften im Alter wird darauf zurückgeführt, dass weniger nichtnormative Ereignisse und Entwicklungskrisen auftreten - Erikson: Abstände von Entwicklungskrisen werden im Alter größer
- beide Ansätze betrachten die ganze Lebensspanne (Eigenschaftsansatz allerdings nicht so genau Kindheit, Jugend)

Unterschiede:
- Eigenschaftsansatz beruht auf empirischer Forschung (hauptsächlich zu Big Five), Eriksons Modell auf theoretischen Überlegungen, psychosoziale Entwicklungstheorie (aber auch z.T. empirisch gesichert)
- Eriksons Ansatz geht von acht Entwicklungskrisen aus, deren Bewältigung positiv aber auch negativ ausgehen kann (interindividuelle Unterschiede) - Eigenschaftsansatz beruht auf durchschnittlichen Entwicklungen/Trends (Negativentwicklung scheint nicht die Norm zu sein)
- nicht-normative Ereignisse als Erklärung für Niveauinstabilitäten von Eigenschaften werden bei Erikson nicht beachtet
- zentrales Interesse Persönlichkeitseigenschaftsansatz: Niveau-/Positionsstabilitäten von Eigenschaften über Zeit - Erikson: Gelingen oder Scheitern der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben
Adult Attachment Predicts Maternal Brain and Oxytocin Response to Infant Cues
• Vermeidende verarbeiten Informationen in dem Aversionsmodul tiefer
o Mütter sehen im Scanner Bilder ihrer Kinder/anderer Kinder in drei Emotionen
o sicher gebundene und vermeidend-gebundene Mütter (AAI)
o wenn sichere Mütter eigenes weinendes Kind sehen, geringere Aktivierung im Aversionssystem
o vermeidende Mütter haben bei weinenden Kindern stärkere Aktivierung im eigenen Aversionssystem --> stärkerer negativer Affekt, Empathie mündet eher in Personal Distress und nicht in Mitgefühl
o Vermeidende reagieren stärker auf negative Informationen, v.a. mit sozialem Aspekt
The neural substrates of social emotion perception and regulation are modulated by adult attachment style
• Vermeidende regulieren sehr starr
o fMRT von Frauen
o Probandinnen sehen positive/negative soziale/nicht soziale Bilder
o zwei Regulationsstrategien:
-- kognitive Neubewertung: „Das ist nicht so schlimm" --> frühe Regulationsstrategie
-- Suppression --> negative Emotion ist bereits da --> späte Regulationsstrategie
o je stärker vermeidend, desto schlechter funktioniert Neubewertung (erhöhte Amygdalaaktivierung im Aversionsmodul) bei Sicheren wird durch Neubewertung Aktivierung verringert
o keine bessere Emotionsregulation bei vermeidend Gebundenen
-- wollen keine Emotionen zeigen --> Suppression, Inhibition --> rigide Regulationsstrategie (Risikofaktor für Gesundheit)
-- wenn Suppression nicht angewendet werden kann und sich der Situation entzogen werden kann, kommt es zum Zusammenbruch der Regulationsstrategien, stärkerer emotionaler Reaktion
-- konstruktive Emotionsregulation (Re-Evaluation) ist beeinträchtigt (setzt ein sich Auseinandersetzen mit der Emotion voraus)
- geringere Aktivität im Aversion Modul bei sozialem Ausschluss --> eher erwartet (Erwartung, dass andere nicht verfügbar sind/nicht reagieren)
- verstärkte Reaktion bei Wiedereinschluss
- Beeinträchtigung der üblichen Emotionsregulationsstrategie durch soziale Unterstützung durch Partner (verletzt Erwartung, kann nicht genutzt werden) --> Schmerz wird salienter, Aversion System aktivierter

- Beeinträchtigung der Emotionsselbstregulation, falls sozialer Stressreiz (z.B. Bild eines weinenden Babys) nicht inhibiert/supprimiert werden kann --> starke aversive Reaktion (tiefere Verarbeitung) Personal Distress anstelle von Mitgefühl
-- es wird vorzugsweise Inhibition, Suppression genutzt --> rigide, starr
-- andere Strategien (z.B. kognitive Neubewertung) funktionieren nicht --> stärkere emotionale Reaktion

- chronischer Stress und Auslastung der HPA-Achse durch Mangel an sozialen Ressourcen und Gebrauch von Suppression (Vergrößerung Amygdala, veränderte Struktur Hippocampus)

___

alternativ:
1. Andere sind nicht verfügbar --> weniger Aktivität im
Aversion Modul; soziale Regulation versagt jedoch!
2. Emotionsregulation ist moduliert --> meist Inhibition / Suppression, kognitive Neubewertung ineffizient
3. Mangel an sozialen Ressourcen zur Regulation führt zur Langzeitmodulation der HPA Achse (auch epigenetisch)
4. Kein Suchen von sozialer Nähe bei Stress und weniger Aktivierung des Approach Moduls --> in Verbindung mit Oxytocin und endogenen Opioiden (in Zusammenhang mit der BOTSA